TRAINEEPROGRAMME

Der ultimative Festival Survival-Guide

  • geschrieben von Karin Spiegl
  • Drucken
  • eMail
Der ultimative Festival Survival-Guide Foto: (c) SolStock - istock.com

Von unerwarteten Besuchern im Zelt bis zum Dixi-Klo des Grauens – so ein Festivalbesuch kann ungeahnte Tücken mit sich bringen. Doch kein Grund zur Panik: Damit du dein Festival in vollen Zügen genießen kannst, haben wir den ultimativen Survival-Guide für dich erstellt. Mit unseren cleveren Lifehacks wirst du auch als Festival-Frischling herausfordernde Situationen aller Art bravourös meistern. In diesem Sinne: Get the party started!

Zelt: Aufbauen und wiederfinden

Ein Festival ohne Campen ist wie ein Sonntagabend ohne Tatort. Und so klappt‘s mit deiner Festival-Homebase: Das Zelt auf jeden Fall noch in nüchternem Zustand aufbauen! Ausreden à la „Ach, nach der anstrengenden Fahrt erstmal ein Bierchen“ führen in den allermeisten Fällen dazu, dass du deine erste Nacht entweder im Freien verbringst oder frühmorgens in seltsam herunterhängende Zeltplanen verwickelt aufwachst.

Ein Equipment-Check macht (vor Abfahrt!) natürlich auch Sinn – sicher ist sicher. Kleinere oder größere Mängel wie Löcher oder eingeknickte Stangen können im Fall der Fälle übrigens prima mit Gaffa-Tape repariert werden – ein echtes Multitalent, das auf keinen Fall auf deiner Festival Packliste fehlen darf!

Das Zelt steht und jetzt ist erstmal Party angesagt? Wunderbar, doch wie ist‘s um den Rückweg bestellt? Am Ende eines langen Festival-Tages kann sich die Suche nach dem eigenen Zelt nämlich als ganz schön tricky herausstellen. Hier hilft ein alter Pfadfindertrick: Einfach eine selbst gebastelte Fahne am Zelt befestigen und schon ist deine Residenz bereits von weitem gut sichtbar.

Dressed for Success

Was den perfekten Festival-Look ausmacht? Er ist unverwüstlich und trotzt jeder Wetterlage! Keinesfalls solltest du daher den klassischen Anfängerfehler begehen und dich von den Outfits der sonnenverwöhnten Coachella Girls und Boys inspirieren lassen. Wer richtig Gas geben will, braucht auf einem Festival vor allem eines: Festes Schuhwerk. Denk nicht mal im Traum daran, dich in Flip-Flops oder Sandalen Richtung Bühne zu bewegen, es sei denn, du stehst auf zerquetsche Füße. Auch deine neuen, sündhaft teuren Sneakers solltest du unbedingt im Schrank lassen, denn die tobende Menge würde garantiert unschöne Spuren hinterlassen. Alte, ausgelatschte Turnschuhe oder Boots sind hingegen perfekt, um tagelang durchzutanzen und trotzdem mit (einigermaßen) heilen Füßen nach Hause zu kommen. Und wenn‘s regnet? Dann sind wir zwar kurz sauer, lassen uns aber keinesfalls die Laune verderben, denn natürlich haben wir als echte Festival-Profis ein paar bunte Gummistiefel und ein Regencape im Gepäck. Party on!

Sunny Side Up: Aber bitte mit Köpfchen!

Wenn sie vom Himmel lacht, klettert das Gute-Laune-Barometer in ungeahnte Höhen, doch allzu viel von ihr kann auf Festivals echt gefährlich werden: Sonne in Verbindung mit Alkohol ist eine überaus schlechte Kombi und ein Sonnenstich kann dich schneller ins Aus befördern, als du Tequila sagen kannst. Doch auch ein Sonnenbrand kann die Stimmung gewaltig trüben und daher gehört ein ordentlicher Sonnenschutz zur Grundausstattung deiner Ausrüstung. Also: Sonnencreme, Sonnenbrille und Hut nicht vergessen, immer wieder mal ne Pause im Schatten einlegen und bloß nicht dehydrieren. Was uns direkt zum nächsten  Punkt führt: 

Auch mal Wasser trinken

Die wichtigste Regel, um deinen Körper bei Laune zu halten: Auf eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr achten. Nein, Bier zählt leider nicht dazu und Spritzer auch nicht – auch wenn‘s ein Sommerspritzer ist. Der regelmäßige Griff zur Wasserflasche ist unerlässlich, um fit zu bleiben und nicht irgendwann schlapp zu machen. Mineralwasser versorgt deinen Körper mit wichtigen Mineralien und Spurenelementen, die du beim Schwitzen verlierst. Extra-Tipp: Bevor es losgeht, solltest du deine Wasservorräte noch ins Eisfach legen, dann hast du zumindest am ersten Tag ausreichend kühles Wasser zum Trinken.

Zu Tisch bitte

Ebenso wichtig wie ausreichender Wasserkonsum ist regelmäßiges Essen: Wer seinen knurrenden Magen ignoriert oder – im schlimmsten Fall – mit Bier und Co. zu besänftigen versucht, wird am nächsten Tag umgehend die Konsequenzen in Form eines fauchenden Mega-Katers zu spüren bekommen. Und wer das schon mal auf einem Festival erlebt hat, wird sich wahrscheinlich geschworen haben: Nie, nie wieder. Daher lautet die Devise: Vorsicht ist besser als Nachsicht und wer auf regelmäßige Nahrungsaufnahme achtet, minimiert das Kater-Risiko schon mal um ein Vielfaches.

Doch wie sieht nun das perfekte Festival-Food aus? Auch wenn es verlockend ist, sich tagelang von Käsekrainer und Schnitzelsemmel zu ernähren – dein Körper wird sich freuen, hin und wieder auch mit ein paar Vitaminen gefüttert zu werden. Auch die Selbstversorger-Klassiker wie Ravioli, Konserven und Landjäger sind vielleicht praktisch, aber auch nicht unbedingt nahrhaft. Fancy Foodtrucks sind zwar prinzipiell eine gute Option, allerdings eine, die dir ein ordentliches Loch ins Börsel frisst (im wahrsten Sinne des Wortes). Die Lösung? Ordentlich Proviant einpacken, das lecker, haltbar und gesund ist! Davon gibt’s nämlich durchaus so einiges. Gemüsesorten wie Gurken oder Paprika werden nicht so schnell schlecht und sind eine tolle Ergänzung, um die klassischen Käseweckerl etwas aufzupeppen. Für die schnelle Energiezufuhr zwischendurch geht nichts über Äpfel, Nüsse, Trockenfrüchte oder Reiswaffeln: Rein damit in den Rucksack und schon bist du für die nächste Heißhungerattacke gewappnet.

Immer schön cool bleiben

Gibt‘s eigentlich etwas Schlimmeres als warmes Bier? Durchaus: Eine ganze Kiste davon. Das kann einem ganz schön die Laune verderben, doch auch dafür haben wir eine Lösung parat: Ein DIY-Kühlschrank! Und das funktioniert so: Einfach ein Loch in die Erde graben, Getränke rein, Plastiksackerl (aka Tüte) drüber und mit Trockeneis aufschütten – fertig. Stell dich schon mal auf neidische Blicke deiner Zeltnachbarn ein...

Die Festival-Apotheke

Beim Tanzen kurz umgeknickt, beim Brotschneiden abgerutscht oder ein fieser Kater: Echte Festival-Profis sind natürlich für alle Wehwehchen gerüstet. Eine Reiseapotheke mit Desinfektionsspray, Bandagen, Pflastern, Fenistil-Gel gegen Sonnenbrand und Insektenstiche, Wund- und Heilsalbe und natürlich Kopfschmerztabletten bringen dich und deine Crew gesund und munter durchs Festival. Super praktisch sind übrigens auch Coolpacks: Die cleveren Einmalkompressen einfach durchschütteln oder kneten und innerhalb weniger Sekunden hast du eine eiskalte Packung. Bei Prellungen, Verbrennungen oder verstauchten Knöcheln einfach Gold wert!

Saubere Sache

So sehr wir Festivals auch lieben – spätestens am Ende des zweiten Tages macht sich die Sehnsucht nach einer regenerierenden Dusche bemerkbar. Doch die prekäre Hygiene-Situation ist nun mal Teil des Festival-Lifestyles und daher heißt es: Augen zu und durch... (Am Dixi-Klo solltest du das jedoch besser nicht zu wörtlich nehmen, siehe nächster Punkt). Unsere Top-Helferlein, um einigermaßen frisch und gepflegt zu bleiben, sind definitiv feuchte Tücher – ohne die geht wirklich gar nichts. Um fettige Hände nach dem Pommes Essen zu reinigen, sich nach einem akuten Schweißausbruch auf der Tanzfläche kurz zu erfrischen oder für die Mädels zum Abschminken – feuchte Tücher können quasi alles. Deshalb solltest du auch immer und überall eine Packung in deinem Rucksack und einen großzügigen Vorrat davon am Zeltplatz horten. Fettigen Haaren rückst du am besten mit Trockenshampoo oder Babypuder zu Leibe – oder du setzt einfach einen Hut auf.

Shit happens

Jetzt geht’s ans Eingemachte... Ein Thema, das selbst hartgesottene Festival-Besucher unter den Nägeln brennt: Wie erledigt man möglichst unbeschadet den früher oder später unumgänglichen Toilettengang? Die gute Nachricht: Mittlerweile gibt es auf vielen größeren Festivals auch Toilettenwagen mit Wasserspülung, die sogar hin und wieder gereinigt werden – Jackpot! Auf kleineren Festivals wirst du jedoch nicht um die guten alten Dixi-Klos herumkommen, außer du bringst dir ein eigenes Chemie-Klo mit oder schnappst dir dein Auto und fährst kurzerhand zur nächsten Raststätte. Auch keine Option? Dann sieh der Realität ins Auge, atme tief durch und auf zu den mobilen Toilettenkabinen – allerdings nicht unvorbereitet! Neben Klopapier werden dir ein Desinfektionsspray und nachts eine Taschenlampe gute Dienste leisten – auch wenn du dir wahrscheinlich wünschen wirst, vor diesem Anblick verschont geblieben zu sein...

Love is in the Air

Auf Festivals wird geflirtet, was das Zeug hält. Alle sind gut drauf, es wird getrunken und gefeiert und auch die Hormone tanzen im Rhythmus der Musik. Du fühlst dich frei, wild und – hey, wie war das nochmal mit YOLO? Wer jedoch in Betracht zieht, das neue Gspusi in sein Zelt einzuladen, sollte unbedingt einige Dinge im Hinterkopf behalten: 1. Wie werden deine Freunde reagieren, wenn ihr Schlafsack plötzlich besetzt ist? 2. Ein Zelt hat keine Wände, sprich: Wundere dich nicht, wenn dich deine Zeltnachbarn am nächsten Tag mit anzüglichen Kommentaren peinigen, denn egal, was nachts in deinem Zelt passiert ist – sie haben alles gehört. Umgekehrt schützen dich Ohropax am Festival nicht nur vor Gehörsturz und Tinitus, sondern auch vor aufdringlichen Geräuschen aus dem Nachbarszelt.

Crowdsurfing

Wenn deine Lieblingsband auf der Bühne erscheint, gibt es kein Halten mehr für dich? Als Freund des gepflegten Crowdsurfings solltest du dich jedoch vorab erkundigen, ob deine Leidenschaft überhaupt erlaubt ist: Einige Festivals wie das Southside Festival haben nach zahlreichen Verletzungen nämlich ein Crowdsurfing-Verbot ausgesprochen – wer sich nicht daran hält, fliegt raus. Sollte das auf deinem Festival nicht der Fall sein – nur keine falsche Zurückhaltung, ab mit dir in die Menge! Einen Tipp möchten wir den Mädels noch mit auf den Weg geben: Finger weg von Kleidern, Röcken oder Flattertops, da du ansonsten mit ziemlicher Sicherheit mehr von dir zeigst, als dir im Nachhinein lieb ist. 

Akku leer

Regelmäßige Insta-Stories, Facebook-Updates und Unmengen von Selfies und Videos entziehen deinem Handy ganz schnell den Saft und ehe man sich versieht, ist der Akku leer. Das ist in mehrfacher Hinsicht blöd, denn erstens kannst du jetzt keine Fotos mehr machen und zweitens deine Freunde nicht mehr finden, wenn sie mal wieder plötzlich alle verschwunden sind. Zwar gibt es natürlich Ladestationen, allerdings sind die meistens gut besucht und wer hat schon Lust, ewig zu warten, nur um seinen Handyakku zu laden? Hier kommen tragbare Powerbanks ins Spiel, die je nach Leistung Strom für mehrere Akkuladungen bieten. Einfach immer mitnehmen und das Handy ganz bequem im Rucksack aufladen! 

App-Tipp fürs Festival:

Auf Festivals kann schon so einiges verloren gehen: Klamotten, Handy, deine Freunde... Sollte deine Crew schwerer zu hüten sein als ein Sack Flöhe, empfehlen wir dir dringend die In-
stallation der App „Find my Friends“. Lästiges Suchen gehört somit endlich der Vergangenheit an und du sparst wertvolle Zeit und Nerven – yeah! Und so funktioniert‘s: Um deine Freunde zu tracken und Standort-Daten auszutauschen, müssen diese zuerst deiner Anfrage zustimmen. Sobald deine Kontakte ihr Einverständnis gegeben haben, kannst du nicht nur deren aktuelle Position abfragen, sondern auch ihre Bewegungen verfolgen. So sollte eigentlich nichts mehr schiefgehen – vorausgesetzt, niemand verliert sein Handy (in dem Fall solltet ihr vorab die App „Lookout“ installieren, um das Gerät zu sperren und zu orten). „Find my Friends“ ist derzeit nur für iOs erhältlich, Android-Nutzer können jedoch alternativ „Glympse“ nutzen.

Life Hack für deinen Festivalbesuch - So schützt du dein Zelt vor Regen

So schützt du dein Zelt vor Regen Mit Gummistiefel und Regencape bist du zwar tagsüber gut ausgerüstet, doch wenigstens die Nacht solltest du im Trockenen verbringen. Festival-Profis imprägnieren ihr Zelt daher bereits zu Hause und überdecken es am Festival dann zusätzlich noch mit einer Plane. Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du deine Klamotten zudem wasserdicht in verschließbaren Plastikbeuteln verstauen.

Fotos: (c) SolStock, t-lorien - istock.com

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook