BÜCHERBÖRSE

Hilfreiche Tipps rund ums Praktikum

Praktika sind ein wichtiger Bestandteil des Studiums. Sie vermitteln zentrale Fähigkeiten, geben Orientierung und ebnen oftmals den Weg in die spätere Karriere. Ganz nach dem Motto "Qualität vor Quantität" sollte die Entscheidung für ein Praktikum aber niemals wahllos sein. Deshalb solltest du dir vorab einige Fragen stellen und bei der Bewerbung auf gewisse Dinge achten. Hier erfährst du zudem, wie du dich während des Praktikums verhalten solltest und was im Praktikumszeugnis stehen sollte – und was besser nicht.

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Grau, teurer Freund, ist alle Theorie. So abgedroschen diese Aussage klingt, so wahr ist sie auch. Praxiserfahrungen sind ein wichtiger Bestandteil deines Studiums. Sie bieten dir die Möglichkeit, dein Wissen praktisch anzuwenden sowie deine Fähigkeiten besser kennenzulernen, und erhöhen zugleich deine Berufseinstiegschancen um ein Vielfaches. Voraussetzung ist, dass es sich um ein Praktikum handelt, das zu dir passt.

Drei, zwei, deins: So findest du das richtige Praktikum

Ein Praktikum ist mit vielen Erwartungen verbunden, es kann ausschlaggebend für deinen weiteren Werdegang sein. Daher solltest du dir vorab einige Fragen stellen: Welche Fähigkeiten möchtest du vertiefen? Welche Aufgaben interessieren dich? Büroarbeit oder ein wechselndes Umfeld? Konzern, mittelständisches Unternehmen oder Start-up? Bist du bereit, für ein paar Wochen in eine andere Stadt oder sogar ein anderes Land zu ziehen? Beantworte dir diese Fragen ehrlich: Es geht nicht darum, den Lebenslauf gut aussehen zu lassen, sondern um die Möglichkeit, tiefere Einblicke und weitere Ausblicke zu gewinnen. Hast du die nötigen Antworten gefunden, kannst du gezielt nach einer passenden Praktikumsstelle suchen und mit dem Bewerben loslegen.

Immer schön die Form wahren: deine Bewerbung

Eine Bewerbung besteht immer aus mehreren Teilen: Anschreiben, Lebenslauf, Foto und Anlagen. Jedes Dokument muss jedoch gewisse Anforderungen erfüllen.

Anschreiben:

Dein Anschreiben mit „Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit bewerbe ich mich ..." zu beginnen, ist zwar nicht falsch, aber unpersönlich und unkreativ. Wende dich mit deiner Bewerbung besser direkt an den richtigen Ansprechpartner. Ist dieser in der Stellenbeschreibung nicht genannt, rufe im Unternehmen an und frage nach. Diese Person musst du mit deiner Bewerbung von dir überzeugen. Bereits mit einem originellen Einstiegssatz kannst du punkten. Beispielsweise indem du eine Information bezüglich des Unternehmens mit dir in Verbindung bringst. Übertreibe aber nicht und komme zügig zum Wesentlichen, denn mehr als eine Seite sollte dein Anschreiben nicht einnehmen. Zu Beginn solltest du außerdem kurz beschreiben, warum du dich explizit bei diesem Unternehmen bewirbst. Es folgen im Anschluss deine Studieninhalte, Schwerpunkte, Projektarbeiten und etwaige Praxiserfahrungen. Da nicht nur deine fachlichen Kompetenzen gefragt sind, gehe anschließend auch auf deine persönlichen Fähigkeiten ein. Dabei solltest du aber nicht die Punkte aus deinem Lebenslauf wiederholen, sondern dich konkret auf die Anforderungen im Stellenprofil beziehen. Dein Anschreiben ist deine Präsentationsfläche – nutze diese ausgiebig, aber sachlich. Am Ende des Anschreibens machst du nochmal deutlich, dass du dich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freust. Vermeide generell den Konjunktiv. Willst du das Praktikum oder hättest du es einfach gerne? Eben! Zum Schluss die Grußformel ‚Mit freundlichen Grüßen' sowie deine Unterschrift nicht vergessen und fertig ist dein Anschreiben.

Lebenslauf:

Wer bist du und was hast du bisher gemacht? Diese Fragen klärt der tabellarische Lebenslauf. Auch hier gilt: kurz, prägnant und maximal auf zwei Seiten. Oben stehen deine persönlichen Daten: Name, Adresse, Kontaktdaten, Geburtsdatum und -ort. Weiter geht's mit Studium, schulischer Ausbildung, etwaigen Auslandserfahrungen, praktischen Erfahrungen und Zusatzqualifikationen wie Computer- und Sprachkenntnissen. Beginne mit der aktuellen Station und beschreibe kurz die jeweiligen Schwerpunkte, Tätigkeiten und Erfahrungen. Die Stellenbeschreibung dient dir auch hier wieder als Grundlage: Gehe im Lebenslauf konkret auf die Punkte ein, die wichtig für das Praktikum sein könnten. Hobbies solltest du nur angeben, wenn sie in einem gewissen Zusammenhang mit der Stelle stehen. Der Lebenslauf endet mit der Ortsangabe, Datum, deinem Namen sowie deiner Unterschrift. Binde bei digitalen Bewerbungen einen qualitativen Scan deiner Unterschrift ein.

Foto:

Ein Bewerbungsfoto ist zwar keine Pflicht, aber bei vielen Unternehmen erwünscht. Ob auf dem Lebenslauf oder auf dem Deckblatt: Es spielt keine Rolle, wo sich das Foto befindet – professionell gemacht muss es sein. Gehe vorher nochmal zum Friseur, zieh dich schick an und vereinbare einen Termin mit einem Fotografen, der sich auf Bewerbungsfotos spezialisiert hat. Das mag zwar etwas mehr kosten, aber ein schlechtes Foto kann ein großer Minuspunkt sein.

Anlagen:

Auch hier solltest du chronologisch vorgehen und mit den relevantesten Zeugnissen beginnen. Bei den schulischen Nachweisen reicht das Maturazeugnis. Hast du vor deinem Studium eine Ausbildung gemacht, füge auch dieses bei. Ebenso beglaubigte Übersetzungen von Auslandszeugnissen, Sprachzertifikate sowie Bescheinigungen über ehrenamtliches Engagement.

Zurückhaltend oder selbstbewusst? Das richtige Verhalten im Praktikum

Generell hat ein Praktikum zwei wesentliche Vorteile: Du kannst viel lernen, aber auch zeigen, was du kannst. Dabei gilt es, die Balance zwischen selbstbewusstem Auftritt und angemessener Zurückhaltung zu wahren. Denn ein zu forsches Auftreten ist ebenso kontraproduktiv wie ängstliches Verhalten. Den Chef gleich zu duzen, weil es alle machen: keine gute Idee. Bleibe daher so lange beim „Sie", bis er dir das „Du" anbietet. Stelle dich auch kurz bei deinen Kollegen als der / die neue Praktikant/in vor. In der Anfangszeit prasseln viele Informationen auf dich ein. Daher gilt: aufmerksam zuhören, Fragen stellen und ruhig mitschreiben. Überstrapaziere aber deine Kollegen nicht mit jeder Kleinigkeit, einige Antworten können dir auch das Intranet oder Google geben. Was du bereits weißt und kannst, darfst und sollst du auch zeigen, aber halte Maß. Ideal ist es, wenn du deine Aufgaben mit einer ausgewogenen Mischung aus Selbstbewusstsein, Selbstständigkeit, aber auch Selbstkritik erledigst.

Rein damit! Das sollte im Praktikumszeugnis stehen

Das Praktikumszeugnis muss gewissen formellen und inhaltlichen Ansprüchen entsprechen. Der Aufbau gestaltet sich dabei so: Überschrift (Praktikumszeugnis), Datum des Ausstellungszeitpunkts, dein Name und Geburtsdatum sowie der Praktikumszeitraum. Daran schließt sich die Beschreibung deiner Aufgaben und deines Einsatzbereichs an. Hier erfolgt eine Aufzählung deiner Tätigkeiten und Mitarbeit an Projekten. Dabei sollten zuerst die wichtigen Aufgaben, dann die Routinearbeiten angeführt sein. Um einen umfassenden Überblick über deine Fähigkeiten und Kenntnisse zu geben, beschreibt die anschließende Leistungsbeurteilung deine fachlichen und persönlichen Kompetenzen.

Da jedes Dienstzeugnis wohlwollend verfasst sein muss, kommen gut klingende, aber wertende Formulierungen zum Einsatz. Achte daher auf bestimmte Beschreibungen. Du hast deine Sache sehr gut gemacht, wenn im Zeugnis „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt" oder „im höchsten Maße" steht. Je mehr Superlative, desto besser. Unzureichende Arbeit hast du hingegen abgeliefert, wenn du „um zuverlässige Arbeitsweise bemüht" warst. Nach diesen Bewertungen sollte eine Dankesformel für deinen Einsatz sowie die Unterschrift deines ehemaligen Vorgesetzten stehen. Wenn du mit deinem Zeugnis nicht zufrieden bist, kannst du nochmals Rücksprache mit deinem Betreuer halten und gegebenenfalls eine Überarbeitung verlangen. Möglicherweise hat das Praktikum dir aber auch gezeigt, dass gewisse Tätigkeiten und Strukturen nicht zu dir passen. Eine wertvolle Erkenntnis, die dir neue Wege und Möglichkeiten aufzeigt. Theoretisch könntest du dir gleich ein neues Praktikum in einem passenderen Bereich suchen – praktisch wäre es allemal.

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3 Tipps für Dein Praktikum

Bevor du dein Praktikum beginnst, solltest du nochmal einen Blick auf die Website des Unternehmens werfen. Somit findest du heraus, wer deine direkten Kollegen sind und welche Abteilungen es gibt. Informiere dich zudem über die Unternehmenskultur. Vielleicht kennst du jemanden, der im Unternehmen tätig ist. Frag ruhig nach, worauf besonderen Wert gelegt wird. Das hilft dir, anfängliche Unsicherheiten besser zu meistern und Fettnäpfchen zu erkennen, bevor du drinstehst.

Es gibt einen Dresscode und du hast nichts Passendes im Schrank? Natürlich könntest du dir „I am what I am" denken und mit Jeans und Pulli kommen, den besten Eindruck hinterlässt du damit nicht. Du musst dir nicht gleich das teuerste Kostüm oder den teuersten Anzug kaufen, aber investiere ein paar Euro in schicke Hemden oder Blusen, gut sitzende Stoffhosen & elegante, aber bequeme Schuhe. Vorsicht ist bei Accessoires geboten. Glänze mit deinen Leistungen und nicht mit deinem Schmuck.

Sei sozial! Die oder der Neue zu sein, ist nicht immer einfach. Unnötig schwer machst du es dir aber, wenn du nicht den Kontakt zu deinen Kollegen suchst. Fange mit Fragen zu Pausenzeiten oder privater Internetnutzung an und mache mit Small Talk weiter. Aber übertreibe es nicht! Der Übergang von kommunikativ und nervig ist manchmal schleichend. Selbst wenn du Klatsch und Tratsch liebst: Lästereien über Vorgesetzte und Kollegen sind absolut tabu!

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Die Erwartungen an Praktikanten

Ein Praktikum ist keine einseitige Sache. Denn nicht nur du hast gewisse Erwartungen an dein Praktikum – sondern dein Arbeitgeber hat diese auch an dich. Insbesondere erwarten sie, dass du grundlegende Dinge beherrscht. Beispielsweise dass die Basiskenntnisse deines Studiums sitzen oder du weißt, wie eine geschäftliche E-Mail auszusehen hat.

Auch im täglichen Miteinander sollten gewisse Verhaltensregeln selbstverständlich sein. Ein freundlicher Gruß am Morgen oder bei der Begegnung auf dem Gang ist ebenso angebracht wie Rücksicht. Abgesehen davon wird dein Arbeitgeber nicht erwarten, dass du allwissend bist. Du wirst Fehler machen und das ist nicht schlimm. Ungünstig ist es allerdings, wenn du keine Kritik annehmen kannst und diese als Affront und nicht als Verbesserungsvorschlag wertest. Generell solltest du zuverlässig, sorgfältig, motiviert und selbstständig arbeiten, über Durchhalte- und Konzentrationsvermögen verfügen, Lernbereitschaft an den Tag legen und aufrichtiges Interesse an deiner Arbeit zeigen, auch wenn diese – vor allem anfangs – weniger anspruchsvoll sein könnte.

Praktikant zu sein bedeutet, aktiv zu sein. Wenn du Verbesserungsvorschläge hast: raus damit. Viele Unternehmen schätzen den unvoreingenommen Blick und die daraus resultierenden Ideen neuer Mitarbeiter. Es gibt also immer was zu tun. Hast du eine Aufgabe abgeschlossen und noch keinen neuen Arbeitsauftrag erhalten, kannst du weiterhin vorgeben, als wärst du schwer beschäftigt. Die bessere Alternative ist es, die Initiative zu ergreifen und nachzufragen, womit du weitermachen kannst. Du musst dich vor lauter Eifer nicht überschlagen, aber ein gewisses Maß an Engagement darf zu erwarten sein.

 

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