BÜCHERBÖRSE

Komm spielen, kleines Mädchen

Dass den Autoren aus skandinavischen Ländern das Schreiben im Blut liegt, wissen wir nicht erst seit Stieg Larsson, Asa Larsson und Hakan Nesser. Mit ihrem Thriller „Aschenputtel“, der 2008 erschien, reihte sich auch Kristina Ohlsson in die Reihen der Bestsellerautoren ein.

Spurlos verschwunden

Es beginnt wie in einer schlechten Soap: eine junge Mutter ist mit ihrer Tochter in einem voll besetzten Schnellzug nach Stockholm unterwegs, als der Zug einen außerplanmäßigen Aufenthalt halt. Die Frau tritt hinaus um zu telefonieren. Ohne Vorwarnung fährt der Zug weiter und Tochter und Mutter werden voneinander getrennt. Trotz sofortiger Alarmierung der Bahnangestellten nimmt der Albtraum seinen Lauf, denn in der darauffolgenden Haltestellte ist das kleine Mädchen verschwunden.

Eiskalte Spannung und Unterhaltung

 Für die Kriminalbeamten Friederike Bergman und Alex Recht beginnt eine verzweifelte Suche nach einem Kind, was von keinem der Bahngäste gesehen worden schien. Schon bald führt ihre Spur zum eigenen Vater des verschwundenen Mädchens und zu einem Kinderpornoring. Doch dann taucht eine Kinderleiche auf und ein kleiner Junge verschwindet und das Ermittlerpaar steht vor der Frage, ob sie der falschen Spur gefolgt sind.  

Neben der spannenden Handlung bekommt man einen Einblick in das Leben der beiden Kriminalbeamten Alex und Friederike. Gerade der Charakter der Friederike ist dabei erfrischend ungewöhnlich und  ist nicht, wie in vielen anderen Krimis, die stereotypische hübsche, junge Beamtin, die mit ihrem Auftreten höchstens unterstützend wirkt. Stattdessen hat die Fahndungsspezialistin mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen und kennt Einfühlungsvermögen höchstens aus Filmen. Dennoch ist sie es, die mit ihrer Intuition auf die Wahrheit stößt und schließlich den Fall aufklären kann.

„Aschenputtel“ ist in jedem Fall ein unterhaltender Krimi, der zu Recht Kristina Ohlsson den Einzug in die obere Liga der skandinavischen Bestsellerautoren ermöglicht hat.

Aschenputtel

Kristina Ohlsson

Blanvalet Verlag

10,30 Euro (A)

Tanja Kling

Ist immer zu haben für guten Lesestoff jeder Art, außer schlechtem Liebesschund, der sie mehr gruselt als jede Horrorszene mit asiatischen Kindern.

Hat einen Fable für Found Footage und schlecht synchronisierte Splatter-Filme, weswegen man sie freitags oft im Midnight Movie antrifft. 

Und für einen Kaffee mit Jack Nicholson würde sie ihr letztes Hemd geben.

 

Tanja Kling | Ressortleiterin Kino, Film & Buch

tanja.kling (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

 

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook