BÜCHERBÖRSE

Hide and Seek - Rezension

Hide and Seek - Rezension (c) Goldmann Verlag

Du kannst nur weglaufen und dich verstecken, doch sie werden dich immer finden..

Amy ist erst sechs Jahre alt, als sie vom FBI entführt wird. Grund ist ein Top-Secret-Projekt, für das Special Agent Wolgast Kandidaten rekrutiert, allesamt Strafgefangene in der Todeszelle. Doch als das kleine Mädchen mit dem Virus infiziert werden soll, versucht er Amy zu retten – leider zu spät...

Justin Cronin tritt mit seiner Passage-Trilogie in die deutlich größeren Fußstapfen von Stephen King. Nichtsdestotrotz kann man das Buch kaum mehr aus der Hand legen, wenn man damit angefangen hat. Die Geschichte um den unglücklichen FBI-Agenten Wolgast, dem nach dem Verlust seiner kleinen Tochter und dem unglückseligen Ende seiner Ehe nur sein Job bleibt. Ein Job, in dem er dem Tode geweihten Männern eine zweite Chance gibt. Doch diese entpuppt sich als schlimmer als der Tod, die Infizierten verändern sich in eine Art mutierte Vampire und beginnen nach Blut zu dürsten.

Doch als Amy als nächstes Opfer auserwählt wird, entscheidet sich Wolgast dafür sie zu retten. Ein Versuch, der zum Scheitern verurteilt ist. Als er mit Amy aus den Fängen des FBI fliehen kann, ist es zu spät: Amy wurde das Virus bereits injiziert. Auch die übrigen zwölf Kandidaten konnten aus dem Gefängnis entkommen und beginnen ihren Hunger zu stillen. Jahre später liegt die Welt in Trümmern, es gibt nur wenige Überlebende, die weder infiziert noch getötet wurden. Einige retteten sich in die Wildnis und bauten sich mit Halogenscheinwerfern eine Festung, denn nur grelles Licht scheint die Virals fernzuhalten. Die Kinder dort ahnen noch nichts von dem Grauen, dass draußen lauert und bleiben bis zu ihrem achten Lebensjahr von den Erwachsenen abgeschottet, die nur ein Ziel kennen: kämpfen und überleben.

Doch als die Notstromversorgung sich dem Ende neigt, machen sich einige Mutige auf den Weg um Alternativen zu suchen. Als sie dabei von Virals angegriffen werden, begegnen sie der seit einem Jahrhundert allein lebenden Amy. Von außen betrachtet noch immer eine Zwölfjährige, kristallisieren sich schnell ihre ungewöhnlichen Fähigkeiten heraus. Und schon bald wird den Überlebenden klar, dass sie in ihr ihre Anführerin im Kampf gegen die Zwölf gefunden haben.

Justin Cronins erster Band „der Übergang“ bildet den Auftakt zu einer Horror-Science-Fiction-Trilogie, die selbst den Büchern wie Stephen King in nichts nachsteht. Wie überzeugend die Story ist lässt sich daran erkennen, wie schnell sich die Filmrechte dafür verkaufen ließen. Cronin, mit richtigem Namen Jordan Ainsley, war ein unbekannter Autor und hatte noch nichts weiter als sein halbfertiges Manuskript, als sich die größten Filmkonzerne gegenseitig mit Milliardenbeträgen für die Rechte überboten. Den Zuschlag bekam schließlich 20th Century Fox. Man kann also gespannt sein, was als erstes erscheinen wird – der dritte Band oder die Verfilmung des ersten Bandes der Trilogie um blutsaugende Virals, einer ganz besonderen Heldin und verdammt spannenden Lesestoff!

Justin Cronin : Der Übergang (1)
1.040 Seiten, € 10,30
Erschienen am 12. Dezember 2011 im Goldmann Verlag

Justin Cronin: Die Zwölf (2)
837 Seiten, € 23,70
Erschienen am 14.01.2013 im Goldmann Verlag

 

Tanja Kling

Ist immer zu haben für guten Lesestoff jeder Art, außer schlechtem Liebesschund, der sie mehr gruselt als jede Horrorszene mit asiatischen Kindern.

Hat einen Fable für Found Footage und schlecht synchronisierte Splatter-Filme, weswegen man sie freitags oft im Midnight Movie antrifft. 

Und für einen Kaffee mit Jack Nicholson würde sie ihr letztes Hemd geben.

 

Tanja Kling | Ressortleiterin Kino, Film & Buch

tanja.kling (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

 

 

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