BÜCHERBÖRSE

Buchrezension "Passagier 23"

Wer nicht gerne liest kommt auch bei dem Hörspiel voll und ganz auf seine Kosten (c) Droemer Knaur Verlag
Wer nicht gerne liest kommt auch bei dem Hörspiel voll und ganz auf seine Kosten

Am 30. Oktober ist der Psychothriller "Passagier 23" von Sebastian David Fitzek im Droemer Knaur Verlag erschienen. Schon seit mehreren Wochen kann sich das Buch an den Spitzen der Bestsellerlisten halten und begeistert viele Leser.

Polizeipsychologe, verdeckter Ermittler und risikofreudiger Alleingänger mit einer tragischen Vergangenheit
Martin Schwartz lebt am Rande des Wahnsinns. Er ist ein Polizist, der bei seinen Einsätzen gerne einmal Kopf und Kragen riskiert und sich nicht gerade selten selber in Gefahr bringt. Seine Vergangenheit ist düster, denn vor fünf Jahren verschwanden seine Frau und sein Sohn spurlos auf dem Kreuzfahrtschiff "Sultan of the Seas". Von ihnen fehlt bis heute jede Spur. Nach einem seiner Einsätze erhält Martin einen Anruf und wird gebeten an Bord des Kreuzfahrtschiffs zu kommen, auf dem er seine Familie verloren hat. Eine ältere Frau behauptet, sie habe das Stofftier seines Sohnes gefunden. Martin nimmt sich vor, der Dame nur einen kurzen Besuch abzustatten. Doch die Ereignisse überschlagen sich und seine Vergangenheit scheint Martin wieder einzuholen.

"Seit dem Jahr 2000 sind weltweit auf Kreuzfahrtschiffen und Fähren mindestens 200 Passagiere und Crewmitglieder über Bord gegangen" Der Taschenspiegel, 2013
Der Polizist erfährt, dass ein vor Wochen verschwundenes Mädchen wieder auf dem Schiff aufgetaucht ist und beginnt seine Ermittlungen auf hoher See. Er fasst den Entschluss, alles über das Verschwinden seiner Familie herauszufinden und dem kleinen Mädchen zu helfen. Dabei realisiert er, dass ein Kreuzfahrtschiff der perfekte Ort für ein Verbrechen ist. Ohne Polizei.

Cover, Schiffsfeeling und Verstrickungen
Schon vor dem Lesen fällt die gelungene Aufmachung des Buches auf. Der düstere Einband und das darauf abgebildete Bullauge machen neugierig und vermitteln Schiffsfeeling. Auch während des Lesens kann man sich genau vorstellen, wie das Kreuzfahrtschiff aussieht. Man hat das Gefühl zusammen mit dem Protagonisten durch die Gänge des Schiffes zu laufen und das tosende Meer zu hören. Typisch für Fitzek sind die zahlreichen Charaktere, die er in die Geschichte einbaut, um den Leser auf die falsche Fährte zu bringen. Wer ist wirklich böse und wer verfolgt gute Absichten? Neben der Hauptperson Martin spielen weitere Crewmitglieder eine wichtige Rolle am Geschehen. Kapitän, Ärztin und Zimmermädchen teilen ihre Gedanken mit dem Leser, der so also nicht nur die Sichtweise des Protagonisten erfährt. Es macht den Anschein, als habe fast jeder auf dem Schiff ein dunkles Geheimnis und man fragt sich bei all den kriminellen Machenschaften und Verstrickungen der Figuren, wo die eigentlichen Touristen geblieben sind.

Lesevergnügen vom Feinsten
Nichtsdestotrotz ist "Passagier 23" ein richtiger Pageturner, der von Seite zu Seite spannender wird. Bei den ganzen Ereignissen und Überraschungen bleibt es auf keinen Fall langweilig oder vorhersehbar. Wer denkt, er habe den Täter durchschaut, liegt wahrscheinlich falsch und muss im nächsten Kapitel wieder von Neuem knobeln. "Passagier 23" ist ein Thriller, den vor allem die lesen sollten, die nach all den harmonischen Feiertagen Lust auf einen Thriller mit Gänsehautfaktor und der nötigen Portion Atmosphäre haben. Herr Fitzek: Chapeau!

 

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