BÜCHERBÖRSE

Dusty Book Review: Sherlock Holmes

Vor ein paar Jahren ging ich in einen Buchladen, um meiner Großmutter ein Geburtstagsgeschenk zu kaufen. Dabei stolperte ich über die gesamte Kollektion der Sherlock Holmes Bücher von Sir Arthur Conan Doyle. Der Schuber sah wirklich toll aus und wurde vom hauseigenen Weltbild Verlag herausgegeben. Es schien mir das perfekte Geschenk zu sein und so geschah es dann, dass ich wenige Augenblicke später mit den Büchern nachhause fuhr. Aber ein paar Monate später gestand mir meine Oma, dass diese Geschichten nicht so ihr Fall seien. Mit angekratztem Ego nahm ich mich also der Kollektion an und begann die Bücher selber zu lesen. Natürlich hat jeder schon einmal von Sherlock Holmes gehört. Spätestens seit dem Kinoerfolg mit Robert Downey Junior und der meiner Meinung nach viel besseren Serie mit Benedict Cumberbatch weiß jeder über den Detektiv Bescheid.

Anfangs war ich noch skeptisch, aber nachdem ich den ersten Band durch hatte, wurde das Feuer der Leidenschaft in mir entfacht. Die Geschichten sind unterhaltsam und spannend. Das schönste ist natürlich, wie bei jedem Krimi, das miträtseln über den oder die Täter. Bestimmt könnte man so manches Detail am Tatort auch anders interpretieren und Holmes‘ wichtigstes Werkzeug, die Deduktion, bewirkt oft wahre Wunder. Dennoch werden die Geschichten nie hanebüchen oder unglaubwürdig. Die Handlung wird aus der Sicht von Doktor Watson erzählt. Das führt dazu, dass man manchmal erst im Nachhinein darüber aufgeklärt wird, was Sherlock Holmes in der Zwischenzeit so trieb.

Der Schuber, den ich habe, wird leider in dieser Form nicht mehr hergestellt. Alte Übersetzungsfehler wurden korrigiert sowie die Anmerkungen erweitert. Deshalb heißt die Geschichte "Der Hund von Baskerville" jetzt auch korrekt "Der Hund der Baskervilles". Man kann nur hoffen, dass Weltbild irgendwann wieder die Druckerpressen für diese Edition anwirft.

Die Geschichten sind wirklich gut gealtert. Vor allem die Sprache ist sehr verständlich und Ausdrücke, die in dieser Form nicht mehr vorkommen, werden gut durch die Anmerkungen erklärt. Zurzeit habe ich noch nicht alle Bücher durch (bin ungefähr bei der Hälfte) ich wage jedoch jetzt schon eine eindeutige Empfehlung abzugeben. Wenn ihr Krimis mögt, dann besorgt euch unbedingt diese Bücher. Es gibt etliche Gesamtausgaben, die alle ziemlich gut aussehen, aber lasst am besten die Finger von dicken Wälzern die alle Geschichten auf einmal beinhalten. Die sind zum gemütlichen lesen auf der Couch einfach zu monströs und unhandlich.

 

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