BÜCHERBÖRSE

Buchrezension: "Mittelgroßes Superglück"

Das Buch kann mehr als es im Klappentext preisgibt! (c) Heyne Verlag
Das Buch kann mehr als es im Klappentext preisgibt!

Am 11. Mai veröffentlichte die britische Erfolgsautorin Marian Keyes ihren neuen Roman „Mittelgroßes Superglück“ im Heyne Verlag. Wer auf lustige und verrückte Geschichten steht, sollte sich das Buch vormerken! 

Glück WEGEN Krankheit
Im Bücher-Mai geht es wieder mal um das beliebte Thema Glück, das uns in allen Formen und zu jedem Zeitpunkt begegnen kann. Stella Sweeney ist eine ganz normale Mutter von zwei Kindern. Sie hat einen Ehemann, mit dem es mehr oder weniger gut läuft und einen Job als Kosmetikerin. Doch eines Tages spielt ihr das Schicksal übel mit, denn die Frau erleidet eine sehr seltene Krankheit, die sie bewegungslos ans Krankenhausbett fesselt. Sie kann nicht selber atmen oder sprechen, einzig ihr Neurologe kann sich durch Zwinkern mit ihr verständigen. Doch Stella gibt nicht auf!
Die Krankheit verändert ihr ganzes Leben und die Mutter beginnt ihren Alltag komplett umzukrempeln. Familie, Liebe, Arbeit- nichts bleibt mehr wie es war. In der Not realisiert man, wie man Leben will!

Verrückte Handlungen und grandiose Charaktere
"Mittelgroßes Superglück" ist ein Roman, der Spaß macht. Marian Keyes weiß, wie man Leser mit einem lockeren und ungekünstelten Schreibstil zum Lachen bringt. Obwohl das Thema oft ernst ist, vergeht kaum eine Textpassage, in der man nicht schmunzeln muss.
Hauptgrund sind all die verrückten Handlungen und viele unerwarteten Ereignisse, die auf die Protagonistin Stella warten. Wer denkt, dass es sich bei dem Buch nur um eine Selbstfindungsgeschichte im Krankenhaus handelt, der liegt falsch! Stellas Suche nach dem Glück ist nach ihrer Krankheit noch lange nicht vorbei. Außerdem werden die Charaktere im Buch sehr gekonnt und humorvoll dargestellt. Besonders gelungen: Stellas direkte und ruppige Schwester sowie ihr Sohn, ein passionierter Joga-Fan. Während des Lesens freut man sich regelrecht über seine eigene "normale" Welt.

Shades of Grey
Obwohl das Buch wirklich gelungen ist, gibt es einige Stellen, die beim Lesen stutzig machen. Auf manchen Seiten fragt man sich, welchen Roman man gerade in der Hand hat, denn einige Textpassagen erinnern stark an „Shades of Grey“. Sicher gut gemeint von der Autorin aber im Kontext der Geschichte ein wenig unpassend und überflüssig. Ein weiterer Punkt der Verwirrung schafft: der Klappentext. Wie schon angesprochen geht es in dem Buch nicht nur um eine bemitleidenswerte Frau, die trotz ihrer Krankheit den Mut nicht aufgibt. Genau diesen Anschein erweckt jedoch der Klappentext. Das Buch kann aber viel mehr als nur das!

600 Seiten ohne Langeweile
Im Großen und Ganzen ist "Mittelgroßes Superglück" ein heißer Tipp. Auch der Umfang des Buches (knapp 600 Seiten) sollte nicht abschreckend wirken. Jede Seite ist es wert und es kommt mit Sicherheit keine Langeweile auf.

 

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