BÜCHERBÖRSE

Buchrezension: "Sex and the Dorf"

Julia Kaufhof: (K)ein Roman à la Carrie? (c) Goldmann Verlag
Julia Kaufhof: (K)ein Roman à la Carrie?

Ende Juni veröffentlichte Julia Kaufhold ihren neuen Roman "Sex and the Dorf" im Goldmann Verlag. Ein vielversprechender Titel, der auf pikante Geschichten à la Carrie Bradshaw hoffen lässt.

Von Hamburg ins Kaff

Caro Punke ist ein Hamburger City-Girl. Sie schreibt mehr oder weniger erfolgreich als freie Journalistin für verschieden Magazine und hat einen tollen Freund. Doch von heute auf morgen hat Simon genug von der Beziehung, der Sex mit seiner langjährigen Freundin sei einfach zu langweilig. Völlig aufgelöst und verzweifelt entscheidet sich die Frau aufs Land zu ziehen, einfach weg aus Hamburg. In dem kleinen, fast schon weltfremden Kuhdorf Büttelsbüttel feiert Caro ab jetzt Volksfeste und schreibt Artikel über Erntefortschritte. Ihr Masterplan: neue Leute, neue Männer und Sex!

Sehr (!) voraussehbar

Kaufhold hat sich ehrlich gesagt nicht gerade den neusten Stoff für ihren Roman ausgesucht: Eine verlassene Frau lernt, dass das Leben allein gar nicht so schlimm ist und dass die wahre Liebe manchmal auf sich warten lässt. Zusammen mit ein paar Freundinnen macht sie Yoga und trinkt Hochprozentiges. Außerdem wechselt sie High Heels durch Gummistiefeln aus und gewöhnt sich an das friedliche Landleben. Trotz der Klischees ist das Buch auf jeden Fall nett zu lesen, nicht besonders anspruchsvoll und oft sehr voraussehbar aber durchaus amüsant.

Trotzdem ein guter Humor

Caro ist an sich eine gelungene Protagonistin, mit der sich bestimmt einige Leserinnen gut identifizieren können. Trotzdem sind die seitenlangen Monologe, in denen die Gefühlswelt und das ganze Leben der Frau unter die Lupe genommen werden, ein wenig störend. Auch die Handlung kommt nicht wirklich in Fahrt. Die Geschichte zieht sich über einige Monate hin und einen Höhepunkt sucht man im Roman vergebens. Das Buch rettet sich durch seine Komik und die ulkigen Charaktere. Die Dorfbewohner sind ziemlich überspitzt dargestellt und allesamt etwas verschroben.

Ein Titel unter vielen

"Sex and the Dorf" ist auf keinen Fall ein schlechtes Buch! Wer seichte Frauenkomik mag, der wird sicher seine Freude an der Lektüre haben. Trotzdem unterscheidet sich der Roman nicht wirklich von anderen Titeln seiner Gattung. Nach dem Motto: Kennst du einen, kennst du sie alle!

 

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