BÜCHERBÖRSE

Buchrezension "Die goldenen Jahre"

Buchcover und der Autor Ali Eskandarian (c) Berlin Verlag
Buchcover und der Autor Ali Eskandarian

Anfang November wurde der Roman "Die goldenen Jahre" von Ali Eskandarian im Berlin Verlag veröffentlicht. Es ist das autobiografische Andenken eines Künstlers, der 2013 durch einen Amoklauf aus dem Leben gerissen wurde. Kurz vorher konnte er dieses Buch fertigstellen.

Das Leben eines Künstlers?
Der Protagonist Ali lebt scheinbar das Leben eines wahren Künstlers. Er bewohnt zusammen mit einigen Bekannten und Freunden ein heruntergekommenes Loft. Sie teilen sich die Betten, Frauen und Drogen, machen Musik und philosophieren über die Zukunft, die Liebe und das gemeinsame Leben als Migranten in New York. Ali kam schon als Kind in die USA, hatte seine Höhen und Tiefen und ist auf der ständigen Suche nach Glück und einem ihm unbekannten Ziel. Sein Antrieb: Der Hunger, die Hoffnung auf etwas Besseres und seine Kunst.

Ein Migrant, der sich verliert
Die Thematik ist berührend: Ein wilder, in sich zerrissener Mann, der sich als Migrant in einer pulsierenden Großstadt zurechtfinden muss und sich dabei zu verlieren scheint. Der Leser befindet sich sehr nah am Protagonisten und kann nachfühlen, wie dieser sich selbst als Fremdkörper in einem Land wahrnimmt, in dem er nach all den Jahren niemals richtig angekommen zu sein scheint. Momentan ist Ali auf der Suche nach etwas, das ihn glücklich macht und seine Seele heilt. Denn zufrieden mit seiner Situation ist er nicht. Trotz der vielen Menschen in seinem Leben, seien es die Mitbewohner, mit denen er täglich Drogen nimmt oder die zahlreichen Liebschaften, bei denen er doch nichts außer der Körperlichkeit empfindet, fühlt sich Ali allein. Sein Trost bleiben die Musik, Drogen und der Alkohol.

Wild und poetisch
Der Autor Ali Eskandarian wählt seine Worte wild und poetisch zugleich, schreibt sich alles von der Seele und legt Emotionen in seinen Roman. An manchen Stellen erschreckt sich der Leser regelrecht vor dem Text den er liest und spürt dadurch die unmittelbare Nähe zum Geschehen und zum Verfasser, der seine eigenen Erfahrungen mit einbringt und in die Geschichte verwebt.

Einige werden es lieben
Sicher ist das Buch nicht für jeden etwas, da es sehr speziell und einzigartig ist. Einige Leute werden den Roman jedoch mit großer Sicherheit lieben. Gerade aktuell berührt die Thematik und regt zum Nachdenken an. 

 

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