BÜCHERBÖRSE

Buchrezension: "Das Apfelblütenfest"

Bestechendes Cover: "Das Apfelblütenfest" (c) Pendo Verlag
Bestechendes Cover: "Das Apfelblütenfest"

Seit Anfang März ist der Roman "Das Apfelblütenfest" (erschienen im Pendo Verlag) von Carsten Sebastian Henn im Handel erhältlich. Eine scheinbar klassische Liebesgeschichte, die sich jedoch als tiefgründig und individuell entwickelt. Eine perfekte Lektüre für entspannte Lese-Nachmittage.

Eine etwas andere Stellenanzeige

Jules ganzes Leben dreht sich um die Apfelplantage seiner Familie, die er nun nach dem Tod seines Vaters mehr oder weniger erfolgreich betreiben muss. Beim jährlichen Apfelblütenfest im Frühjahr kann der junge Mann jedoch nicht ausgelassen feiern wie seine Mitarbeiter und Freunde. Zu viele Sorgen schwirren in seinem Kopf herum. Die Geschäfte laufen schlecht, sein Bein bereitet ihm plötzlich starke Schmerzen und auch die richtige Partnerin scheint noch auf sich warten zu lassen. Doch plötzlich steht Lilou, eine fröhliche und ausgelassene Frau vor ihm. Sie möchte sich für eine Stelle als Haushälterin bewerben, die Jules ausgeschrieben hatte. Allerdings war das schon vor vielen Jahren, als er neun Jahre alt war und in seiner Verzweiflung eine Botschaft in einen Apfelbaum geritzt hat. Doch er beschließt Lilou und auch der Liebe eine Chance zu geben.

Aufgeweckter Freigeist trifft auf trübe Tasse? Nicht wirklich!

Eine lebensfrohe Frau begegnet einem introvertierten, eigensinnigen Mann und schenkt ihm wieder Freude im Leben. Mit solch einer Liebesgeschichte hat der Autor das Rad natürlich nicht wirklich neu erfunden. Ehrlich gesagt erscheint das Buch auf den ersten 100 Seiten nicht gerade innovativ und man neigt dazu, das Ende schon vorauszusehen. Doch glücklicherweise bleibt es nicht bei diesem Eindruck. Denn zwischen Jules und Lilou entwickelt sich keine klischeehafte Beziehung. Beide müssen mit ihren eigenen individuellen Rückschlägen klarkommen und unter Beweis stellen, wie sie in scheinbar ausweglosen Situationen handeln. Was also zuerst wie eine weitere Liebesgeschichte unter vielen erscheint, entwickelt sich zu einer sehr eigenen und besonderen Lektüre.

Der Duft von Äpfeln und das Rauschen des Meeres

Malerische Landschaften, der Duft von Äpfeln und das Rauschen des Meeres. Henn weiß, wie man den Leser in die Welt des Buches eintauchen lässt. Setting der Geschichte von Jules und Lilou ist eine hübsche Stadt in der Normandie. Die Menschen, die Lebenslust und die Mentalität des Küstenorts werden glaubwürdig und einmalig vermittelt. Der Leser hat das Gefühl, hautnah dabei zu sein, in den Wellen des Meeres schwimmen zu können und die köstlichen Äpfel von Jules Plantage zu kosten. Kein Wunder also, dass das Buch Lust auf Apfelsaft und Co. macht.

Keine Klischeekost!

Carsten Sebastian Henns Roman ist ein echter Geheimtipp, der einfach wunderbar in die Jahreszeit passt. Schon das Cover vermittelt einen Hauch von Frühling und Leichtigkeit. Trotzdem ist der Inhalt alles andere als gängige Klischeekost, sondern individuell und bestechend. Wer auf Bücher mit starkem Inhalt und kreativem Plot steht, der darf gernezugreifen!

 

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