BÜCHERBÖRSE

Das unsinkbare Schiff

die letzte Nacht der TitanicWir schreiben das Jahr 2012 und damit jährt sich zum 100sten Mal eines der schlimmsten Ereignisse der Menschheitsgeschichte. Der Untergang der Titanic am 14. April 1912 kostete mehreren hundert Menschen das Leben. Viele dieser Menschen hätten nicht sterben müssen, wenn genug Rettungsboote vorhanden gewesen oder die Eiswarnungen ernster genommen worden wären.

Der Untergang des Schiffs, das als unsinkbar galt, hat die Welt maßgebend verändert. Nie wieder nach diesem Unglück waren weniger Rettungsboote an Bord als Passagiere. Der Blickwinkel der Technik änderte sich, nie wieder wurde etwas als unzerstörbar oder unsinkbar bezeichnet, man lernte, dass bei jeder Technik etwas schief gehen kann. 

Aufgrund des Jubiläums legt der Fischer Verlag das Buch „Die letzte Nacht der Titanic“ wieder auf. Das Buch von Walter Lord diente als Grundlage für James Camerons Film Titanic. Der Sachbuch-Autor orientierte sich in seinem Buch über die Titanic an Zeugenaussagen. Über 60 Überlebende haben ihm ihre ganz persönliche Geschichte erzählt.

Auf packende und vor allem dramatische Weise verbindet der Autor die Geschichten der Augenzeugen zu einer Geschichte über die letzte Nacht der Titanic. Er erzählt die Geschichte immer aus dem Blickwinkel der jeweiligen Person und schildert was sie in den unterschiedlichsten Momenten in dieser für die Passagiere schier endlosen Nacht gedacht oder getan hat.

Der interessante Punkt für mich an diesem Buch ist die Tatsache, wie sich Menschen an etwas festhalten können, auch wenn es sich dabei nur um Worte handelt. Denn es ist nicht nur schlimm, dass nicht genug Rettungsboote vorhanden waren, sondern dass die Passagiere es anfangs nicht für nötig hielten von Bord zu gehen, weil die Titanic doch unsinkbar sei. Die Passagiere weigerten sich sogar regelrecht von Bord zu gehen, dies führte dann dazu, dass die wenigen vorhandenen Rettungsboote nicht voll besetzt waren.

Ergreifend sind die Schicksale der Menschen, die der Autor so beschreibt, dass kein Auge trocken bleibt. Jeder kennt die Seeordnung Frauen und Kinder zuerst, doch manche Frauen wollten ihre Männer nicht verlassen. So auch die reiche Mrs. Strauß, denn es wird berichtet, dass sie mehrere Male in ein Boot einsteigen wollte, bis sie sich endgültig dazu entschloss zu bleiben. Ihr Mann wollte natürlich, dass sie geht, doch sie erklärte nur, dass sie immer bei ihrem Mann geblieben ist und warum sollte sie ihn daher jetzt verlassen. Der Bootsmann erklärte den beiden, dass es aufgrund ihres Alters sicher kein Problem wäre, wenn beide in das Boot einsteigen würden. Doch Mr. Strauß erklärte dem Mann, dass er nicht eher gehen würde als die anderen Männer. Damit war die Entscheidung endgültig gefallen und führte schließlich dazu, dass die beiden mit der Titanic in die Tiefe gerissen wurden.

In diesem Buch lassen sich sowohl Helden- als auch Schurkengeschichten finden und alle berühren den Leser auf eine einzigartige Weise. Dieses Buch zeigt, warum der Untergang der Titanic nicht vergessen werden darf. Denn so ehren wir das Andenken derjenigen, die ihr Leben gelassen haben. Ein absolut lesenswertes Buch.

Isabella Schranz

Isabella Schranz | Ressortleiterin Technik, Games & Gadgets

isabella.schranz (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

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