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EIN AMI ERKLÄRT SEIN LAND. BILD: BASTEI LUBBE VERLAG
EIN AMI ERKLÄRT SEIN LAND.

Warum der Rest von Amerika den Nordosten hasst, typisch amerikanisches Brot eine Plage ist und Amerika tatsächlich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist, erklärt der Hawaiianer Eric T. Hansen in seinem zweiten Buch „Planet America“.

„Die patriotische Pflicht zu spinnen“

Autor Eric Hansen nimmt uns mit auf eine Reise, die klären soll, warum denn die Amis in mancher Hinsicht so anders sind wie die Europäer. Dabei macht er auch vor unvorstellbaren Kuriositäten nicht halt. Dass Amerika ein Land ist, in dem die Menschen stets versuchen, mit einer neuen Albernheit groß raus zu kommen und reich zu werden, zeigt er anhand von anschaulichen Beispielen.

Da ist zum Beispiel John Brinkley, der als falscher Arzt Männern Ziegenhoden als Heilmittel gegen Impotenz verkauft und damit steinreich wurde. Oder Annie Taylor, die sich mit einem Holzfass die Niagarafälle hinunterstürzt und daher am „Cemetery of Daredevils“ begraben wurde.

Armut im reichsten Land der Welt

Die amerikanische Mentalität ist Hansen zufolge geprägt von einer tiefen Faszination für den Kapitalismus. Ohne das unmoralische Glücksspiel wäre die USA als solche wohl kaum gegründet worden, denn mittlerweile hofft jeder Ami darauf, mit etwas Glück das große Geld zu machen. Der Autor ist außerdem der Meinung, dass Amerikaner ohne Risiko, Schnelligkeit und dem Traum vom Geld nicht leben könnten. Nicht umsonst ist mitten in der Wüste ein Freiluftcasino entstanden, in dem jeder am Spieltisch das große Glück zu finden versucht.

Auf der anderen Seite kämpft die USA mit einer erschreckend hohen Armutsrate. Hansen nennt sie eine weit verbreitete amerikanische Erfahrung, die 40% aller Einwohner irgendwann im Leben zumindest eine Zeit lang durchlaufen, so auch prominente Beispiele wie etwa Jim Carrey, Sylvester Stallone und Ella Fitzgerald. Zudem erklärt er, warum die Mittelklasse stets befürchtet, auch bald in die Armut abzugleiten, während ein Hedgefonds-Manager allein anhand seiner jährlichen Ausgaben bis zu 25 Familieneinkommen sichern kann.

Einblicke in eine andere Welt

Als Amerikaner hat Eric Hansen die besten Voraussetzungen dafür, ein Buch über sein eigenes Land zu schreiben. Er bespricht darin Dinge wie die Todesstrafe und das Waffengesetz, den Krieg gegen die Indianer und die Sklaverei, die fehlende Krankenversicherung sowie die weit verbreitete Armut, aber auch typisch Amerikanisches wie Sandwiches, Glücksspiel und natürlich den Kapitalismus.

Sehr kurzweilig und mit viel Witz und auch Eigenkritik erzählt er vom Land der „unbegrenzten Merkwürdigkeiten“.

Fazit: Lehrreich, spannend und sehr empfehlenswert!

Planet America – Ein Ami erklärt sein Land
Eric T.Hansen
Bastei Lübbe Verlag
10,30 Euro

Stefanie Jennel

Stefanie Jennel | Redakteurin

stefanie.jennel (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: September 2011

 

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