BÜCHERBÖRSE

Eventtipp: Im Dunkeln

Über die Straße gehen, ein Getränk einschenken, etwas mit Besteck essen, um einen Tisch herumgehen sind für uns völlig normale, alltägliche Situationen, die uns keinerlei Schwierigkeiten bereiten. Doch gerade diese einfachen Dinge, bereiten sehbehinderte und blinde Menschen eine große Herausforderung. 

Zu erleben, wie man sich in völliger Dunkelheit bewegt, geht, spricht, isst, trinkt und Alltagssituationen bewältigt. Dies alles bietet euch die Ausstellung Dialog im Dunkeln mit den Programmpunkten „Führung hinters Licht“ und „Dinner im Dunkeln“.

 

Konzert im Dunkeln
Wie man im Dunkeln ein Konzert erlebt und die Musik wahrnimmt, ohne die Band oder die aufwendige Lichtershow zu sehen, könnt ihr am Dienstag, dem 15. November herausfinden: Als Auftakt des Festivals Herbstklang 2011 tritt die Band SoundDiary im völliger Dunkelheit auf.

SoundDiary

Die 5-köpfige Band SoundDiary aus Oberösterreich (4) und Niederösterreich (1) hat sich in Wien zusammengefunden, um die Hörer mit progressiven Pop/Rock Klängen zu erfreuen. Die Band besteht aus Lukas (Gitarre und Gesang), Hannes (Gitarre, Gesang), Raffael (Bass), Stefan (Keys) und Clemens (Drums). Musikalisch beeinflusst sind sie durch bekannte Bands wie Radiohead, Pink Floyd, Dream Theater, Sigor Ros uvm. . Gesehen habt ihr die Band evtl. schon mal auf dem Bock Ma‘s, Groove Cocktail oder Openworld Festival. Ihr Debütalbum „Inverse“ erschien März 2010. Ein kleiner Vorgeschmack auf das Konzert bekommt ihr hier: www.myspace.com/sounddiary

Kurzinterview mit Lukas über das Konzert:


UNIMAG: Was ist eure Motivation ein Konzert im Dunkeln zu geben?
Lukas: Wir wurden von dem Kulturverein 5 Seasons angefragt, bei dem Projekt mitzumachen. Wir haben zugesagt, weil wir es super finden, den sozialen und guten Gedanken der sich bei Dialog im Dunkeln verbirgt zu unterstützen. Weiters ist es auch für uns eine musikalische Herausforderung der besonderen Art. Die komplette Finsterkeit ist ein Anreiz, denn dadurch lernen wir, aufeinander zu hören, und zu kommunizieren.

UNIMAG: Was erwartet uns denn beim Konzert? Ist es wirklich völlig dunkel?

Lukas: Ja, es ist absolut völlig dunkel. Und es erwartet euch ein zirka eineinhalbstündiges Programm, in dem wir unsere Songs spielen, jammen, improvisieren und es werden auch Gedichte vorgetragen, die wir musikalisch untermalen werden.

Gitarre mit Markierung c Lukas Staudinger 

 

UNIMAG: Habt ihr euch denn speziell für dieses Konzert vorbereitet?

Lukas: Ja, das haben wir. Seit 1,5 Monaten proben wir nun in einem dunklen Proberaum. Und wir haben auf der Hinterseite des Griffbretts der Gitarren Markierungen geklebt, um uns besser orientieren zu können. Und um völlige Dunkelheit im Konzertraum gewährleisten zu können, müssen wir auch alle reflektierenden Teile der Instrumente abkleben.

 

UNIMAG: Dialog im Dunkeln bietet ja den Programmpunkt „Führung hinters Licht“ an, bei der man in völliger Dunkelheit eine Stunde lang unter Führung von einem sehbeeinträchtigten oder blinden Menschen Alltagssituationen meistert. Würde dich das auch interessieren?

Lukas: Ich habe die „Führung hinters Licht“ bereits gemacht und ich kann sagen, dass ich es interessant gefunden habe. Am Anfang ist es schwierig in völliger Dunkelheit zu sein, weil man ängstlich ist, und es irgendwie komisch ist. Es wird jedoch zu einer tollen Erfahrung, weil man der Person, die einen führt, zu vertrauen lernt. Dann kann man das richtig genießen und frei erleben.

 

Information:

Sounddiary im Dunkeln
VVK: 10 Euro (Studenten), 12 Euro (Normal), AK: 12 Euro (Studenten), 14 Euro (Normal)
Ort: Schottenstift, Freyung 6, 1010 Wien
www.imdunkeln.at, www.myspace.com/sounddiary

Isolde Walcher

Isolde Walcher | Redakteurin

isolde.walcher (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook