BÜCHERBÖRSE

Take a Walk on the Wild Side

Körperkult - Tattoos (c) Elisabeth Voglsam
Körperkult - Tattoos

Am ersten Aprilwochenende hielt die Wildstyle & Tattoo Messe wieder Einzug im Gasometer Wien. Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr wurde die Location heuer bereits zum zweiten Mal von namhaften Showacts, Standlern, Tätowierern und Piercern im Rahmen der tourenden Veranstaltung heimgesucht. Zu den Teilnehmern zählten unter anderem Szene-Fotograf Clayton Patterson, das Tattoostudio des "Badboy der Nation" aka. Sido "Ich & meine Katze" und die Mädels und Jungs der "Tattoo Models Austria", sowie bekannte Mode- und Schmucklabels wie Hell Bunny, Iron Fist und Brutal Knack.

Verzierte Haut konnte nicht nur auf der Showbühne und auf den Tischen der Verzierungskünstler bestaunt werden - auch im Gedränge der Massen blitzten immer wieder einige der Kunstwerke auf. Etwas wurde dabei besonders klar: Tätowierungen sind mittlerweile im Reich der Massenwaren angekommen und haben nur noch wenig mit der "Wild Side" - wo auch immer sich diese befinden mag - zu tun.

Die Verkaufsveranstaltung, die sich selbst gerne als "internationales Festival der Toleranz" betitelt, lockte auch heuer wieder insbesondere mit internationalen Stargästen: Die mexikanische Vampirlady und meist tätowierte Frau der Welt und der Guinessbuch-Rekordhalter als meist tätowierter Mann Lucky Diamond Rich waren mit von der Partie. Der wohl größte Hype wurde jedoch um Everybody's Darling Rico, the Zombie Boy veranstaltet, der zweifelsohne zu den berühmtesten Hautbildträgern der heutigen Zeit gehört und dessen Meet and Greet am Samstag wegen des zu großen Andrangs abgebrochen werden musste. In dem Gedränge stehend, nach Atem ringend, das Gesäß der Person vor einem in den Bauch gedrückt und die Angst vor dem Ellenbogen des Nachbarn allgegenwärtig wurde einem nur allzu schnell bewusst, dass mit "Take a Walk on the Wild Side" die Autogrammjagd gemeint sein musste.

Trotz der großen Auswahl an Tattoostudios, die an der Messe teilgenommen haben, bilden solche Veranstaltungen nur ein kleines Bild der Szene ab und dienen mehr als Spektakel und weniger als Plattform zur Meinungsbildung. Personen die vor der Aufgabe stehen, einen Tätowierer zu finden, der ihren individuellen Vorstellungen entspricht, sind also gut beraten, sich auch abseits von massenpublikumstauglichen Veranstaltungen nach einem passenden Tätowierer umzusehen. 

Alena Brunner

Bachelor in Kultur- und Sozialanthropologie und derzeit im Masterstudium CREOLE- bedeuted Cultural Differences and Transnational Processes. Und ständig auf der Suche nach der Frage: "Was fang ich eigentlich mit meinem Leben an  UND muss ich damit irgendwas anfangen können?"

Eine von vielen Fragen die auch in ihren Blog passen: http://g1rlw1ththecrown.blogspot.co.at/

und ihr Youtube-Channel: http://www.youtube.com/user/preciouspreclusion is auch nicht arg scheiße

 

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