BÜCHERBÖRSE

Kaufst du schon oder recycelst du noch?

Der neue Trend: Moderecycling für Gutscheine Bild: (c) Birgit Mühl
Der neue Trend: Moderecycling für Gutscheine

Nachhaltigkeit ist ein beliebtes Thema bei den Modeunternehmen unserer Zeit. Unternehmen wie H&M, Intimissimi und Jack & Jones setzen auf Recycling, um zu zeigen, wie nachhaltig sie sind. Direkt in den Shops kann man gebrauchte, nicht mehr erwünschte Kleidung abgeben und bekommt im Gegenzug einen Gutschein, der beim nächsten Einkauf eingelöst werden kann.

Sammeln für die SOEX Group

Hinter dieser Altkleidersammlung für Gutscheine steckt das Unternehmen I:Collect AG als Teil der SOEX Group. Mit fast 3.000 Mitarbeitern weltweit verwertet die Unternehmensgruppe derzeit täglich ca. 500 Tonnen Gebrauchtware in 74 Ländern. Derzeit gelingt es 30 % der zurückgegebenen Textilien zu recyceln. Es entstehen unter anderem Dämmstoffe für die Bauindustrie, Füllmaterialien, Stofftiere oder Taschen.

Ressourcen schonen

Dass durch Recycling Ressourcen geschont werden können, spricht für die Bestrebungen von I:Collect und seinen Partnern. Um 1 kg Baumwollfaser herzustellen braucht man bis zu 10.000 Liter Wasser. Die Produktion eines T-Shirts verbraucht zwischen 10.000 und 30.000 Liter Wasser und bedeutet einen zusätzlichen CO2 -Ausstoß von 3,6 kg. Im Recyclingprozess fallen nur 5 bis 10 Prozent dieser Mengen an.

Die Ausgabe von Gutscheinen, die zum Kauf von neuer Ware anregen, ist dabei aber nur bedingt nützlich. Die Kunden werden animiert, Altkleider zu recyceln, gleichzeitig kaufen sie aber neue Ware, die wieder Rohstoffe verbraucht hat. Der Profitgedanke der Modeunternehmen steht wahrscheinlich vor dem Nachhaltigkeitsgedanken an erster Stelle.

350 Euro für eine Tonne Altkleidung

Im Wiederverkauf bekommt man für eine Tonne Altkleidung 350 Euro. Was dem Modegeschäft seiner Wahl für einen Gutschein geschenkt wird, kann dieses mit Profit weiterverkaufen und verdient noch zusätzlich am neuen Produkt, dass mit dem Gutschein gekauft wird.

Rechenbeispiel Intimissimi

Für einen zurückgebrachten BH bekommt man 3 Euro. Beim Einlösen der Gutscheine, darf man mehrere gleichzeitig einlösen, der abgezogene Betrag darf dabei aber nicht mehr als 20 % des gesamten Betrags ausmachen. Die Gutscheine gelten auch nicht auf reduzierte Ware. Angenommen der neue BH, den ich kaufen möchte, kostet 29,90 Euro, davon 20 % sind 5,98 Euro. Das heißt ich darf maximal Gutscheine im Wert von 5 Euro einlösen, weil 6 Euro schon über 20 % wären.

Birgit Mühl

Birgit Mühl | Ressortleiterin Feuilleton

studiert Vergleichende Literaturwissenschaft und Publizistik- und Kommunikationswissenschaft

ist heillose Optimistin

liebt Beistriche und hasst den Ausdruck "Grammar-Nazi"

birgit.muehl (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

Ähnliche Artikel

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook