BÜCHERBÖRSE

Der Gaming-Herbst mit EA Sports

FIFA 16 ist auch heuer wieder ein Bestseller am Gaming-Markt. (c) EA Sports
FIFA 16 ist auch heuer wieder ein Bestseller am Gaming-Markt.

Langsam aber sicher wird es draußen wieder ungemütlich, nach Sport-Wetter schreien Minusgrade nur für die Wintersportler unter uns. Das hält die Gaming-Fans aber noch lange nicht davon ab, auf der Konsole oder am PC weiterhin mit Fußball und Co. Vollgas zu geben. Daher haben wir die drei beliebtesten Sport-Games von EA Sports genauer unter die Lupe genommen.

Madden NFL 16

Football ist nicht nur ein Aufeinanderhinhauen, das ist nicht zuletzt dank der vorbildlichen TV-Berichterstattung von PULS4 auch in Österreich schon vielen Sportfans klar geworden. In Amerika genießt die taktisch hochkomplexe Ball-Tragerei ohnehin eine absolute Sonderstellung, entsprechend enthusiastisch wird dort auch jedes Jahr die Madden-Reihe aufgenommen. Wie wenig international die Sportart trotz langsam steigender europäischer Euphorie weiterhin ist, zeigt, dass es auch Madden NFL 16 nur in englischer Sprache zu spielen gibt. Zwar gibt es ein digitales deutsches Handbuch, im Game selbst muss man sich aber ausschließlich mit Englisch zufrieden geben. Kompensiert wird das aber dadurch, dass schon im Tutorial Fachausdrücke und Spielerpositionen erklärt werden, was das Spiel auch für Football-Neulinge nicht ganz uninteressant macht.

Auch langjährige Fans der Simulations-Reihe sollten die Einführung nicht ganz weglassen, schließlich gibt es im Gameplay wesentliche Veränderungen. Detailliertere und bessere Reaktionsmöglichkeiten gibt es sowohl beim Angriff - bei Wurf und Catch - als auch bei der Defense, wo man die Art des Tacklings an die Situation anpassen kann. Den größten Bonus gegenüber der Vorjahres-Ausgabe liefert der Draft Modus, bei dem man in Windeseile ein neues Team zusammenstellt, mit dem man dann wahlweise off- oder online ein Mini-Turnier spielen kann. Dass auf die Madden-Reihe Verlass ist, bestätigt sich auch in diesem Jahr. Konkurrenzlos im wahrsten Sinne des Wortes ist die Reihe sowieso, aufgrund der Verbesserungen im Detail ist es aber auch mehr als nur ein Daten-Update geworden.

NHL 16

Während die Football-Reihe von EA Sports eigentlich jedes Jahr gute Kritiken einheimst, wurde NHL 16, die Eishockey-Simulation, im vergangenen Jahr von Kritikern ziemlich zerrissen. Vor allem der Mangel an Verbesserungen wurde bemängelt, hier merkte man die Übergangsphase zwischen alter und neuer Konsolengeneration sehr deutlich. Auf den ersten Blick positiv: In Sachen Spielmodi gibt es wieder den gewohnten NHL-Umfang. So sind nicht nur wieder deutlich mehr Möglichkeiten vorhanden, auch an den verschiedenen Modi selbst wurde wieder aufgestockt. So kommt etwa der Be a Pro-Modus wieder um einiges kompetenter daher.

In Sachen Gameplay gefällt vor allem die Möglichkeit, sich live am Eis Tipps anzeigen zu lassen, wie man gerade reagieren soll. So bekommt man mit Symbolen Hinweise, welche Aktion - Trick, Schuss, Abspiel, etc. - gerade sinnvoll wäre. Das erleichtert den bei der NHL-Reihe nicht immer ganz einfachen Einstieg ungemein. Für die Spieler, die die Reihe bereits länger begleiten, sind vor allem Verbesserungen im Detail erkennbar. Dank verbessertem Skating, einer klügeren KI und einer Überarbeitung der zuvor übermächtigen Tackles ist es zu verkraften, dass ganz große Änderungen ausbleiben. Alles in allem hat NHL 16 immer noch Potenzial nach oben, der Ausrutscher vom letzten Jahr ist aber wieder wettgemacht.

FIFA 16

Keine Mannschaftssportart erfreut sich in Mitteleuropa so großer Beliebtheit wie der Fußball, keine Sportsimulation ist so beliebt wie die FIFA-Reihe. Während der gleichnamige Weltverband immer tiefer in die Krise rutscht, grätscht EA Sports seinem härtesten Gegner, der PES-Reihe nämlich, fast jedes Jahr souverän den Ball ab. In dieser Saison wird dieses Duell wesentlich enger, was aber vor allem an Verbesserungen beim Konami-Produkt liegt. FIFA selbst hat an seinen bereits etablierten Stärken weiter geschraubt, baut auf das gigantische Lizenzen-Paket und kleine Erneuerungen im Gameplay. So ist das lässige Durchdribbeln nun nicht mehr ganz so easy, auch die Spielgeschwindigkeit wurde reduziert, womit Tore etwas schwieriger zu erzielen sind.

Insgesamt trägt das dazu bei, dass FIFA 16 dem eigentlichen Sport so nahe kommt wie noch kein Eintrag der Reihe, wenngleich Details immer noch zu ärgern vermögen. Für die erstmalige Integration von Frauen-Teams hat EA Sports ohnehin schon im Vorfeld zurecht viel Lob eingeheimst. An manchen Stellen hapert es dennoch noch: So sind die Spielergesichter bei PES insgesamt besser gelöst, die Schiedsrichter scheinen von ihrem Hobby Kartenspielen manchmal gar nicht loslassen zu können und im Karriere-Modus wurden einige Schwachstellen nicht genügend überarbeitet. Unterm Strich kommen Fußball-Fans zwar voll auf ihre Kosten, es lohnt sich aber den PES-Konkurrenten anzuspielen. Die beiden Spiele sind derart unterschiedlich, dass man selbst entdecken muss, was einem besser gefällt.

Michael Leitner

Michael Leitner | Redakteur & Community-Betreuer Gewinnspiele

michael.leitner (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Oktober 2011

 

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