BÜCHERBÖRSE

Mirror's Edge feiert Comeback

Auch im neuen Mirror's Edge dreht sich alles um das Thema Parcours. (c) EA Games
Auch im neuen Mirror's Edge dreht sich alles um das Thema Parcours.

Unglaublich, aber wahr: Es ist bereits fast 10 Jahre her, als EA Games den Parcours-Trend in ein Kult-Computerspiel verwandelt hat. 2008 sorgte Mirror's Edge mit schwindelerregend schnellen Läufen, Sprüngen und Kampfszenen in einer dezent futuristischen Welt für Furore. Das Spielerlebnis war an Dynamik und Geschwindigkeit seinerzeit einzigartig, seither haben immer verschiedenste Entwickler Elemente des Kultspiels einfließen lassen. Um den Hype wieder neu aufleben zu lassen hat EA nun einen Reboot gestartet, "Mirror's Edge Catalyst" soll dem Hit einen neuen, zeitgemäßen Anstrich verleihen.

Zumindest auf den ersten Blick gelingt das auch absolut. Entsprechende Grafikeinstellungen vorausgesetzt sieht das Spiel natürlich etwas besser aus als noch in der letzten Dekade. Vom Grafikstil her hat man sich allerdings nicht verändert, muss man aber auch nicht. Die zurückgenommene, eckige Landschaft, die vor allem auf die Farbe Weiss setzt, ist nach wie vor sehr stimmig. Auch das Spielgefühl erinnert stark an das Original, nun ist aber ein Open World-System dazugekommen. Wirklich etwas Originelles anzufangen wissen die Entwickler dabei aber scheinbar nicht, die Möglichkeiten erinnern an andere Titel.

Kämpfe sind schwach gemacht

Dass ein Mirror's Edge-Teil vor allem durch die Parcours-Elemente aufzeigt, ist klar, dennoch fühlen sich die Kämpfe etwas gar öde an. Unsere Gegner scheinen die Intelligenz eines Brotlaibs zu haben, der artig auf sein Ende wartet. Ein bisschen Ausweichen reicht bereits, um unsere Kontrahenten ins Leere laufen zu lassen, mit ein wenig Geduld ist daher praktisch kein Kampf eine echte Herausforderung. So erreichen diese Fights auch nicht jene Dynamik, die das Spiel ja erst erlebenswert machen. Hier erinnert Mirror's Edge ein wenig an Filme, die es nicht vermögen eine Geschichte ohne Bösewicht zu erzählen.

Aber seis drum, das Erkunden der offenen Welt macht dennoch Spaß. Zahlreiche Nebenmissionen dürfen hier natürlich nicht fehlen, wenngleich viele vom Ablauf her an die Hauptstory erinnern. Das spannendste Element sind zweifelsohne die Wettläufe, die wir uns mit anderen Parcourskünstlern liefern können. Hier kommen die verschiedenen Bewegungselemente so richtig zur Geltung, außerdem können wir den Weg ins Ziel ganz frei wählen. Das verlangt einen kreativen Zugang und eine intensive Auseinandersetzung mit unseren Fähigkeiten und der Umgebung. Unterm Strich punktet auch Catalyst mit dem einzigartigen Mirror's Edge-Spielgefühl, das in seiner Präzision seinesgleichen sucht. Zwar hakt es beim ein oder anderen Detail, das Spiel verdient aber eine klare Empfehlung.

Michael Leitner

Michael Leitner | Redakteur & Community-Betreuer Gewinnspiele

michael.leitner (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Oktober 2011

Mehr in dieser Kategorie: « Gaumenfreuden für die Sims
 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook