BÜCHERBÖRSE

Anno 2070 – Die Zukunft lässt grüßen

Arche und eveSeit 17. November 2011 ist die neueste Version der beliebten Simulationsspiel-Reihe Anno auf dem Markt. Im Gegensatz zu den Vorgängern vollzieht Ubisoft bei dieser Version einen Bruch. Bisher war die jeweilige Anno-Spielewelt in der Vergangenheit angesiedelt, doch an der Jahreszahl lässt sich erkennen, dass der Spieleentwickler einen Sprung in die Zukunft der Menschheit gemacht hat.

 Fraktionen

Die Erde hatte mit vielen Umweltkatastrophen zu kämpfen, die in der Vergangenheit durch das Handeln der Menschen herbeigeführt wurden. Aus dieser Entwicklung heraus sind auf der Welt zwei Fraktionen entstanden, die Tycoons und die Ecos. Am Namen lässt sich schon erkennen wer für welche Ausrichtung steht.

Die Tycoons stehen für Profitgier und schnelles Wachstum, dies lässt sich an den Gütern für diese Fraktion sowie ihren Gebäuden erkennen. Diese Fraktion ist nicht an einer verbesserten Energieerzeugung zum Nutzen der Umwelt interessiert, daher setzen sie auch auf Atomkraft.

Die Ecos hingegen sind an einer nachhaltigen Entwicklung interessiert und erreichen dies durch die Nutzung von erneuerbaren Energien wie Windkraft. Diese Fraktion schafft auch Bioprodukte, diese werden auf nachhaltige Weise gewonnen und dienen dazu den Lebensstandard der Teilnehmer zu erhöhen. Welche Fraktion man wählt, entscheidet man selbst.

Egal wie man sich entscheidet, es eröffnet sich für den Spieler eine einzigartige Spielewelt, denn die beiden Fraktionen sind nicht gleich und entwickeln sich unterschiedlich. Zu Beginn wäre es ratsam beide Fraktionen einmal anzuspielen um ermitteln zu können, welche der beiden Parteien einem mehr liegt und besser zu einem passt.

Eine in gewisser Weise unabhängige Fraktion sind die Techs, dabei handelt es sich um Forscher, die man im Laufe eines Spiels ebenso auf der eigenen Insel ansiedeln kann. Mit dieser Fraktion wird es möglich bessere Technologien zu erforschen und die Kolonialisierung der Unterwasserwelt umzusetzen.

Kampagnen, Einzelszenarien, Endlosspiele
Wie jede Vorgänger-Version verfügt auch diese Anno-Generation über die drei Spielvarianten. Es wird empfohlen um den Umgang mit dem Spiel zu lernen, die Kampagnen, die sich in Missionen aufgliedern zu spielen. Im Laufe dieser Kampagnen spielt man beide Fraktionen um diese besser kennenzulernen.

Neben den Kampagnen gibt es Einzelszenarien, in diesen müssen bestimmte Ziele erreicht werden, damit man eine Partie gewinnen kann. Bis man das gewünschte Ziel erreicht ähnelt das Einzelszenario von der Dauer einem Endlosspiel. Einzelszenarien können auch im Mehrspielermodus gespielt werden, dabei spielt man entweder auf kooperative Weise miteinander oder gegeneinander.
Das Endlosspiel geht wie der Name schon sagt endlos. Dieses Spiel kann man mit drei verschiedenen Leveln spielen. Je nachdem für welchen Schwierigkeitsgrad man sich entscheidet, ändert sich auch die Größe der Inselwelt auf der man spielt. In einem einfachen Spiel sind 17 bis 20 Inseln zu finden, in einem mittleren 21 bis 26 und in einem schwierigen 27-32. Daraus lässt sich folgern, desto größer die Inselwelt, desto schwieriger der Spielmodus. Die Endlosspiele besitzen vordefinierte Spieleinstellungen, die sich einfach verändern lassen.

Überblick behalten
Soviel zur Story rund um das Spiel selbst und den Möglichkeiten für verschiedene Spiele, das Hauptinteresse gilt doch mehr dem Spielen. Im ersten Moment fühlt man sich von der Informationsflut erschlagen. Denn es gibt hunderte von Symbolen und Kästchen, die eigentlich dazu da sind dem Spieler einen Überblick zu geben, doch man muss erst einmal herausfinden wofür die einzelnen Symbole stehen bevor man sich diese zu Nutzen machen kann. Den Umgang mit dem Spiel lernt man trotzdem sehr schnell, denn jedes Symbol wird ausführlich erklärt, wenn man mit der Maus drüber fährt. Selbst wenn man ein geübter Anno-Spieler ist, der bereits die Vorgänger-Versionen mit Leidenschaft gespielt hat, ergeben sich leichte Schwierigkeiten, denn jede neue Anno-Version verfügt über neue Elemente und ist etwas anders aufgebaut, weil versucht wurde das Spiel zu verbessern.

Dem Spieler werden gute Übersichten in den jeweiligen Bereichen geboten, wie im Kontor oder dem Stadtzentrum. Im Kontor ist übersichtlich erkennbar, was sich im eigenen Kontor befindet und was ich gerade mit anderen handle, dies wurde gegenüber den Vorversionen verbessert. Am besten ist meiner Meinung nach, aber die Übersicht des Stadtzentrums, die wesentlich verbessert wurde. Diese gibt nicht nur an, wie viele Personen der jeweiligen Stufe ich besitze, sondern auch in wie vielen Häusern sie leben und vor allem wie viele Steuern die einzelnen Entwicklungsstufen zahlen. Auf diese Weise kann man seine eigene Inselbilanz gut im Blick haben um positiv wirtschaften zu können.

Die Politik im Spiel wird vom zentralen Weltrat gemacht, damit dieser Maßnahmen in die Wege leitet, die für die eigene Insel von Vorteil sind, benötigt man sogenannte Lizenzen. Die Lizenzen erwirbt man durch das Erfüllen von Aufträgen, die innerhalb eines Spiels auftauchen, aber auch dadurch, dass man mit einem anderen Mitspieler ein Abkommen schließt. Ebenso erhält man durch den Erwerb von speziellen Gütern diese Lizenzen, sowie durch den Verkauf bestimmter Gegenstände.

Die Arche
Jeder Spieler verfügt über eine Arche, diese ist eine Handelsbasis und doch etwas mehr. Die Arche ist der Startpunkt einer jeden Anno-Partie und diese verleiht dem Spiel ein komplett neues Element, das in den Vorgänger-Versionen noch nicht enthalten war. Das Gebäude befindet sich immer im Wasser und kann im Laufe des Spiels, wenn man Online ist mit diversen Elementen aufgerüstet und verbessert werden.

Mit der Arche kann man die Politikmaßnahmen in die Wege leiten. Sollten einem einmal Werkzeuge, Munition oder anderes Material ausgehen, kann man über die Arche, die jeweilige Ware nachbestellen. Die Nachbestellung kostet etwas und der Preis hängt von der Art der Ware ab. Nach der Bestellung einer dieser Waren muss man für eine erneute Nachbestellung eine gewisse Zeit warten. Auf der Arche befindet sich auch die künstliche Intelligenz E.V.E., die innerhalb des Spiels eine große Hilfe ist.

Energieversorgung
Dem Spiel wurden zwei zentrale Elemente hinzugefügt, die den Spielverlauf maßgeblich mitbeeinflussen. Die Weiterentwicklung der eigenen Insel hängt nicht mehr nur davon ab, dass man seine Bewohner mit ihren gewünschten Waren versorgt, sondern dass man auch genügend Strom erzeugt. Ob man sich jetzt für nachhaltige Energieversorgung entscheidet oder nicht, wichtig ist, dass die Insel mit Energie versorgt wird.

Die einzelnen Kraftwerke versorgen die Produktionsgebäude mit Strom. Die einzelnen Kraftwerksarten benötigen unterschiedliche Voraussetzungen, damit sie Energie erzeugen können. So benötigen Blockheizkraftwerke zum Erzeugen von Strom Einwohner in ihrem Einflussgebiet. Ebenso muss man beachten, wie man die einzelnen Kraftwerke positioniert, denn sollten sich die Einflussgebiete der einzelnen gleichartigen Kraftwerke überschneiden, kommt es zu Problemen mit der Effizienz.

energieversorung und kologische belastungÖkologische Belastung
Neben der Energieversorgung ist auch die ökologische Belastung in Form der Ökobilanz von Bedeutung. Dieser Wert gibt an, wie sehr die Insel durch Naturkatastrophen sowie durch die Wirtschaft belastet wird und wirkt sich auf die Produktion sowie die Stimmung der Bürger aus. Wobei erwähnt werden muss, dass die Tycoons weniger unter einer schlechten Ökobilanz leiden als die Ecos. Hingegen können die Tycoons im Gegensatz zu den Ecos nicht in den positiven Bereich der Bilanz kommen. Auch wenn diese über eine stabile Bilanz verfügen, kann diese nie den Wert Null überschreiten, die Ecos hingegen bekommen für eine positive Bilanz eine Zufriedenheitssteigerung der Bevölkerung und eine verbesserte Fruchtbarkeit der landwirtschaftlichen Betriebe als Boni.

Die ökologische Belastung kann durch einige Gebäude gesenkt werden. Den Wert sollte man immer im Auge behalten, wenn sich dieser verschlechtert, wird einem das von E.V.E. mitgeteilt um dementsprechend handeln zu können. Verschlechtert sich der Wert immer weiter führt dies zu Katastrophen angefangen mit saurem Boden.

Spielmodus
Das Spiel kann im Online- oder Offline-Modus gespielt werden. Auf jeden Fall benötigt man für das Spielen des Spiels einen U-Play-Account, dabei handelt es sich um einen Service, der den Spielern Zusatznutzen für ihre Ubisoft-Spiele ermöglichen soll. Befindet sich das Spiel im Online-Modus ist im Hauptmenü eine Weltstatistik zugänglich. Diese Statistik enthält die Zahlen für die weltweite Bevölkerung oder der globalen Energiegewinnung, diese Werte verändern sich, weil diese von den Spielern durch das Spielen verändert werden. Manche Elemente des Spiels funktionieren nur im Online-Modus.

Im Online-Modus sind den Spielern auch sogenannte Weltereignisse zugänglich, diese werden zu einem bestimmten Zeitpunkt veröffentlicht und bestehen aus mehreren Missionen. Diese Weltereignisse können nur für eine bestimmte Zeit gespielt werden, dann verschwinden sie und werden durch eine neues Weltereignis ersetzt. Ebenso erhält der Spieler für sein Spiel über die Online-Verbindung Aufgaben, die er erfüllen kann. Mit der Erfüllung dieser beiden Arten von Aufgaben erhält man Punkte und kann sich im internationalen Ranking der Anno-Spieler weiter nach oben befördern. Welche Position man in diesem Ranking einnimmt lässt sich im Hauptmenü erkennen, wenn eine Online-Verbindung besteht.

Mehrspielermodus
Der Spieleentwickler hat den Spielern versprochen die Probleme, die im Mehrspielermodus von Anno 1404 gegeben gewesen sind, zu korrigieren und zu verbessern. Doch viel hat sich in diesem Bereich immer noch nicht getan. Die zentralen Probleme bestehen im Aufbau von Verbindungen mit anderen Spielern, das funktioniert nicht immer und die Einstellungen müssen in vielen Fällen geändert werden. Die einzige große Veränderung in diesem Bereich ist, dass man sich trotz vieler Mühen mit anderen verbinden kann. In der Vorgänger-Version hat diese Verbindung trotz Veränderung der Ports und anderer Einstellung nicht funktioniert, so dass einige Spieler nicht in den Genuss kamen Online mit ihren Freunden zu spielen. Trotzdem sollte es in einer vernetzten Welt wie heute einfach möglich sein, sich mit anderen Spielern zu einem Spiel zu vernetzen. Probleme bei dieser Verbindung führen nur zu verärgerten Spielern.

Tipp
Zum Schluss noch ein kleiner Tipp für all diejenigen, die bereits eine Demo-Version dieses Spiels auf ihrem Computer installiert haben. Wenn ihr dieses deinstallieren wollt, weil ihr der Meinung seid, dass ihr diese nicht mehr braucht, so wäre es besser, wenn ihr dies vor der Installation der Voll-Version erledigt. Denn solltet ihr es später machen, kommt es zu Problemen mit der Voll-Version und man muss mühsam darum kämpfen wieder zurück ins Spiel zu kommen.

Fazit
Mein Fazit ist, dass die neueste Version der Anno-Reihe sich durchaus mit ihren Vorgängern messen kann. Das Spiel besitzt ebenso einen Suchtfaktor, denn hat man einmal angefangen kann man nicht mehr aufhören. Es wurde viel an dem Grundspielprinzip verbessert um den Spielablauf noch flüssiger zu gestalten. Die Graphik der Spielreihe wurde von Version zu Version besser und wirkt in der neuen Version detailgetreu und sensationell.

Das neue Element der Fraktionen und die Arche bringen neue Entwicklungen in das Spiel, die den Suchtfaktor noch fördern. Vor allem wenn man einmal genug hat von den Ecos und im Normalfall dann einfach etwas Anderes spielen würde, kann man ganz einfach die Tycoons als Fraktion wählen und hat somit im Spiel neue Möglichkeiten. Aus diesen Gründen kann man sagen, dass das Spiel absolut Spielens wert ist, also viel Spaß beim Spielen.

Isabella Schranz

Isabella Schranz | Ressortleiterin Technik, Games & Gadgets

isabella.schranz (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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