BÜCHERBÖRSE

Mass Effect 3: Effektreicher Abschied

Argus 2
Argus 2

Vor mehr als fünf Jahren begann Commander Shepard seine Reise durch die Galaxie. Kann der Abschluss der Serie überzeugen oder ist Mass Effect 3 ein Fall für den Weltraumschrottplatz?

Das kanadische Entwickler-Team BioWare ist bekannt für seine ebenso komplexen wie zeitaufwändigen Action-Rollenspiele: Neben den Genre-Legenden Baldur’s Gate (1998) und Neverwinter Nights (2002) gehen die beiden Dragon-Age-Titel (2009 und 2011) sowie das unlängst gestartete MMO Star Wars: The Old Republic auf das Konto von BioWare. Mit Mass Effect hat man seit 2007 einen Publikumsliebling im Resümee, der nun mit seinem lang erwarteten dritten Teil ins Finale geht.

Endeffekt
Die in den Vorgängerteilen dramaturgisch einwandfrei aufgebaute Invasion der Reaper findet in Mass Effect 3 nun tatsächlich statt – und die galoppierenden Entwicklungen des intergalaktischen Kriegs sehen weder für die Menschen noch für die anderen Citadel-Völker gut aus. Gleich zu Beginn wird die Erde in einer effektreichen Schlacht dermaßen in die Mangel genommen, dass Shepard nichts anderes übrigbleibt, als das sinkende Schiff zu verlassen, um alte Allianzen aufzufrischen und Verbündete für eine alles entscheidende Schlacht um die Milchstraße zu sammeln. Und damit ist die grundlegende Spieldynamik auch schon erklärt: Von nun an gilt es, quer durch die Galaxie zu reisen und Streitkräfte für den finalen Gegenschlag zu rekrutieren. Je nachdem, wie erfolgreich Shepard bei der Unterstützung seiner potenziellen Verbündeten ist, desto besser stehen die Chancen darauf, die Reaper am Ende der etwa 40 Stunden langen Kampagne für immer aus der Milchstraße zu vertreiben.

Wiedererkennungseffekt
Grafisch macht Mass Effect 3 dabei eine gewohnt sehr gute Figur: Besonders der effektreiche Anfang und die finale Schlacht um die Erde sind ausgezeichnet inszeniert. Soundtechnisch fallen die überzeugend gesprochenen Dialoge auf, die dem Weltraum-Epos Tiefgang verleihen. Entscheidungsmöglichkeiten und alternative Handlungsstränge werden hier gekonnt ausgespielt, auch wenn die Tragweite der gesetzten Aktionen im Endeffekt nicht immer so weitreichend ist, wie man sich das wünschen würde. Am Ende des Tages führen viele ähnliche Wege zu einem der nur leicht variierten Enden, die sich je nach Verhalten gegenüber den anderen Charakteren ergeben. Dafür können Mass-Effect-Veteranen ihre alten Spielstände importieren und finden dann die Galaxie so vor, wie sie sie im zweiten Teil zurückgelassen haben.

n7 gear  3 Team-Effekt

Wenn in Mass Effect 3 nicht geredet oder unbekannte Planeten erforscht werden, dann werden in der Regel Feuergefechte ausgetragen – und von denen gibt es viele. Obwohl Shepard jedoch seit dem ersten Teil um ein Vielfaches beweglicher und weniger hölzern geworden ist, hinkt die Steuerung vergleichbaren Third-Person-Shootern wie Uncharted empfindlich nach. Dafür können natürlich wieder Team-Kameraden per funktional gestaltetem Befehlsmenü in die Schlacht geschickt werden. Dabei gesammelte Erfahrung wird in bester RPG-Manier in den Erwerb neuer Fähigkeiten investiert, gefundene oder gekaufte Ausrüstungsgegenstände werden mit maximal zwei Erweiterungen modifiziert. Das System ist ausbalanciert und auch wenn Mass Effect 3 manchmal eine Herausforderung darstellt, ist es doch nie unfair. Eine Neuerung stellt der Multiplayer-Modus dar, der in den Kampagnen-Modus integriert ist und in dem man in Kooperation mit anderen Spielern Welle um Welle von Gegnern zurückschlägt.

 

Fazit

Die Erwartungen an Mass Effect 3 waren groß – und BioWare hat es geschafft, sie zu treffen. Fans der Serie können getrost zugreifen, ohne weiter nachzudenken. Neueinsteiger sollten jedoch aufgrund des äußerst komplexen Spieluniversums entweder zuerst einen der vorangegangenen Teile spielen oder sich zumindest ein wenig in die Materie einlesen, um nicht gleich zu Beginn ob der Informationsflut frustriert zu werden.

Dominik Brand

Dominik Brand | Redakteur

dominik.brand (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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