BÜCHERBÖRSE

Bachelor, Master oder PhD: Welcher Abschluss passt?

Vor der Einführung von Bachelor und Master waren die Karrierewege für Techniker/innen recht eindeutig vorgezeichnet: Absolventen mit einem Universitätsdiplom wurden in der Praxis tätig, Promovenden strebten eine Karriere in Forschung und Entwicklung an. 

© iStock – DvdArtsDas Bologna-Modell bietet angehenden Techniker/innen größere Auswahlmöglichkeiten im Hinblick auf Studieninhalte und Studiendauer. Studierende, die sich kurze Studienzeiten und einen möglichst schnellen beruflichen Einstieg wünschen, erwerben ihren Bachelor-Abschluss in den meisten technikwissenschaftlichen Fächern bereits nach sechs Semestern. Die weitaus meisten IT-Fachkräfte und Ingenieure absolvieren später auch ein Master-Studium.  

Der Status eines technikwissenschaftlichen Bachelors hat sich in den vergangenen Jahren nochmals stark verändert. Ursprünglich wurde der erste berufsqualifizierende akademische Abschluss im technischen Bereich von den Unternehmen eher als Notlösung betrachtet. Inzwischen haben sie erkannt, dass der ungeliebte Bachelor auch den Firmen Chancen bietet, da die unternehmensbezogene Personalentwicklung bei Bachelor-Absolventen bereits zu einem frühen Zeitpunkt greift.

Der Regelfall in den Bereichen IT und Engineering ist der Master-Abschluss. Techniker/innen, die darauf verzichten und keine Traineeausbildung absolvieren, müssen mit eher begrenzten Karrierechancen und mit geringeren Gehältern rechnen. Ob der Master direkt nach dem ersten Abschluss oder erst nach einigen Praxisjahren erworben wird, hängt von den persönlichen Spezialisierungs- und Karrierezielen ab. Viele Unternehmen betrachten den Master als ein Instrument des Wissenstransfers sowie der hausinternen Nachwuchsförderung. Neben Praktika bieten sie hierfür Werkstudienmodelle, die Möglichkeit zu einer Masterarbeit im Unternehmenskontext sowie Studienunterstützung für ausgewählte Mitarbeiter an.

Eine technikwissenschaftliche Promotion ist Voraussetzung für eine Hochschullaufbahn, auch in den Unternehmen haben promovierte Techniker/innen jedoch ausgezeichnete Karrierechancen. Ein Karrieretreiber in der freien Wirtschaft ist eine technikwissenschaftliche Promotion vor allem dann, wenn sie thematische Relevanz für den angestrebten Job besitzt – wichtig ist dann allerdings eine ausgewogene Balance zwischen wissenschaftlicher Leistung und praktischer Berufserfahrung. Die meisten Techniker/innen promovieren im Rahmen einer wissenschaftlichen Mitarbeit und arbeiten in dieser Zeit in der Lehre und an Institutsprojekten mit. Viele dieser Promotionsstellen werden direkt durch die Industrie oder öffentlich gefördert. Daneben sind auch freie oder berufsbegleitende Promotionen – idealerweise mit einem betrieblichen Projektbezug und Unterstützung durch den Arbeitgeber – möglich. 

Foto: DvdArts / iStock

 

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