BÜCHERBÖRSE

Master-Studium für Techniker: Fachhochschule oder Uni?

Bis in die Mitte der 1990er Jahre standen angehenden Techniker/innen in Österreich zwei grundsätzliche Ausbildungswege offen: Eine Ausbildung innerhalb des Sekundarschulbereichs an einer Höheren Technischen Lehranstalt oder ein Diplomstudium an einer Uni. Seit 1994 ist mit der Einführung der Fachhochschulen in Österreich ein dritter Qualifikationsweg für Techniker/innen hinzugekommen. Der Bestand an Fachhochschulen wurde seitdem stark ausgebaut. 

© iStock – FrankRamspottDie österreichischen Fachhochschulen werden als privatrechtliche Organisation – als Verein, GmbH oder gemeinnützige Stiftung – betrieben. Die Fachhochschulen selbst sowie die angebotenen Bachelor- und Master-Studiengänge werden durch die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria akkreditiert, um einheitliche Qualitätsstandards sowie die internationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozesses zu sichern. Anders als staatliche Universitäten besitzen die Fachhochschulen das Recht zur Auswahl ihrer Studierenden im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens sowie zur Erhebung von Studiengebühren. Das Promotions- und Habilitationsrecht ist in Österreich den staatlichen Universitäten vorbehalten. Master-Absolventen einer Fachhochschule, die promovieren möchten, müssen dafür an eine Uni wechseln. 

Ein technikwissenschaftliches Studium an einer Fachhochschule ist relativ strikt durchorganisiert sowie stark anwendungs- und praxisorientiert. Viele Fachhochschulen kooperieren eng mit einzelnen Unternehmen oder der regionalen Industrie. Für Techniker/innen kann dies sowohl im Bachelor- als auch im Master-Studium von Vorteil sein. Oft bauen sie schon während des Studiums ein tragfähiges Netz-werk zu potentiellen Arbeitgebern auf. Ein weiterer Pluspunkt für Praktiker sind die im Vergleich zu Universitäten kürzeren Regelstudienzeiten. 

Ein Universitätsstudium ist immer dann empfehlenswert, wenn Techniker/innen sich – beispielsweise für eine Karriere in Forschung und Entwicklung oder eine Promotion – explizit wissenschaftlich qualifizieren wollen. 

Foto: © FrankRamspott / iStock

 

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