BÜCHERBÖRSE

Bachelor und Master: In der Wirtschaft angekommen?

© iStock – appleuzrIn den Wirtschaftswissenschaften ist der Bologna-Prozess umgesetzt – Absolventen kommen von den Hochschulen als Bachelor oder als Master in die Praxis. Für Führungspositionen ist ein Masterabschluss langfristig die bessere Basis.

Die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge sollte aus Sicht der Wirtschaft vor allem die Mindeststudienzeit verkürzen. Der Bachelor ist ein vollwertiger, berufsqualifizierender Studienabschluss, der bereits nach einer vergleichsweise kurzen Regelstudienzeit erworben wird. Die Arbeitgeber stehen dem inzwischen nicht mehr völlig neuen System grundsätzlich positiv gegenüber – die frischgebackenen Bachelors sind begehrte Arbeitskräfte. Trotzdem ist für Wirtschaftsabsolventen ein Masterabschluss oft die bessere Wahl – langfristig eröffnet er bessere Karrierechancen.

Der Bachelor – in der Wirtschaft akzeptiert

In Großkonzernen stellen Bachelors heute den Großteil der neu eingestellten Hochschulabsolventen. Viele kleinere und mittlere Firmen präferieren in ihrer Einstellungspolitik die Bachelors sogar gegenüber den Masterabsolventen. Schon vor einigen Jahren gaben Personaler und fachliche Vorgesetzte in diversen Befragungen zu Protokoll, dass die formalen Abschlüsse für sie nur eine sekundäre Rolle spielen, wichtiger sind ihnen die fachlichen

Kompetenzen und die sozialen Fähigkeiten von Bewerbern.

Zum Zeitpunkt des Berufsstarts gibt es hier praktisch keine Unterschiede zwischen Bachelor- und Masterabsolventen. In einer deutschen Studie mit 1.500 befragten Unternehmen gaben 80 Prozent der Personalentscheider an, dass Bachelorabsolventen mit wirtschaftswissenschaftlichem Profil über fundiertes Wissen und Problemlösungskompetenz verfügen, sich gut in neue Fachgebiete einarbeiten sowie Wissenslücken eigenständig erkennen und schließen können. Traineeprogramme für Wirtschaftswissenschaftler stehen heute in so gut wie allen Unternehmen Bachelor- und Masterabsolventen gleichermaßen offen.

Der Master – oft Voraussetzung für eine Führungsposition

Anders sieht es meist im Hinblick auf die langfristigen Karriereperspektiven aus. In vielen Unternehmen wird der Bachelor als akademische Basisqualifikation für operative Tätigkeiten angesehen, für den Aufstieg ins Management ist jedoch irgendwann der Master nötig. Auch für Expertenpositionen – beispielsweise in der strategischen Planung oder im Risiko-Controlling – reichen das Wissen und die Methodenkompetenz aus dem Bachelorstudium nicht aus.

Der reguläre Master oder ein berufsbegleitender MBA werden als Voraussetzung für den nächsten Karriereschritt von den Unternehmen als gleichwertig betrachtet. Wenn die Qualifikation im betrieblichen Interesse liegt, können studierende Mitarbeiter oft mit zeitlicher und/oder finanzieller Unterstützung durch den Arbeitgeber rechnen. Einige größere Unternehmen unterhalten Hochschulkooperationen, die auch ein Master-Programm umfassen.

Foto: © appleuzr / iStock

 

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