BÜCHERBÖRSE

Studenten und Job-Bewerbungen - die besten Aussichten auf Erfolg

Michael Wicke ist Mjam Marketingleiter
Michael Wicke ist Mjam Marketingleiter

Ein Job muss her. Nicht irgendeiner, sondern der Traumjob, den man sich ausgesucht hat und der idealerweise dem Berufsbild entspricht, auf das man hin studiert hat. Damit die Bewerbung darum kein Schlag ins Wasser wird, muss sie überlegt, überlegen und überzeugend aufgesetzt sein. Wie das geht - darüber haben wir uns in einem Interview Auskunft geben lassen, zu den Themen: Lebenslauf; das richtige Anschreiben; wie die Anlagen aussehen sollten; und wie es dann optimalerweise weitergeht. Der Interviewpartner war Michael Wicke, der Marketingleiter von mjam.at.

Ein Interview mit der Sicht von der anderen Seite auf die Bewerbung

Studenten auf der Suche nach einem Job während und erst recht nach dem Studium treffen auf Neuland, das ihnen viele Fragen aufwirft. Es geht darum, wie eine Bewerbung so aufzusetzen ist, dass sie in Konkurrenz zu anderen höhere Erfolgsaussichten hat. Genau auf diese Fragen hat der Marketingleiter Michael Wicke vom Online-Lieferservice mjam.at eine Antwort. Durch seine mehrjährige Erfahrung als Führungskraft konnte er Eindruck von vielen verschiedenen Bewerbungen sammeln. Deshalb weiß er was bei einer Bewerbung zu beachten ist.

Was sich ein Personaler zum Lebenslauf wünschen wird

Keine Bewerbung ist komplett ohne den beigefügten Lebenslauf. Er dient dazu, sowohl den Bildungsgang des Bewerbers darzustellen, als auch seine Qualifikationen auszubreiten. Der Übersichtlichkeit wegen sollte er in tabellarischer Form gehalten sein, dazu Name und Adresse enthalten. Angaben von Hobbies runden das Bild von der Persönlichkeit ab. Jedoch meint Michael Wicke, dass „der Lebenslauf eine gewisse Gesamtlänge nicht überschreiten“ - und länger als zwei Seiten sein sollte, wozu die Faustregel „so ausführlich wie nötig, so knapp wie möglich“ dient. Dabei hätten Schüler und Studenten, so Wicke, mehr Gelegenheit über relevante Praktika, Nebenjobs und sonstige Berufspraxis zu berichten, als Berufserfahrene, da bei diesen ja ihre längere Aufzählung von Vorbeschäftigungen bereits den Platz ausfüllt. Der Marketingleiter sieht die Erwähnung von Hobbies vor allem als Gelegenheit, „die Vielseitigkeit der eigenen Interessen“ hervorzuheben, um „Rückschlüsse auf die Persönlichkeit“ zu bieten. Also sollten nicht alle genannt werden, sondern nur solche, die für das angeschriebene Unternehmen Anlass zu positiver Konnotation bietet.

Kern einer jeden Bewerbung: ein gewinnendes Anschreiben

Nach Michael Wicke sollte ein Anschreiben formell in drei große Blöcke unterteilt werden, wovon gleich nach der höflichen Anrede an den Ansprechpartner und einer nicht abgedroschenen Einleitung der „Bezug zwischen dem Bewerber und dem Unternehmen hergestellt sowie die Motivation hinter der Bewerbung erläutert werden.“ Im Hauptteil solle es dann nicht darum gehen, den Lebenslauf zu wiederholen, sondern auf Qualifikationen eingegangen werden, die in einem Bezug zur angestrebten Tätigkeit und zu Anforderungen der „in der Stellenanzeige formulierten Aspekte“ stehen. Herr Wicke legt Wert darauf, dass daraus hervorgeht, dass der Bewerber sich „gründlich mit der ausgeschriebenen Stelle auseinandergesetzt“ hat und sich Gedanken um seine Kompatibilität mit dem Anforderungsprofil machte. Der letzte Teil des Schreibens sollte die Bereitschaft anklingen lassen, sich zu dem vom Unternehmen vorgesehenen nächsten Schritt einzufinden, „im Normalfall das persönliche Gespräch“, und sich darauf zu freuen. Einen echten Bonus sieht der Marketingleiter von Mjam darin, wenn der Bewerber einen Überraschungseffekt einbringt, der dazu anregt, weiterzulesen und einen Eindruck von Individualität stützt. Die wesentlichen Fragen, die beantwortet werden müssen, kreisen um die Motivation zur Bewerbung, den ‚Hard Skills‘ und ‚Soft Skills‘, und was den Bewerber vor Mitbewerbern auszeichnet. Auch für das Anschreiben sieht Wicke ein Längenmaximum; es beträgt eine Seite, die sauber strukturiert und durchdacht aussehen sollte.

Die Anlage zur Bewerbung - was gehört hier hinein?

Unter die Anlagen gehört nach Ansicht von Michael Wicke hauptsächlich der Nachweis der höchstrangigen Schulausbildung oder des Hochschulabschlusses, weiter bräuchte es nicht mehr als drei qualifizierte Arbeitszeugnisse. Kommen Referenzen ins Spiel, sollte ihre Zahl nicht zwei, dann aber aktuelle Empfehlungen, überschreiten. Nur bei übersetzten Dokumenten aus dem Ausland sieht der Marketingleiter eine beglaubigte Version als nötig an, ansonsten reichen Kopien oder Scans.

Wie geht es danach mit der Bewerbung weiter?

Was geschieht nach Einreichung der Bewerbung? Das ist Gegenstand der nächsten Fragen an Michael Wicke, der dazu meinte, dass „es absolut in Ordnung“ sei, „etwa 2-3 Wochen nach Versand (...) ohne Rückmeldung (...) den Stand des Bewerbungsprozesses zu erfragen.“ Ein ausgezeichnet verlaufenes Vorstellungsgespräch sollte nach seiner Meinung nicht Grund sein, andere Bemühungen zu unterlassen. Eine Mehrgleisigkeit erhöht die Chancen auf einen Job. Sollte es aber zu einer Absage kommen, wäre die Bitte um Feedback nie verkehrt, um „Hinweise zu bekommen, wie man seine Bewerbungsanlagen weiter optimieren oder besser im Vorstellungsgespräch auftreten kann.“ Allerdings solle man seine Erwartungen nicht hochstecken, da Personaler wegen des Gleichbehandlungsgesetzes sehr vorsichtig mit ehrlichen Antworten zu Gründen einer Absage wären.

Ob der Marketingleiter von Mjam einen ultimativen Tipp kennt?

Befragt nach dem ultimativen Tipp zu Bewerbungen antwortet Michael Wicke mit der Warnung davor, seinen Lebenslauf zu frisieren oder sich im Vorstellungsgespräch zu verstellen. Denn wenn das später herauskäme, riskiere man eine fristlose Kündigung oder sogar eine Strafanzeige. Herr Wicke rät davon ab, sich für etwas Anderes auszugeben als man sei, da dies zur Überforderung im Job führen müsse; „Im Endeffekt zahlt sich also auf lange Sicht Ehrlichkeit aus.“ Dauerhafte Zufriedenheit im Arbeitsleben wiegt höher als an einen ‚Traumjob‘ zu gelangen, den man aber nur mit Verrenkungen ausüben könnte.

Auch, wenn es anfangs schwerfällt, braucht man als Bewerber mit der ‚richtigen Anleitung‘ keine Angst vor einer Bewerbung und dem Vorstellungsgespräch zu haben. Es gilt nur eine anfängliche Hemmschwelle zu überwinden, danach läuft es leichter als ursprünglich befürchtet. Etwas eingeholte Kritik von Freunden zum Lebenslauf und Anschreiben kann Gold wert sein und wertvolle Korrekturen einbringen, schon was Schreibfehler angeht. Dann geht hoffentlich alles gut und die perfekte Bewerbung kann an das Unternehmen rausgehen.

 

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