TRAINEEPROGRAMME

Hays Global Skills Index 2018

Missverhältnis zwischen vorhandenen und benötigten Qualifikationen wird größer und Verschärfung der Kapazitätsengpässe auch in Österreich

Der diesjährige Hays Global Skills Index (kurz: Index) zeigt auf, dass das derzeitige globale Wirtschaftswachstum zu keiner verbesserten Arbeitsproduktivität geführt hat. Stattdessen steigt die Diskrepanz zwischen den vorhandenen Kompetenzen von Fachkräften und den von den Unternehmen benötigten Qualifikationen.

Ein Trend, der auch in Österreich sichtbar wird: Im letzten Jahr ist die Zahl der unbesetzten Stellen als auch die Langzeitarbeitslosen-Quote gestiegen – ein Indiz für das Auseinanderklaffen von Arbeitnehmer-Kompetenzen und Arbeitgeber-Ansprüchen. Weil aber die Erwerbsquote dieses Jahr weiter steigt, ist dennoch mit einer Entspannung am Arbeitsmarkt zu rechnen.

In Österreich stieg das BIP 2017 um 3,2%. Das war der größte Jahreszuwachs seit 2007. Damit einher ging eine steigende Nachfrage nach Arbeitskräften. Auch die Beschäftigungsquote stieg so stark wie seit 2007 nicht mehr. Sowohl die Arbeitslosenquote als auch die Zahl der unbesetzten Stellen reagierten auf dieses stabile Wachstum. Die Arbeitslosenzahl sank im Jahresverlauf um 8%, so dass die Arbeitslosenquote 2017 bei 5,5% lag. Die Zahl der unbesetzten Stellen stieg 2017 um 34%. Etwa 63% der ausgeschriebenen Stellen befanden sich im privaten Dienstleistungssektor, 22% in der Privatindustrie und der Rest im öffentlichen Sektor. 

„Da davon auszugehen ist, dass die Erwerbsquote in Österreich in diesem Jahr weiter steigt, wird sich auch der Arbeitsmarkt insgesamt weiter entspannen. Trotzdem steigt auch der Druck insbesondere in hochqualifizierten Branchen weiter und wir konnten feststellen, dass die Nachfrage nach Fachkräften in den Bereichen IT, Biowissenschaften, Ingenieurwesen und Finanzen noch angezogen hat. Weiterhin verschärfte sich auch die Talentediskrepanz. Das bedeutet, dass die Kompetenzen, die Arbeitnehmer in Österreich haben, und die Kompetenzen, die Arbeitgeber brauchen, immer weiter auseinanderklaffen. Als Folge davon ist die Zahl der unbesetzten Stellen in Österreich gestiegen. Die neue Regierung hat bei ihren Gesetzesvorschlägen eine starke Tendenz zu sehr viel mehr Arbeitgeberfreundlichkeit erkennen lassen. Das senkt die Unsicherheit der Unternehmen innerhalb der österreichischen Volkswirtschaft“, so Mark Frost, Geschäftsführer von Hays Österreich zu den diesjährigen Ergebnissen des Index.

Der Index untersucht die Arbeitsmärkte in 33 Ländern und misst hier die Fähigkeit von Unternehmen, qualifizierte Mitarbeiter zu rekrutieren und zu binden. Der Gesamtindex stieg in diesem Jahr leicht von 5,3 auf 5,4 und unterstreicht damit den steigenden Druck auf dem globalen Arbeitsmarkt. Für die Hälfte der bewerteten Märkte (16 von 33) lässt sich feststellen, dass einer wachsenden Anzahl offener Stellenangebote gleichzeitig eine höhere Langzeitarbeitslosigkeit gegenübersteht. Zudem zeigt der Index für Europa, den Nahen Osten und Amerika ein schwaches Produktivitätswachstum auf. Die Investitionen in Arbeit und Kapital haben sich verringert. Diese Stagnation wird durch die alternde Bevölkerung, einen sinkenden Welthandel, sowie geringere Ausgaben für Bildung und Ausbildung weiter forciert.

Der Hays Global Skills Index basiert auf einer Analyse von sieben Indikatoren, welche die Situation der jeweiligen Arbeitsmärkte durchleuchten. Zu diesen Indikatoren zählen das Bildungsniveau, die Flexibilität der Arbeitsmärkte und das Gehaltsniveau sowie das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage nach Fachkräften. Je höher der Index in der Skala von 0 bis 10 liegt, umso angespannter ist der jeweilige Arbeitsmarkt.

Den gesamten Index kannst du af www.hays.at/hgsi herunterladen

 

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