BÜCHERBÖRSE

Spoilerfrei: Olympus Has Fallen

Das Weiße Haus unter Beschuss (c) Universum Film
Das Weiße Haus unter Beschuss

Seit 14. Juni ist der Actionthriller Olympus Has Fallen in Österreich anzusehen. Es geht hierbei um ein terroristisches Attentat auf das Weiße Haus. Die Erwartungen können niedrig gehalten werden: Amerikanisierte High-Quality-Action-Handlung mit unwirklichem und allseits bekannten Mustern.

Aber ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Dieses amerikanische Horrorszenario bringt uns Regisseur Antoine Fuqua (bekannt u.a. wegen King Arthur). Wie bereits bei Red Dawn darf wieder mal Nordkorea den bösen Buben geben. Damit ist das Thema nicht gar so weit hergeholt, politisch aber immer noch bedenklich.

Selbst ohne Spoiler ist der Plot durchwegs durchschaubar. Obwohl der Film mit „überraschenden Wendungen“ wirbt, bleiben diese meist aus. Es ist eine Handlung, die man in mehreren Filme der letzten Jahrzehnte bereits gesehen hat und ein Klischee nach dem anderen steht von den Totgeglaubten auf. Gerard Butler gibt wirklich „the last man standing“. Trotzdem bleibt der Film bis zur vorletzten Minute spannend und bisweilen sogar fesselnd. Dies liegt daran, dass Olympus Has Fallen mit allen Mitteln versucht, die Emotionen von 9/11 wieder hervorzulocken - und ist dabei erfolgreich. Ohne es zu wollen wird man mitgerissen und emotional eingebettet in den amerikanischen Heldenpathos.

Die Musik ist dabei ein monströses Ungetüm von epischen Ausmaß. Niemals war der Soundtrack stellenweise so verwirrend gewählt. Die ruhigen Minuten am Anfang des Films werden mit triumphalen Tönen untermalt, so dass man sich kurz an Herr der Ringe oder Gladiator erinnert fühlt. Vor allem die pure Idylle der Bilder (was für Landschaftsbilder!) tragen zu diesem Gefühl bei und wollen Amerika wohl als ein wahrgewordener Naturtraum verkaufen. Aber auch wenn es dann actiongeladen wird, gibt es kaum musikalischen Einfallsreichtum.

(c) Universum FilmGerald Butler (300, Der Kautions-Cop) darf die Hauptrolle übernehmen und ist dadurch endlich mal wieder kein Schmusekomiker. Durchwegs solid gibt er den ausgestoßenen Loyalen, bricht sich dabei jedoch schauspielerisch kein Bein und bleibt trocken im mäßigen Mittelfeld. Weniger zur Seite, aber doch neben ihm, stehen Aaron Eckhart (Gesetzeshüter aus Batman: The Dark Knight), sowie Morgan Freeman. Auf weitere Namen kann verzichtet werden. Obwohl sich im Film einige (inzwischen) bekannte Gesichter blicken lassen, kennt man wenige beim Namen. 

Erzrivale und gemeingefährliches Genie gibt Rick Yune (James Bond: Stirb an einem anderen Tag). Überzeugend kaltblütig und bis zum Schluss berechnend unberechenbar.

Insgesamt ist Olympus Has Fallen ein typisches amerikanisches Actionklischee, doch aufgrund der emotionalen Einbindung doch recht kurzweilig und spannend. Für Actionfans empfehlenswert, alle anderen werden sich ein zwischenzeitliches Augenrollen nicht verkneifen können. 

David Klotz

David Klotz | Redakteur und OCM

studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft 

sagt zu Kino niemals Nein und hasst Spoiler 

david.klotz (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: September 2012

 

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