BÜCHERBÖRSE

Spoilerfrei: Wolverine. Der Weg des Kriegers

Wolverine ist wieder in Action (c) 2013 Twentieth Century Fox
Wolverine ist wieder in Action

Der sechste Teil im X-Men – Universum folgt wieder dem inoffiziellen Helden. Zeitlich spielt die Geschichte diesmal direkt nach den ersten drei Teilen in Japan und sorgt trotz netter Geschichte für unglaublich viel Konfusion.

Es war eine richtige Vorfreude, endlich wieder mal die X-Men (bzw. wenn man es genau nimmt: das Mutanten – Universum) auf der Leinwand zu sehen. Der Film ist düster, großteils ziemlich tiefgründig aber natürlich auch auf seine eigene Ich-hau-dich-einfach-um-denn-ich-bin-Wolverine-Art echt witzig.
Wenn da nicht ein paar Kleinigkeiten wären. Im Film werden wahnsinnig viele Gewissenskonflikte von zu vielen Personen aufgegriffen und dementsprechend nur oberflächlich gelöst, was einem vielleicht das Gefühl von einem echt totaaaal vielschichtigen Land vermitteln sollte, aber schlicht nicht gut durchdacht war. Auch die Logik weist ab und zu einige Lücken auf (in Japan braucht man anscheinend kein Geld).

Schauspielerisch gibt es nur wenig auszusetzen. Hugh Jackman (Wolverine) beweist erneut, dass ihm die Rolle richtig Spaß macht und geht sogar noch etwas weiter in die Tiefe, als in den letzten Filmen. Eine positive Überraschung waren die Cameo-Auftritte von Famke Jannsen (Jean Grey, Phoenix, zuletzt zu sehen in Hänsel&Gretel), die in surreal schönen Träumereien auftaucht und dabei etwas zu perfekt wirkt. Auch die japanischen Schauspielerinnen und Schauspieler konnten durchaus von ihrem Talent überzeugen.

Die Stunts und Actionszenen sind sehr gut koordiniert und wirken nicht übertrieben und (den Umständen entsprechend) richtig echt. Der 3D-Effekt kam im Film auf jeden Fall zur Geltung, war nicht aufdringlich und unterstrich die Weiten Japans. Es scheint bergauf zu gehen mit dieser Technik. Weniger Geld wurde dafür wohl in die CGI-Effekte investiert. Sie sind zeitweise von grotesk schlechter Qualität und es ist wirklich fraglich, warum so etwas überhaupt passieren kann. Denkt man an den ersten Teil der Chroniken von Narnia (und das ist gut acht Jahre her), kann man nur den Kopf schütteln.

Wolverine – Der Weg des Kriegers ist eine gute Nachfolge der Filme, aber definitiv einer der schlechtesten Teile der Saga. Er war dann doch zu „normal“, aber gleichzeitig auch surreal übertrieben (SPOILER: dieser furchtbare, furchtbare Roboter!). Da können wir uns nur auf den nächsten angekündigten Teil Days of Future Past (der wieder in der Vergangenheit spielt) freuen. Bleibt also nach dem Abspann ruhig noch ein wenig sitzen. 

Eine knappe und weniger spoilerfreie Kritik findet ihr hier

David Klotz

David Klotz | Redakteur und OCM

studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft 

sagt zu Kino niemals Nein und hasst Spoiler 

david.klotz (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: September 2012

 

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