BÜCHERBÖRSE

Mehr Sex, mehr Gewalt und mehr Blut

Auch diesen Sommer begeistert die blutrünstige Vampirserie von HBO wieder das amerikanische Publikum. Auf iTunes sind die einzelnen Folgen der 4. Staffel, die zurzeit nur in Amerika läuft, direkt nach der Ausstrahlung von HBO mit deutschen Untertiteln zu erwerben.

Die TV-Serie, die 2008 auf dem amerikanischen Sender HBO seine Premiere feierte, beschreibt das Leben in der Kleinstadt Bon Temps in Louisiana. Anders als in anderen Vampirserien, haben die Menschen in True Blood Kenntnis davon, dass es unter ihnen Vampire gibt. Hauptperson der Serie ist die Kellnerin Sookie Stackhouse (Anna Paquin), die Gedanken lesen kann. Als auch in Sookies Kleinstadt Vampire auftauchen, ist sie sofort fasziniert von ihnen, nicht so wie die anderen Dorfbewohner. Die ersten drei Staffeln beschäftigen sich mit Sookie, die sich in den Vampir Bill (Stephen Moyer) verliebt. Außerdem muss sie sich mit weiteren Vampiren, Formwandlern, Werwölfen, fundamentalen Christen und Werpantern herumschlagen. Ja ganz recht, die letzte genannte Kreatur nennt sich wirklich Werpanter, denn leider gibt es auch bei True Blood einige wirklich haarsträubende Momente.

Das passiert in Staffel 4:

Doch als wären das nicht schon genug Monster, hat Sookie in der vierten Staffel auch noch mit Hexen zu tun, außerdem versucht sie mit der Tatsache klarzukommen, dass sie eigentlich eine Fee ist. Ihre beste Freundin Tara hat Bon Temps verlassen, da sie eine der wenigen menschlichen Einwohner der Stadt war und dies auch bleiben möchte. Sookies Freund und Boss: Sam, hat Probleme seine Wut zu kontrollieren, er ist ebenso ein Formwandler und trifft sich mit weiteren Formwandlern, wobei es zu einigen heißen Szenen kommt. Sookies Bruder Jason, der von seiner Art her an Dumpfbacke Kelly Bundy erinnert, ist nun zum Polizist in der Kleinstadt aufgestiegen und kämpft mit einigen White Trash Bewohnern von Bontemps, die ganz nebenbei versuchen, ihn zu einem Werpanter zu verwandeln. Und nicht zu vergessen Taras? Cousin Lafayette, der entdeckt, dass in ihm große magische Kräfte schlummern.

True-Blood-2Auch wenn für einige diese Storyline viel zu verrückt erscheint, so ist True Blood ein einzigartiges Serienerlebnis. Natürlich kann von realistisch keine Rede sein, doch True Blood räumt mit den ausgelutschten Vampirklischees auf und versetzt das Ganze in eine unglaubliche Kulisse der amerikanischen Südstaaten. Die Figuren sind in ihrem Handeln realistisch dargestellt, vor allem Anna Paquins Figur Sookie Stackhouse ist sympathisch, obwohl Paquin diese in manchen Szenen stark überspielt. Zwar basieren auch die Geschichten von True Blood auf einer Buchreihe, den Southern Vampire Mysteries von Charlaine Harris, doch anders als bei Twilight oder den Vampire Diaries, ist True Blood eine Serie ohne Teenie-Herzschmerz oder Geglitzer. Die Serie übt eine harsche Sozialkritik an der weißen amerikanischen Unterschicht die determiniert ist durch Arbeitslosigkeit, Drogen und Sex. Ebenso ist die Handlung immer wieder überraschend, der Tod kann jeden holen, auch Figuren die dem Publikum bereits ans Herz gewachsen sind.

Sehr besonders in True Blood ist die Darstellung der Vampire. Diese bilden dabei eine Metapher für sozial andersartige Personen wie Homosexuelle. Genauso werden auch Vampire von den Menschen in der Serie behandelt. Dafür wurde eine eigenes Vokabular entwickelt. True Blood lebt von der sozialkritischen Betrachtung Amerikas, von der Handlung, aber vor allem von den Figuren. Gerade Nebenfiguren sind stark ausgearbeitet. Vor allem die Darstellung der amerikanischen Rednecks und Hillbillys kann dabei überzeugen.

Wer also vor Sex, Blut und Gewalt nicht zurückschreckt, und wer den Mythos Vampir mal komplett anders aufgearbeitet sehen möchte, sollte auf jeden Fall einen Blick auf True Blood riskieren.

http://www.youtube.com/watch?v=bvdSHbRLTPw

Christina Schügerl

Christina Schügerl | Redakteurin

christina.schuegerl (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

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