BÜCHERBÖRSE

Film Festival LET’S CEE in Wien - Gewinner

Die Siegerfilme wurden gekürt (c) Alex Halada
Die Siegerfilme wurden gekürt

Beim LET’S CEE Film Festival 2013 wurden am Wochenende im Rahmen einer Award Ceremony in der Wiener Urania die Siegerfilme der drei Wettbewerbe ausgezeichnet. Durchsetzen konnten sich unter anderem der rumänische Spielfilm Domestic von Adrian Sitaru sowie die bulgarische Dokumentation The Black Sea Pirates von Svetoslav Stoyanov.

Im Spielfilm-Wettbewerb konnte sich heuer ein Vertreter des neuen rumänischen Kinos durchsetzen. „Weil er mit langen Kameraeinstellungen und einer durchdachten Choreografie Erwachsene, Kinder und Tiere vortrefflich ins Szene setzt, weil er dem Publikum Freude, Lachen und Traurigkeit schenkt und weil er die großen Wände zwischen Kommerz- und Kunstfilm gekonnt verkleinert, geht der Hauptpreis an Domestic von Adrian Sitaru“ heißt es in der Begründung der Jury. Der türkische Beitrag Jîn, eine eindrucksvolle, mit starken Bildern und wenigen Worten von Reha Erdem erzählte Geschichte über eine kurdische Jugendliche inmitten von Kriegswirren und das hochemotionale Anti-Kriegs-Drama Circles (Krugovi) des serbischen Regisseurs Srdan Golubovic erhielten lobende Erwähnungen. Die starken Mitbewerber, darunter aus Ungarn Istvan Szabos packendes Kammerspiel The Door (mit Helen Mirren), der polnische Beitrag In the Name of (W imie...) von Malgoska Szumowska und der zutiefst bewegende und von der Kritik hochgelobte Film Halima‘s Path (Halimin Put) des Kroaten Arsen A. Ostojic gingen hingegen leer aus.

Im Dokumentarfilm-Wettbewerb wurde The Last Black Sea Pirates (Poslednite chernomorski pirati) des Bulgaren Svetoslav Stoyanov ausgezeichnet, eine außergewöhnliche, märchenhafte und schwarzhumorige Geschichte über ein paar Schatzjäger am Rande der Gesellschaft im Kampf gegen die Zivilisation. Eine lobende Erwähnung gab es für den aserbaidschanischen Film My Kith and Kin von Rodion Ismailov, eine lyrische und sehr persönliche Dokumentation über die Reise eines Kindes durch ihr Vaterland.

Im heuer erstmals veranstalteten Kurzfilm-Wettbewerb konnte sich die Einreichung des Esten Janno Jürgens durchsetzen, der mit Distance (Distants) in Schwarzweiß eine Vater-Sohn-Geschichte erzählt. Home (Dom tsah) von Ruslan Magomadov aus Russland und Stremt 89 aus Rumänien wurden mit lobenden Erwähnungen bedacht. Der Publikumspreis des Kurzfilm-Wettbewerbs ging ebenfalls an Home.

Für Domestic wurde der Preis bei der von zahlreichen internationalen Filmgästen besuchten Award Ceremony in der Wiener Urania von einer der Hauptdarstellerinnen des Films, Ioana  Flora, entgegen genommen. Bei The Last Black Sea Pirates, Distance und Home waren die jeweiligen Regisseure anwesend. Die Preisträger erhielten neben den vom Vorarlberger Ausnahmekünstler Tone Fink gestalteten und von Artdeluxe gestifteten Urania Awards jeweils ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro.

Bereits vor wenigen Tagen wurde von den LET’S CEE-Machern im Rahmen einer Vorführung von Schindlers Liste anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Meisterwerks ein Lifetime Achievement Award vergeben, und zwar an den zweifachen kroatischen Oscar-Preisträger Branko Lustig. Der Erfolgsproduzent konnte anders als seine jungen Kollegen den Preis aus privaten Gründen allerdings nicht persönlich entgegennehmen.

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

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