BÜCHERBÖRSE

Ender's Game - Das große Spiel

Kinder kämpfen kriegerisch (c) Constantin Film
Kinder kämpfen kriegerisch

Irgendwann in der Zukunft: Der Welt geht es schlecht, vor Jahren haben insektenähnliche Außerirdische die Erde angegriffen und konnten nur durch die heldenhafte Tat eines Soldaten besiegt werden. Nun bereitet sich das Militär auf den nächsten Angriff vor.

Colonol Graff (Harrison Ford) sucht dafür nach den hochbegabtesten Kindern, die in Zukunft die militärische Flotte befehligen und die Außerirdischen bezwingen könnten. In der umgehend beobachteten Schule fällt sein Blick auf Ender Wiggin (Asa Butterfield – Hugo Capret), ein schüchterner, aber strategisch brillanter Junge. Er wird kurzerhand aus der Schule geholt, in ein hartes Trainingslager gesteckt und tritt einer Eliteeinheit bei. In seiner Ausbildung meistert Asa schwierige Kriegsspiele und macht sich sowohl Freunde, wie Feinde. Er wird auserkoren, um den Angriff gegen die Aliens anzuführen.

Ender’s Game ist die Verfilmung des gleichnamigen Buchromans (dt. Titel Das Große Spiel) von Orson Scott Card aus 1985. Und nachdem das Buch etliche Fortsetzungen hat, bietet sich eine Verfilmung im großen Hollywoodstil (mit entsprechendem Budget) natürlich wunderbar an. Schließlich weiß man inzwischen, dass das Tabu mit den Kindersoldaten, spätestens seit den Tributen von Panem gar keines mehr ist.

Aber Ender’s Game geht die ganze Sache dann doch anders an. Während Die Tribute von Panem jedem ständig in Erinnerung rufen, dass Kämpfe zwischen Kindern alles andere als OK sind und man sich gegen ein solches Regime wehren muss, wird in diesem Film nur selten zur Sprache gebracht, dass Kinder eigentlich keine Soldaten sind und auch nicht als solche behandelt werden sollten. Im Vordergrund steht ein sturer Genozidplan aufgrund der Vermutung eines erneuten Angriffes. Der Zweck heiligt die Mittel heißt es andauernd und diese Moral beginnt erst spät (und auch dann nur ganz leise) zu bröckeln. Im Nachhinein ist man schlauer – so schließt der Film, nicht ohne sich zuerst noch mit einem wunderbaren Cliffhanger zu verabschieden.

Schauspielerisch darf man sich auf keine herausragenden Leistungen freuen. Asa Butterfield spielt seine Rolle sehr gut, doch wird er leicht von Abigail Breslin (Zombieland) in ihrer Nebenrolle in den Schatten gestellt. Ben Kingsley (zuletzt in Iron Man 3) spielt wie gewohnt gut in seiner üblichen Rolle als hartgesottener Kämpfer und Harrison Ford hatte definitiv bessere Tage, lahm könnte man sogar meinen.

Das ganze Setting, die Animationen und die unglaublich gut durchdachten Raumschiffe und –stationen sind wohl das Highlight des Films. Ender’s Game ist zwar gut aufgebaut und dramaturgisch schlüssig, moralisch allerdings mehr als fragwürdig. Mit seinen 114 Minuten ist der Film außerdem eindeutig zu lang. Eine kleine Straffung täte dem Film vielleicht gut. 

Eckdaten

Ender's Game -  Das große Spiel

Erschinungsdatum: 24. Oktober (Österreich)

Regie: Gavin Hood

mit: Asa Butterfield, Abigail Breslin, Hailee Steinfield (oskarnominiert für True Grit), Harrison Ford, Ben Kingsley, Nonso Anozie (Game of Thrones), Viola Davis (zurzeit auch in Prisoners)

Constantin Film

114 Minuten

 

David Klotz

David Klotz | Redakteur und OCM

studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft 

sagt zu Kino niemals Nein und hasst Spoiler 

david.klotz (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: September 2012

 

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