BÜCHERBÖRSE

Das Comeback der Steven-Spielberg-Ära

Mit Super 8 kommt Steven Spielberg wieder ins Kino, diesmal jedoch als Produzent. Regie führt dabei J.J. Abrams, der durch Lost und Star Trek bekannt wurde. 

Steven Spielberg, Großmeister der Blockbuster aus den 1980er Jahren, ist 2011 wieder auf den Kinoleinwänden zu sehen, jedoch diesmal nur als Produzent. Trotzdem erinnert der Film Super 8 sehr stark an Spielbergs Hits aus den 1980ern (E.T., Gremlins usw.). Die Spielberg-Filme von damals boomen im Hollywood zurzeit. Geschichten, in denen neugierige Kinder die Hauptpersonen sind, deren idyllischer amerikanischer Vorort von einer ungewissen Gefahr bedroht wird, sieht man im Kino zur Genüge. Doch Super 8 soll außerdem eine Hommage an die damaligen Filme und an den Regisseur Spielberg, sein. Man könnte Super 8 fast als Remake von Spielberg-Klassikern bezeichnen.

Super8 c Paramount Pictures 2Anders als bei ähnlichen Action Filmen, wie Michael Bays Transformers, der eher nur zu Marketingzwecken und Merchandise-Ausbeutung gedreht wurde, geht es bei den Remake von Spielberg-Filmen um das wiederherstellen des magischen Gefühls, das man selbst als Kind hatte, beim ansehen bestimmter Filme des Großregisseurs. Dies gelingt J.J. Abrahms trotz Produzent Steven Spielberg an seiner Seite jedoch nicht. Super 8 ist ein weiterer Blockbuster, vollgestopft mit Special Effects, Explosionen und unpassenden Lichteffekten.

Super8 c Paramount Pictures 3Die Story von Super 8

 

Der Film beginnt, mit dem Anfang der Sommerferien für Joe (Joel Courtney) und seine Freunde, mit denen er in diesem Sommer einen Zombiefilm drehen will. Als die Jugendlichen den weiblichen Part ihres Films mit der hübschen Alice (Elle Fanning, die Schwester von Dakokta Fanning) besetzen können, beginnt das Team nachts an einem Bahnhof zu drehen. Dabei beobachten die Jugendlichen, wie genau vor ihrer Nase ein Zug entgleist, was wüste Zerstörung mit sich bringt. Doch hinter diesem Zugunglück steckt noch viel mehr. Joe und seine Freunde fragen sich, was das Militär plötzlich in ihrer Stadt macht, was wirklich in dem Zug versteckt war, warum Menschen verschwinden, und was es mit dem Monster auf sich hat, das Elektronikgeräte durch die Gegend schleudert.

 

Super8 c Paramount Pictures 4Die Teenager im Film, die mit einer Super 8 Kamera Amateurfilme drehen, soll eine Anspielung auf die eigene Jugend von Spielberg und Abrams sein. Auch die Story, könnte glatt aus einem Spielbergfilm stammen. Zwar ist diese nicht gerade Innovativ, doch die typischen Elemente der Filme aus den 1980ern sind enthalten. Es geht um das Erwachsenwerden, die erste große Liebe, Probleme mit Vätern und natürlich einer unheimlichen Bedrohung.

 

Marketinggeheimnisse und Nostalgiegedanken

 

Wer Portal 2 gespielt hat, kann sich mit Sicherheit noch an die Stelle erinnern, in der man exakt die Szene des Zugunglücks in Super 8 durchlebt, jedoch keine Hinweise darauf bekommt, was es mit dem Ganzen auf sich hat, man wird lediglich auf den Film hingewiesen. Die Marketingstrategie von Super 8 ist etwas ungünstig gewählt. Das Geheimnis um die Bedrohung wird darin nicht gelüftet, es macht den Zuseher zwar neugierig, kann aber völlig falsche Vorstellung gegenüber dem Film hervorrufen. Wie auch schon in dem von Abrams produzierten Streifen Cloverfield, werden kaum Hinweise auf die Story des Films gegeben. Doch funktionierte dies bei Cloverfield um einiges besser als bei Super 8, da es für Kenner von Abrams durchaus vorhersehbar war, was kommen musste. Auch um Fans solcher Sci-Fi Filme im Spielberg-Look anzulocken, wären etwas mehr Informationen zu dem Film hilfreich.

 

Super8 c Paramount Pictures 5In Super 8 schaffte es Abrams nicht, wie Steven Spielberg, das richtige Verhältnis zwischen zwischenmenschlichen Beziehungen, Ausarbeitung der Figuren und Action, zu erwischen. Der Film ist einfach zu vollgestopft, mit den für Hollywood so typischen Action-Explosions-Szenen. Auch das Set wirkt eher künstlich, zwar versucht Abrams, die 1970er Jahre authentisch zu inszenieren, er bemüht sich dabei vor allem mit den Details, doch es sieht eher zu angestrengt und zu perfekt aus. Der Nachspann, zu dem der Super 8 Film der Teenager läuft, kann jedoch wieder überzeugen, hier kommt genau die Nostalgie zum Vorschein, die der Regisseur ausdrücken will. Doch die schon lächerlichen wirkenden Lichteffekte, für die Abrams bekannt ist, sehen komplett unpassend aus.

 

Die verrückten Lens Flares von J. J. Abrams

 

Super8 c Paramount Pictures 6J.J. Abrams ist sozusagen der Begründer von sogenannten „lens flares" also Linsenlichteffekt, in Filmen. Vor allem in seinem Film „Star Trek" kommen diese zum Einsatz. Es handelt sich dabei um Blendenflecke oder Linsenreflektionen. Jedoch sind die lens flares von Abrams so gestaltet, dass sie einfach nur künstlich und fehl am Platz wirken. Sie sind von bläulicher Färbung und von länglicher schmaler Form. In Super 8 macht es den Anschein, als sollen diese Lichteffekte Taschenlampen und Scheinwerfer darstellen.

 

Ist Super 8 auch „super"?

 

Wohl eher nicht. J.J. Abrams legt kaum Wert auf eine halbwegs interessante Story und auch das abgedroschene Happy End, á la Spielberg, ist wenig gelungen. Es sieht ganz so aus, als sei Abrams regelrecht verliebt in seine Effekte, denn von denen hat er reichlich in seinen neuen Film gepackt. Wer jedoch auf einfaches Hollywoodkino steht, dem könnte Super 8 trotzdem gefallen. Zu berühmten Filme wie E.T. oder Die Goonies, kann sich Super 8 aber auf keinen Fall zählen lassen.

 

Bewertung: 4/10 Punkten

 

http://www.youtube.com/watch?v=JG8qgBxEwYk

 

Super8 c Paramount Pictures 7Filmdaten

 

Regie: J.J.Abrams

Genre: Mystery, Sci-Fi, Thriller

Land: USA

Jahr: 2011

Länge: 112 Minuten

Christina Schügerl

Christina Schügerl | Redakteurin

christina.schuegerl (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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