BÜCHERBÖRSE

Awesome: The Lego Movie

Everything is awsome! (c) Warner Bros.
Everything is awsome!

Es ist schon ziemlich schwierig, sich kritisch in einen Film zu setzen um im Nachhinein nichts auszusetzen zu haben. Aber auch nach tagelangem Grübeln und Hinterfragen, fällt uns nur wenig ein, das wir am Lego Movie bekritteln könnten.

Lego Parodien gibt es ja schon einige: Herr der Ringe, Star Wars, Indiana Jones etc. sie alle wurden im Fernsehen schon mit Legofigürchen nachgespielt, aber etwas hat den kleinen Spielklötzen aus Dänemark noch gefehlt: ein eigener Kinofilm. Inszeniert wurde das Spektakel von Phil Lord und Chris Miller (Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen, 21 Jump Street), es wurde vollständig animiert und in 3D ausgestrahlt. Nicht mal an der vollauf dreidimensionalen Ausstrahlung gibt es etwas auszusetzen. Es passt einfach alles zusammen.

Das Beste an dem Film ist wohl die gehörige Portion Selbstironie. Der Morgensport besteht daraus, von dem genoppten Boden aufzuspringen - immerhin ist das doch ziemlich anstrengend. Kaffee gibt es überteuert für $$$ (also viel Geld), die Zeitung ist eigentlich nur ein quadratischer Block und das Handy ist größer als der gesamte Kopf des Lego-Helden. Wenn Lego-Männchen duschen gehen, kommen kleine Blöcke aus dem Duschkopf, bis das Ganze dann überläuft. Wie im echten Leben halt auch. Lego-Pferde und Lego-Katzen können ihre Füße nicht bewegen und natürlich gibt es die meisten Geräusche nur aus dem Mund. Diese „realitätsnahe“ Art sich mit den Lego-Figuren auseinanderzusetzen, versetzt in die eigene Kindheit zurück, ist originell und urkomisch.

Lego-Leben

In der geordneten Stadt, in der die Geschichte ihren Lauf nimmt, ist jede Form von Individualität eingeschränkt. Eine Metropole aus Hochhäusern mit unzähligen Kaffee-Ketten und steriler Ordnung, die vom bösen Präsident Business regiert wird. Der Held der Geschichte, ist Emmet (Chris Prett), die Lego-Figur, wie sie im Buche steht. Emmet kann nur nach (Riesen-)Bauanleitung bauen, so wie es sich nach der Meinung von Präsidenten Business gehört. Sinnbildlich für die Uniformität der Stadt singen alle die ganze Zeit, das wohl FURCHTBARSTE Trash-Pop-Lied überhaupt („Everything is awesome“), das sich dann nicht nur durch den ganzen Film durchzieht, sondern einen auch noch Tage später nicht aus dem Kopf will.

Durch Zufall wird Emmett in ein Abenteuer gesogen, das seine Welt verändern wird. Zusammen mit Wildstyle (Elizabeth Banks), Vitruvius (Morgan Freeman) und Batman (ja, Batman – alias Will Arnett) soll er die Kreativität der Lego-Welt retten. Er ist der Auserwählte und soll den Master-Buildern helfen. Diese Vereinigung besteht aus den erfolgreichsten Lego-Franchises überhaupt: Gandalf, Dumbledore, den Ninja-Turtles, Superman, Wonder Woman, Unikitty (eine groteske Mischung aus Einhorn und Hello-Kitty-Verschnitt) und noch zahlreichen anderen.
Die Abenteuer, die das Team zusammen erlebt, sind mit Witz und Heiterkeit durchgezogen, die Charaktere sind durchdacht und das verhilft dem - eher einfallslosen, weil kindgerechtem - Plot zu seinem Erfolg. Da kann man auch über die Anlehnung an viele Stereotypen hinwegsehen.
Der Film ist zwar an Kinder gerichtet, aber durchaus Erwachsenen und generell jedem zu empfehlen, der sich einfach amüsieren will. So viel Witz, Ironie, Anspielungen, Wortwitze, Nicht-Kommerzialität (trotz Hollywood) haben wir im Kino schon lange nicht mehr erlebt. Wir haben 100 Minuten durchgelacht. 

Geschrieben von Evelyn Höllrigl und David Klotz

David Klotz

David Klotz | Redakteur und OCM

studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft 

sagt zu Kino niemals Nein und hasst Spoiler 

david.klotz (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: September 2012

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook