BÜCHERBÖRSE

2 Views on: Die Bestimmung - Divergent

Die Bestimmung - Divergent: Ab 10. April im Kino Bild: © 2014 Concorde Filmverleih GmbH
Die Bestimmung - Divergent: Ab 10. April im Kino

Geschrieben von Michael Leitner und Daniela König

Und wieder flimmert der Beginn einer neuen Trilogie über die Kinoleinwände: In Amerika legte Die Bestimmung – Divergent mit über 56 Millionen eingespielten Dollar am ersten Wochenende einen erfolgreichen Start hin. Am 10. April startet das auf Veronica Roths Bestseller basierende Action-Abenteuer auch in unseren Kinos.

Regie führte Neil Burger (Ohne Limit), das Drehbuch schrieben Evan Daugherty (Snow White and the Huntsman) und Vanessa Taylor (Wie beim ersten Mal).

In den Hauptrollen zu sehen sind Shailene Woodley (The Descendants) und Theo James (Underworld: Awakening). Prominente Unterstützung erhalten die beiden unter anderem von Zoe Kravitz (X-Men: Erste Entscheidung), Tochter des Musikers Lenny Kravitz, sowie von Oscar-Gewinnerin Kate Winslet (Titanic).

Im Chicago der Zukunft spielt Beatrices (Shailene Woodley) Welt, in der die Menschheit in fünf verschiedene Fraktionen unterteilt ist: Altruan – die Selbstlosen, Candor – Die Freimütigen, Ken – die Wissenden, Amite – die Friedfertigen und Ferox – die Furchtlosen.

Alle 16-Jährigen des Zukunftsstaates müssen sich bei einer Zeremonie für eine der Fraktionen, die dann als ihre neue Familie gilt, entscheiden – unabhängig davon, in welche sie hineingeboren wurden. Eine schwierige Entscheidung, bei der ihnen ein vorangehender Bestimmungstest helfen soll, der zeigt, für welche der fünf Fraktionen er oder sie am besten geeignet ist. Bei Beatrice jedoch funktioniert dieser nicht und führt zu einem widersprüchlichen Ergebnis: Sie ist eine Unbestimmte. Genau das macht ihr fortan das Leben schwer, denn sie passt in keine der Fraktionen. Beatrice entscheidet sich schließlich für die wagemutigen Ferox, wo sie Four (Theo James) als einen der Anführer kennenlernt. In ihrer neuen Fraktion jedoch gerät sie dort ins Zentrum eines Konfliktes, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das all derer, die sie liebt, bedroht.

Sieben Punkte und zwei Meinungen sollen euch einen umfangreichen und differenzierten Einblick in den Film geben.

Das war herausragend

Daniela: Die Geschichte an sich mit ihrer Zukunftsvision ist für Dystopie-Fans eine interessante, da sie dazu anregt, darüber nachzudenken, wie die ferne Zukunft tatsächlich einmal aussehen könnte und in welche der Fraktionen man sich beispielsweise selbst einordnen würde.

Michael: Nichts an Divergent war wirklich gut, echte Pluspunkte verdient er sich höchstens durch die konsequente Verweigerung bzw. Ignoranz von Geschlechterklischees. Jungs kämpfen gegen Mädchen, der Überbösewicht ist weiblich und Gemeinschaftsduschen gibt es auch - zumindest mit Feminismus hat man in dieser Zukunftsvision keine Probleme mehr. Das Filmdesign war im Großen und Ganzem auch okay, wenn auch nicht frei von Widersprüchen.

Das war echt mies

Daniela: Es wurde versucht, den Film mit ein paar satirischen Kommentaren aufzupeppen und ein Stückchen Humor mitreinzubringen. Hier hätte eine größere Portion an Humor und mehrere dieser satirischen Elemente dem Film gut getan, um das Ganze sympathischer sowie authentischer zu gestalten.

Michael: Da wäre zum einen Mal das politische System, das völlig der unoriginellen, viel zu offensichtlichen Aussage untergeordnet ist. Dazu kommen andauernde Widersprüche, Inkonsequenzen, Nicht-Charaktere, eine auf Nichts hinauslaufende Handlung und ungefähr eineinhalb Stunden, die man ohne weiteres hätte wegschneiden können. Am Schlimmsten aber ist die Anhäufung an unnötigen Szenen, vor allem bei den Ferox: Unfreiwillig komisches Springen aus dem Zug; völlig sinnentleertes, mehrfaches Riskieren von Menschenleben bei den Aufnahmeprüfungen; ein Furchtsimulator, der die TeilnehmerInnen als zu klug enttarnt, wenn man seine Irrealität erkennt, und so weiter und so fort.

Schauspielerische Leistung

Daniela: Shailene Woodley und Theo James in den Hauptrollen haben eine solide Leistung erbracht, allerdings kommt man nicht drum herum die Rolle der Beatrice mit jener von Katniss der Hunger Games-Serie zu vergleichen, zu ähnlich ist das Thema der beiden Filme. Bei diesem Vergleich schneidet Woodley weniger gut ab, da Jennifer Lawrences Glanzleistung nur sehr schwer zu toppen ist. Kate Winslet kannte man in einer strengen Rolle wie dieser bisher nicht, aber sie bringt ihren Charakter mit einer Mischung aus freundlich, manipulativ und besessen recht überzeugend über den Bildschirm. 

Michael: Die Schauspieler waren großteils in Ordnung. Sollte es Absicht gewesen sein, merkt man Shailene Woodley die ständige Unsicherheit ihres Charakters ganz gut an.

Die beste Szene

Daniela: Wenige bis gar keine der Szenen reißen den Zuschauer voll und ganz mit, somit bleibt keine davon als herausragend in Erinnerung. Am spannendsten sind jene, durch die der Zuschauer mehr darüber erfährt, was es mit den "Unbestimmten" auf sich hat.

Michael: SPOILER-WARNUNG! In der nahezu autistischen Menge der durch ein Serum manipulierten Ferox findet Trix ihren Four und die beiden "Unbestimmten" müssen stur mit der Zombiearmee mitschreiten um nicht aufzufallen. Für einen kurzen Moment könnte man fast glauben, der Film würde einen düsteren, guten Schluss finden, doch schon bald zieht er seinen guten Ansatz wieder ins Lächerliche und quält uns noch eine halbe Stunde.

Die emotionale Aufarbeitung

Daniela: Obwohl Action und Romantik vorhanden sind, kann dieser Film das Gefühl einer emotionalen Achterbahnfahrt, das den Zuschauer mit den Charakteren mitfiebern lässt, nicht hervorrufen.

Michael: Leider bewegt sich Divergent von Anfang an auf derart niedrigem Niveau, dass eine Identifikation mit den Charakteren zu keinem Zeitpunkt stattfinden kann. Die welterschütternden Konflikte, vom Verrat der Eltern bis hin zum Erschießen eines guten Freundes gehen dementsprechend spurlos am Zuschauer vorüber.

Wer sich den Film anschauen soll

Daniela: Fans von dystopischen Zukunftsszenarien und gleichzeitg romantischen Elementen sowie begeisterte Leser des Buchs sind Zielgruppe des Films. Allerdings haben diejenigen auch großes Vergleichsmaterial wie zum Beispiel die Hunger Games-Serie, die es diesem neuen Film nicht leicht macht.

Michael: Darf man hier auch niemand schreiben? Naja, ein Teil der Hunger Games-Fraktion könnte schon seine Freude daran haben. Man muss aber auch ehrlich sagen, dass der Film seinem Zielpublikum nichts bieten kann, das das Franchise mit Jennifer Lawrence nicht bereits besser bedienen würde.

Ein wohl überlegtes Fazit

Daniela: Die dystopische Idee von Divergent ist eine interessante und die Schauspieler legen eine solide Leistung hin. Allerdings erinnert das Thema des Films stark an die Hunger Games-Filme und in diesem Vergleich zieht Die Bestimmung – Divergent den kürzeren.

Michael: Divergent klaut sich aus populären Jugendromanen eine unoriginelle Dystopie mit Standardaussage zusammen. Inszeniert ist das Ganze mit der jugendlichen Zielgruppe im Hinterkopf und einem unfreiwilligen Hang zur Schwachsinnigkeit.

Kinotickets zu gewinnen!

Damit ihr euch selbst eine Meinung bilden könnt, verlosen wir auf unserer FB-Fanpage 4x2 Kino-Tickets und zusätzliche Film-Goodies, bestehend aus 4x Journals + 4x Lanyards. Viel Glück! 

Eine ausgebaute Adaption der Formatidee von franzmagazine.com

 

 

 

Daniela König

Redakteurin & Fotografin

daniela.koenig@unimag.at

Website: www.happytravels-puravida.com | Reisen, Food & Musik


 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook