BÜCHERBÖRSE

Spoilerfrei: Dracula Untold

Spoilerfrei: Dracula Untold (c) Universal Pictures

Das Thema Vampire wurde schon ziemlich platt getreten. Aber selbst wenn man hofft, das Ende ist nahe, gibt es noch eine Geschichte, die "so noch nie erzählt" wurde. Uff. Am 02. Oktober startet diese "unbekannte" Geschichte über die Entstehung und das Leben des allerallerersten Vampirs.

Der Trailer für das düstere Epos verspricht eigentlich einen ziemlich guten Film. Aber spätestens nach Malificent sollte man sich auf Trailer nicht wirklich verlassen. Demnach mit Skepsis ins Kino – und prompt überwältigt. Tatsächlich hält der Film, was er verspricht. Also werft alles über Bord, was ihr von Dracula aus den 30er oder 40er Jahren wisst und lasst euch auf eine andere Geschichte ein, die durchaus einige nette historisch korrekte Anspielungen enthält.

Der Film ist ziemlich kurzweilig (nur 90 Minuten), was zwar einerseits zu straffen Tempo führt, andererseits aber auch wenig Zeit für Entwicklungen und dem Nachvollziehen der Handlungslogik lässt. Da muss man davon ausgehen, dass manches einfach unlogisch ist. Der Film wäre wirklich ziemlich gut, wäre da nicht das immer und immer selbe Lied, das diese Mittelalter-Blockbuster singen. Ein barmherziger König, der sein Wohl für das Volk gibt – von seiner Frau geliebt, von seinem Sohn vergöttert, immer treu und niemals eigennützig. Aber natürlich eine sehr, sehr dunkle Vergangenheit. Gähn.

Luke Evans (Fast&Furious 6, Der Hobbit) als Dracula himself schafft es dennoch, seine Handlungen plausibel und nachvollziehbar rüber zu bringen. Das ändert zwar nicht an der Logik-Kluft, wirkt aber echt. Ihm gegenüber stehen einige namentlich unbekannte und ziemlich platte Böswichte. Mehr kann man dazu auch nach dem Film nicht sagen. Das Augenschmankerl, das natürlich nicht fehlen darf, ist Sarah Gadon (Die Tore der Welt). Bestechend furchteinflößend und mit leider viel zu wenig Screening Time ist Charles Dance (Game of Thrones – Hear Him Roar!).

Lässt man sich von dem Spießrutenlauf durch allerhand Background-Klischees nicht stören, ist Dracula Untold ein guter Film. Voll von Brutalität, Blut, Schocker, gar nicht so schlechten Dialogen, tollen visuellen Effekten, dramatischer Musik und nicht endtäuschendem Ende. Tatsächlich ein Film ohne 3D, Kino muss deshalb nicht sein, bringt aber wesentlich mehr Sehenswürdigkeit.

David Klotz

David Klotz | Redakteur und OCM

studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft 

sagt zu Kino niemals Nein und hasst Spoiler 

david.klotz (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: September 2012

 

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