BÜCHERBÖRSE

LET’S CEE Film Festival: Gewinner und Fazit

LET’S CEE Film Festival: Gewinner und Fazit (c) Paulina & Thomas Photography

Beim 3. LET’S CEE Film Festival wurden am Wochenende im Rahmen einer Preisverleihung in der Wiener Urania die Siegerfilme der drei Wettbewerbe ausgezeichnet und Bilanz gezogen.

Zwischen dem 2. und dem 11. Oktober wurden in Wien insgesamt 91 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus Zentral- und Osteuropa gezeigt. Mit knapp über 13.000 Besuchern bei insgesamt 138 Screenings und Veranstaltungen konnten die Festivaldirektoren Magdalena Żelasko und Wolfgang P. Schwelle das Ergebnis aus dem Vorjahr (9.600 Besucher) deutlich übertreffen.

Heuer kamen über 100 Filmschaffende nach Wien, darunter erneut zahlreiche bekannte Namen. Der zweifache Oscar-Preisträger und Produzent Branko Lustig aus Kroatien stellte sich ebenso den Fragen des Publikums wie der Filmemacher und Oscar-Preisträger István Szabó aus Ungarn, der Regisseur und Gewinner eines Goldenen Löwen Milcho Manchevski aus Mazedonien und sein rumänischer Kollege Cristi Puiu, Gewinner eines Goldenen Bären sowie die Schauspieler Scot Williams (England), Shooting-Star Ana Ularu aus Rumänien und die polnische Schauspielerin Jowita Budnik.

Die Gewinner

Der Urania Award 2014 in der Kategorie "Bester Spielfilm", bei der heuer neun Filme am Start waren, ging dabei an den estnischen Regisseur Ilmar Raag für seine internationale Koproduktion "I Won’t Come Back". Das Roadmovie über die Entdeckung der Liebe "berührt durch das herausragende Spiel zweier junger Darstellerinnen und durch eine Geschichte, in der trotz extrem widriger oder gar grausamer Umstände stets Platz für Hoffnung und Optimismus bleibt", heißt es in der Begründung der Jury. Kornél Mundruczós aufwühlende und vielschichtige Parabel über Unmenschlichkeit "White God", die schon in Cannes mit dem Preis Un Certain Regard ausgezeichnet wurde und das diesjährige LET'S CEE Film Festival eröffnete sowie die bittersüße und originelle Komödie "Monument to Michael Jackson" von Darko Lungulov erhielten lobende Erwähnungen. Den Dokumentarfilm-Wettbewerb gewann "Pipeline". Den Kurzfilm-Wettbewerb entschied die deutsch-kroatische Koproduktion "The Chicken" der Bosnierin Una Gunjak für sich.

Ausblick

Die Freude über so viele gute Filme, internationale Gäste und Rekord-Besucherzahlen wird allerdings getrübt durch die nach wie vor nur sehr geringe Förderung seitens der Öffentlichen Hand. "Vom Bund und von der EU kriegen wir keinen Cent, von der Kulturabteilung der Stadt Wien 15.000 Euro. Das ist ein Bruchteil dessen, was wir brauchen würden und nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein", sagt Festivaldirektorin Magdalena Żelasko. Ob es im nächsten Jahr ein Festival geben wird, steht laut Festivaldirektor Wolfgang P. Schwelle in den Sternen. "Mit einem aufgrund der mangelnden Unterstützung seitens der öffentlichen Hand praktisch nicht vorhandenen Werbebudget ist es schwierig, rund 150 Screenings und Veranstaltungen so zu bewerben, dass die Säle immer voll sind" sagt Schwelle. "Mittlerweile arbeiten wir mit einem rund 150-köpfigen Team an ehrenamtlichen und im Durchschnitt sehr jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Es ist für Außenstehende unvorstellbar, was unsere Leute leisten", meint Żelasko abschließend.

Wir wünschen dem gesamten Team von LET’S CEE Film Festival alles Gute für die Zukunft und sind zuversichtlich, dass es auch eine 4. Auflage geben wird!

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

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