BÜCHERBÖRSE

Drei Fragen an Zach Braff

Zach Braff in Action (c) Wild Bunch
Zach Braff in Action

Zach Braff war in Wien und UNIMAG hat ihn zu einem kurzen Interview getroffen. Mit uns sprach der ehemalige Scrubs-Schauspieler über seinen neuen Film Wish I Was Here (Review hier).

Das besondere an seinem neuen Film ist die Finanzierung: er wurde zu einem Großteil durch Crowdfunding unterstützt. Was Zach Braff ziemlich viel Publicity eingebracht hat, ist eine Erfahrung die er jedoch lieber nicht mehr machen möchte. "Hell No!" war seine Antwort auf die Frage, ob er auch zukünftige Projekte so finanzieren wird. Es sei eine unglaubliche Erfahrung in sehr kurzer Zeit gewesen und besonders der Kontakt mit den Menschen war fantastisch, aber die ganze Arbeitspolitik sei wirklich ermüdend und er habe nicht wirklich Interesse daran, die "Stimme von Kickstarter" sein. Wie auch immer er seine nächsten Projekte (die definitiv anstehen) finanzieren oder produzieren wird, hoffen wir mal, dass wir nicht erneut zehn Jahre warten müssen.

Was würden Kinder lernen, die zu Hause unterrichtet würden, wenn Zach Braff und nicht Aidan Bloom (Hauptfigur von Wish I was Here) der Lehrer wäre.
Nicht Geometrie. (er singt) GEOMETRIE! Nein, im Ernst: Aidan ist ja von mir selbst inspiriert, also wäre ich ebenfalls kein guter Lehrer. Ich habe mal als Lehrer bei einem Tutorenprogramm mitgearbeitet, bei dem wir unterprivilegierten Kindern Nachhilfe geben sollten. Da fragte mich ein Mädchen irgendwas über gleichschenklige und spitze Winkel und ich dachte lediglich: Du hast verdammt nochmal keine Ahnung. Du solltest hier nicht den Tutor spielen!

Dein Bühnenstück All New People wurde in New York und dem Vereinigten Königreich aufgeführt, bei letzterem auch mit dir als Hauptdarsteller. Gibt es irgendwelche Pläne das Stück auch als Film zu adaptieren?
Ich habe drüber nachgedacht. Ich bin mir nicht ganz sicher wie man es für das andere Medium öffnen kann. In Hollywood würde man sagen: „Hey, das Stück spielt mit sechs Leuten in einem Raum, hol die Leute raus, erzähl die Geschichte draußen!“. Ich habe schon eine sehr grobe Version geschrieben, also die Antwort ist: Irgendwann bestimmt einmal! Momentan würde ich aber eher ein neues Stück schreiben, bevor ich das alte verfilme. Aber ich bin davon überzeugt, dass es ein toller Film werden würde, ich muss nur noch das Problem knacken, wie ich das ganze auf die Leinwand übertragen kann.

Werden wir dich jemals wieder auf dem Fernsehbildschirm sehen?
Ja! Hätte man mich das vor einem Jahr gefragt, hätte ich vermutlich noch nein gesagt. Aber es gibt mittlerweile so viel gutes Zeug im Fernsehen und es ist so viel kreativer Raum da, um gute Geschichten zu erzählen. Bei Itunes, Amazon oder Netflix kann man sich zwischen Film oder Serien entscheiden und warum sollte man nicht für mehrere Wochen in einer guten Sache versinken, als nur für 2 Stunden? 2014 war ein das schlechteste Jahr für Filme seit 1996 und wenn Leute wie Scorsese und Soderbergh ihre Sachen im Fernsehen machen, dann ist das irgendwie die neue Unterhaltungsfront.

Das Interview führten David Klotz und Andreas Müllauer.

Andreas Müllauer

Redakteur seit 2013

studiert  Theater-, Film- und Medienwissenschaften

liebt Filme, Hunde & macht "irgendwas mit Medien"

Mail an Andreas.Muellauer(ät)unimag.at

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook