BÜCHERBÖRSE

Attention, Attention: Start der Viennale 2014

Mortensen als Papa in Not - "The Road" (c) Viennale
Mortensen als Papa in Not - "The Road"

Ab morgen, dem 24.Oktober, öffnen sich die Türen von vier Wiener Kinos um der hungrigen Meute das zu geben, was sie verlangt: Viennale-Filme! Selbst wenn man den Spaß beiseitelässt, so ganz unwahr ist die obige Aussage nicht, denn die Schlangen vor den Verkaufsstellen waren am ersten Tag des Ticketsstarts ziemlich lang. Auch im Internet hat der Vorverkauf einige Gemüter wegen überlasteter Server erhitzt. Da muss man die Wienerinnen und Wiener – und natürliche alle Zugereisten – schon loben, denn scheinbar ist ein starker Wunsch nach Filmkultur da.

Cowboys und Indianer

Wie jedes Jahr gibt es nicht nur das "normale" Filmprogramm zu bestaunen, sondern auch Special Programs, Tributes und eine Retrospektive. Letztere ist Regie-Legende John Ford gewidmet, der vor allem für seine Western mit John Wayne bekannt ist. Er ist einer der wenigen Regisseure, der nicht nur im Stummfilm, sondern dann auch in Tonfilm-Zeiten sehr erfolgreich war. Außerdem hat er auch noch die meisten Regie-Oscars erhalten. Braucht man eigentlich noch mehr Gründe, um sich seinen alten Schinken zu widmen?

Einen Tribut zollt man dem amerikanischen Schauspieler Viggo Mortensen, der seit seinem Karrierestart 1995 jeden erdenkliche Rolle schon einmal gespielt hat. In diesem Sinne sieht man ihn als Mafiaboss in "Eastern Promises", als starke Vaterfigur im apokalyptischen "The Road" und als edlen Kämpfer in "The Lord of the Rings: The Fellowship oft he Ring" über die Leinwand huschen. Obwohl man zu letzterer Filmauswahl zwei Dinge anmerken muss: Erstens, cool, dass die eingefleischten "Lotr"-Fans die Möglichkeit haben, das erste Epos wieder im Kino zu sehen, aber weniger cool ist, dass Mortensen eigentlich erst im zweiten und dritten Film so richtig zur Hauptrolle wird. Man kann hier wohl einen klassischen Fall von "Crowd Pleasing" vermerken.

Wölkchen voller Bedeutung

Spezielles Augenmerk wird weiters auf den deutschen Regisseur Harun Farocki gerichtet, der im Juli dieses Jahres gestorben ist. Seine dokumentarischen Arbeiten mögen zwar nicht gleich so leicht zu begreifen sein, wie etwa die von Michael Moore, doch hatten Farockis Werk sogar real-politische Konsequenzen. Wer mehr über den Regisseur erfahren möchte, sollte sich aber eher seine eigenen Filme, als den von James Benning anschauen. Dieser heißt zwar "Farocki" - was impliziert, dass es um den Deutschen geht, aber man sieht 77 Minuten lang wie sich eine Wolke am Himmel auftürmt. Respekt vor allen, die in diesem Werk Anleihen an Harun Farocki sehen.

Für alle, die finden, dass die Spezialprogramme nicht so zu ihnen passen, gibt es ja noch den Filmkatalog in dem mannigfaltige Möglichkeiten bestehen. Und keine Angst wegen der langen Schlangen aus dem ersten Absatz, denn wer Karten möchte kann es immer noch kurz vor dem Film versuchen. Wenn ihr wissen wollt, was ihr nicht verpassen dürft und was ihr gern verpassen dürft, folgt unserer Berichterstattung! Schöne zwei Film-Wochen euch allen!

Anne-Marie Darok

Anne-Marie Darok | Redakteurin

Musik, Mode und auch ein bisschen Film - solange Adjektive nicht verboten sind, wird gerne über das (fast) komplette Kulturspektrum berichtet

anne-marie.darok (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

 

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