BÜCHERBÖRSE

James Dean ist wieder auferstanden – Anton Corbijns "LIFE" bringt ihn zurück

Dane Dehaan und Robert Pattinson in "LIFE (c) Caitlin Cronenberg / See-Saw Films
Dane Dehaan und Robert Pattinson in "LIFE

UNIMAG berichtet live von der 65. Berlinale. Heute: LIFE unter der Regie von Anton Corbijn.

Sein Name ist jedem ein Begriff, viele haben seine Filme gesehen. James Dean, der zu jung starb, um mehr als drei Filme zu drehen. Heute ist er eine Ikone. Wer nicht seine Filme gesehen hat, der kennt zumindest das Foto vom Times Square, sagte der Schauspieler Dane DeHaan auf der Pressekonferenz der Berlinale zu dem Film "Life".
Dieses Foto verdanken wir vor allem einem Mann, Dennis Stock. Der Fotograf erkannte früh das Talent Deans und beschloss, von dem Jungschauspieler ein Foto-Essay zu machen. Dieses Vorhaben führte ihn nicht nur zum Frisör und auf den Times Square, sondern auch zu Deans Familie, nach Indiana. Die Beziehung der beiden zueinander, die Konflikte der zwei unterschiedlichen Welten, aber vor allem das Entstehen der Fotos, sind Thema in Anton Corbijn’s „Life“. Dabei achtete der Regisseur und Hobby-Fotograf darauf, die Geschichte zu den jeweiligen Fotos zu erzählen. Der Zuschauer bekommt somit nicht nur einen Einblick in James Deans Leben, sondern auch in die Perspektive eines Fotografen. Das einzige ernüchternde ist die Performance von Robert Pattinson, der Darsteller von Dennis Stock. Es scheint, als habe er kein anderes Gesicht, als ein ermüdendes, verschlafenes und gelangweiltes zur Verfügung. Dabei ist es gerade sein Charakter, der sich im Film am meisten wandelt. Vom Mann, der nur schlechte Aufträge bekommt und keinen Zugang zu seinem Sohn findet zum Kunst-Fotografen, der schlussendlich Vatergefühle entwickelt. Das scheint jedoch nebensächlich zu sein, wenn man die hervorragende Leistung von Dane DeHaan betrachtet. Er geht und spricht wie James Dean und selbst bei diesem kindlich, verrückten Lacher kommen ähnliche Lachfalten zum Vorschein. Unterstützt wird das Ganze durch die sehr glaubwürdigen Dialoge. Luke Davies, der Drehbuchautor, setze sich intensiv mit James Dean und seiner Geschichte auseinander. Auf der Pressekonferenz in Berlin meinte er lachend, er habe das Gefühl, als wisse er im Moment mehr über diese Ikone als irgendjemand sonst. Es ist eine gewagte Arbeit, jemanden wie James Dean, den viele perfektionieren, auf die Leinwand zu bringen. Mit "Life" scheint es Anton Corbijn und seinem Team mit Bravour gelungen zu sein. Als die Credits am Schluss des Filmes erscheinen, sitzt ein älterer Herr mit Tränen in den Augen fassungslos da und sagt: "Es ist als ob James Dean wieder auferstanden ist".

 

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