BÜCHERBÖRSE

Filmstart: American Sniper

Bradley Cooper in der Rolle des Chris Kyle
Bradley Cooper in der Rolle des Chris Kyle

Der neueste Film von Clint Eastwood ist 132 Minuten lang, kommt am 26. Februar in die österreichischen Kinos und erzählt die Geschichte des Texaners Chris Kyle (Bradley Cooper), der sich auf der Suche nach einem höheren Ziel im Leben, dazu entschließt, der Armee beizutreten. Fast am Ende seiner Ausbildung angelangt, lernt er seine zukünftige Frau Taya Renae Studebaker (Sienna Miller) kennen. Wenige Wochen später passiert 9/11. Chris und Taya beschließen zu heiraten und noch am selben Tag wird seine Einheit in den Irak beordert. Genauer gesagt nach Falludscha, wo er als Scharfschütze eingesetzt wird. Dabei steigt er bis zur Legende mit den meisten Abschüssen auf, wird aber immer wieder mit moralisch bedenklichen Entscheidungen konfrontiert, wie zum Beispiel dem erschießen von Kindern. Das wird schon in der ersten Szene des Films gezeigt, wo er sich entscheiden muss, ob er den mit einer Handgranate bewaffneten Jungen erschießt, oder seine Kameraden in Gefahr bringt. Der Schrecken des Krieges verlangt viele Opfer, auch unter den amerikanischen Streitkräften, und die, die er nicht retten kann, so erzählt er seinem Psychiater, verfolgen ihn Tag und Nacht.

Kritik

Clint Eastwood hat wieder einmal gezeigt, dass er nicht nur ein ausgezeichneter Schauspieler ist, sondern auch hinter der Kamera zu Höchstform aufläuft. Die Inszenierung und bildliche Gestaltung ist großartig und auch die Leistung der Schauspieler, vor allem von Bradley Cooper, ist richtig stark. Die Folgen für die Soldaten und deren Familien werden gut beleuchtet und die moralischen Entscheidungen bringen den Zuschauer zum Nachdenken. Ich selbst könnte nicht sagen, wie ich in solch extremen Situationen gehandelt hätte, denn dieser Film sorgt nach dem Kinobesuch auf jeden Fall für Diskussionen. Schade ist, dass eine so umstrittene Figur wie Chris Kyle, zu solch einem Helden gemacht wird. Clint Eastwood nahm als Vorlage für den Film, die von Kyle selbstgeschriebene Biographie. Die Biographie eines Mannes, der nachweislich Lügen über andere Soldaten und Politiker verbreitet hat. Für Amerika typisch, wird der Krieg unkritisch hingenommen. Im Film wird es so dargestellt, als sei 911 der Grund dafür, wieso Kyles Einheit in den Irak geschickt wird. Das ganze Debakel, rund um die Suche nach chemischen und atomaren Waffen, wird in keinster Weise thematisiert.

Wer sollte sich den Film ansehen?

Will man einen großartig produzierten Film mit guten Schauspielern sehn, kann man ohne weiteres in diesen Film reingehen, denn man wird richtig gut unterhalten. Nicht umsonst wurde American Sniper für sechs Oskars nominiert. Will man jedoch mehr über den Irak-Krieg auf einer objektiven Ebene in Erfahrung bringen, so ist das der falsche Film, da es sich hier um einen typisch amerikanisch-patriotischen Film handelt.7

Beitrag geschrieben von Benjamin Bäck.

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook