BÜCHERBÖRSE

Filmstart: The Gunman

Sean Penn als Jim Terrier
Sean Penn als Jim Terrier

Demokratische Republik Kongo, 2006: realistische Nachrichtenausschnitte zeigen eine höchst chaotische Phase des Landes, geprägt von Bürgerkrieg und Völkermord. Als Ursprung dieser Situation erblicken wir das Gesicht des ehemaligen Söldners Jim Terrier (Sean Penn), welcher zu diesem Zeitpunkt mit seinen Kollegen, als NGO-Mitarbeiter getarnt, Aufträge eines Wirtschaftskonzerns ausführt. Ein tödlicher Anschlag auf einen hochgeachteten Minister des Kongo steht bevor und von Beginn an ist klar, dass der ausführende Scharfschütze nach dem Vollzug seiner Tat sofort das Land verlassen muss. Jim hat zu diesem Zeitpunkt eine von Glück erfüllte Beziehung, mit der wirklich in der NGO als Ärztin tätige Annie (Jasmine Trinca), sowie viele moralische Bedenken bezüglich der bevorstehenden Tat. Sein Freund und Kollege Felix (Javier Bardem) scheint jedoch ebenfalls Nähe zu Annie zu suchen. Letztlich ist er derjenige, der die entscheidenden Worte spricht: "Du bist als Schütze ausgewählt, Jim."

Paradoxerweise übergibt Jim gerade ihm die Aufgabe, auf Annie Acht zu geben, sobald er das Land verlassen hat. Mit dämmrigen Szenen, in welchen dem Zuschauer die negative Energie im Kongo, sowie die "Ruhe vor dem Sturm" eingängig vermittelt wird, bereitet sich Terrier auf den alles bestimmenden Augenblick vor. Mit einer genialen Schussaufnahme endet der erste, entscheidende Teil des Films.

8 Jahre später: Das Blatt hat sich in Richtung Moral gewendet. Jim ist wieder in Afrika. Diesmal ist seine Arbeit in einer NGO nicht nur eine Maske. Während er gerade dabei ist, einen Brunnen für ein Dorf zu bauen, wird er von drei bewaffneten Männern überrascht, die auf ihn schießen. Schlagartig erwacht der ehemalige "Gunman" in ihm und verteidigt sich und seine Mitarbeiter. Bei der Durchsuchung der Jackentaschen der bewältigten Männer findet er leere Kapseln, zum Zwecke eines Blutbeweises. Schlagartig wird ihm bewusst, dass die Vergangenheit ihn trotz allem eingeholt hat und reist alarmiert nach London.

Mit der ständigen Kenntnis beobachtet zu werden, forscht er über seine alten Kollegen nach dem Verantwortlichen. Herausfinden kann er am Ende nur, dass der Weg zu Felix nach Barcelona führt und ihm zusätzlich die Folgen eines Schädelhirntraumas alle weiteren Wege erheblich erschweren werden. Mit der Ankunft in den warmen Gassen Barcelonas, erblickt Jim nach all den Jahren seine nach wie vor unerbittliche Liebe von damals wieder, nun wie zu erwarten verheiratet mit seinem ehemaligen Freund. Er konfrontiert den reichen Mann mit seinem Problem, überzeugt von seiner Beteiligung an der Schießerei. Annie ist zunächst fassungslos und wütend, während der stets alkoholisierte Felix sie auf keinen Fall wieder von sich lassen will. Trotz allem kommt es zu einem entscheidenden, leidenschaftlichen Hotelbesuch und jegliche Begierde und Liebe zwischen Jim und Annie ist wiederbelebt. Am nächsten Tag folgt zugleich der nächste Angriff. Felix wird getötet.

Die höchst fein ausgearbeiteten Action Szenen zeigen den weiteren bedrohlichen und spannungsreichen Weg der Verliebten in einem Meer von versuchten Attentaten und Entführungen. Sean Penn spielt seine Rolle mit vollem Körpereinsatz und zeigt den Zuschauern, wie Jim Terrier seinen Feinden immer einen Schritt voraus ist und bis zu seinem körperlichen und auch geistigen Limit gnadenlos kämpft.

Wie auch bereits in 96 Hours (Taken) lässt uns Pierre Morel an Jims und Annies Kampf teilhaben und zeigt uns spannungsgeladene Momente, die teilweise an Kevin - Allein zu Haus ab 18 erinnern.

 

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