BÜCHERBÖRSE

4. LET'S CEE Film Festival: Das Programm

4. LET'S CEE Film Festival: Das Programm (c) Paulina & Thomas Photography

Im Rahmen des LET'S CEE Film Festivals werden zwischen dem 1. und dem 11. Oktober im Urania Kino, im Actor's Studio, im Village Cinema und in weiteren Spielstätten in Wien insgesamt über 100 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus Zentral- und Osteuropa zu sehen sein. Und zwar alle davon in Originalversion mit englischen oder deutschen Untertiteln und fast immer als Österreich-Premieren. Mit Master Classes und Diskussionen bis hin zu Ausstellungen und Konzerten wird das Rahmenprogramm abgerundet.

"Zentrales Ziel des Festivals ist und bleibt die Förderung des mittel- und osteuropäischen Filmschaffens", sagt die Festivaldirektorin Magdalena Żelasko, Das Festival will auch 2015 auf Erfolgs- und Rekordkurs bleiben, so soll etwa die Zahl der Besucher von 13.100 im Vorjahr heuer auf rund 18.000 ansteigen. "Das soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass wir mit der Fördersituation, insbesondere was die öffentlichen Stellen in Österreich betrifft, unterm Strich nach wie vor sehr unzufrieden sind", kritisiert Festivaldirektor Wolfgang P. Schwelle. Wachstumschancen will man daher vermehrt auch außerhalb des Festivalbetriebs nützen. Żelasko: "LET’S CEE soll zu einer Marke werden, die das Filmschaffen aus der von uns abgedeckten Region ganzjährig promotet."

Das Programm

Für den Spielfilmwettbewerb wird der polnische Filmkritiker Tomasz Raczek wieder die stärksten Beiträge des CEE-Raums auswählen. Darunter Body aus Polen, dessen Regisseurin Małgorzata Szumowska mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde. Sie war allerdings nicht die alleinige Preisträgerin in der Kategorie "Beste Regie", denn auch Radu Jude wurde mit einem Silbernen Bären geehrt. Freilich wird auch dessen Film Aferim! bei LET’S CEE zu sehen sein. Produzentin Ada Solomon hat bereits ihr Kommen bestätigt und wird im Rahmen einer Master Class über internationale Filmproduktion sprechen. Aus Aserbaidschan kommt der Antikriegsfilm Nabat von Elchin Musaoglu, in dem die bekannte iranische Schauspielerin Fatemeh Motamed-Aria die Hauptrolle verkörpert. The Fool ist hingegen eines der aktuellen Aushängeschilder des russischen Kinos und wurde unter anderem in Locarno ausgezeichnet.

Den Dokumentarfilmwettbewerb verantwortet, so wie schon in den letzten drei Jahren, die aus Kroatien stammende und in Holland lebende Filmdozentin Rada Šešić. Auch 2015 werden beeindruckende Dokumentarfilme mit hoher politischer Relevanz bestimmend sein. So etwa Chuck Norris vs Communism. Ergänzt mit Ausschnitten aus Filmen mit Action-Ikonen wie Sylvester Stallone und natürlich Chuck Norris zeigt die Produktion, wie geschmuggelte Videokassetten im Rumänien der 1980er Jahre zu einer Bedrohung für das System werden konnten. Der Film wird ebenso wie Destination Serbistan auch im Schulkino zu sehen sein. Regisseur Želimir Žilnik, der bereits 1969 einen Goldenen Bären gewinnen konnte, schafft es in seinem Wettbewerbsbeitrag, den meist abstrakten Flüchtlingszahlen aus den Medien ein menschliches Gesicht zu geben. Außergewöhnliche Einzelschicksale kommen heuer ebenfalls nicht zu kurz: Call Me Marianna, der große Gewinner des diesjährigen Krakow Film Festival, begleitet mit viel Feingefühl eine Frau, die bis zu ihrem 43. Lebensjahr als Mann gelebt hat, und erzählt von Einsamkeit und Exklusion.

Wie bereits in den Vorjahren werden die in Österreich lebenden Filmregisseure iranischer Herkunft Arash und Arman T. Riahi aus über 300 Einreichungen (darunter auch solche aus Österreich) zehn Beiträge junger Nachwuchskünstler und -künstlerinnen für den Kurzfilmwettbewerb auswählen -  Einreichungen für die ganz unter dem Motto All You Need Is Love stehende Sektion sind übrigens noch bis zum 12. Juli möglich.

Zum zweiten Mal präsentiert das Film Festival die größten CEE-Klassiker, die im Rahmen der Retrospektive 25-THE RETROSPECTIVE gezeigt werden. Gezeigt werden dabei, ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall, vier weitere von international renommierten Filmexperten ausgewählte Filme der letzten 25 Jahre aus 25 Ländern.

Zehnerblöcke und Festivalpässe werden bereits ab 1. Juli erhältlich sein, der reguläre Kartenverkauf beginnt Mitte September. Weitere Infos hier.

UNIMAG ist offizieller Medienpartner.

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook