BÜCHERBÖRSE

Filmstart: Terminator 5: Genisys

Terminator 5: Genisys (c) Paramount Pictures
Terminator 5: Genisys

Mit Terminator 5: Genisys kommt diesen Donnerstag mittlerweile der vierte filmische Aufguss der Science-Fiction Reihe, die den heutigen Weltruhm des gebürtigen Steirers Arnold Schwarzenegger mitbegründete. Erneut ist er als umprogrammierter Killer-Android T-800 zu sehen, der in die Vergangenheit geschickt wird, um Menschen zu beschützen, die in der post-apokalyptischen Zukunft eine Gefahr für die Alleinherrschaft der Maschinen darstellen.

Der Film muss ein schweres Erbe antreten, denn nach zwei großartigen Filmen aus jeweils den Achtzigern und Neunzigern, enttäuschte das Franchise mit zwei sehr schwachen Ablegern nach der Jahrtausendwende. Dementsprechend versuchte man bei Terminator 5: Genisys dasselbe, was auch schon den X-Men Filmen mit Zukunft ist Vergangenheit großartig gelang: Ungeliebte Teile der eigenen Filmreihe durch einen Zeitreiseplot einfach aus dem Kanon heraus löschen. Ebenso zeigte Mad Max: Fury Road erst diesen Sommer, dass neue Filme eines altes Franchises immer noch erfolgreich sein können. Terminator 5 : Genisys versucht beides und scheitert.

So wird dieselbe bekannte Geschichte vordergründig erneut erzählt: In der Zukunft führen die Menschen unter der Führung John Connors (Jason Clarke) einen verzweifelten Krieg gegen die herrschenden Maschinen, unter der Führung des Programms Skynet. Zwar gelingt es, das Programm abzuschalten, kurz zuvor konnte Skynet aber einen Killer-Roboter in die Vergangenheit des Jahres 1984 schicken. Sein Ziel: Sarah Connor (Game of Thrones‘ Emilia Clarke), die Mutter des Rebellenführers John, zu töten. Um das zu verhindern, wird der menschliche Kämpfer Kyle Reese (Jai Courtney) ebenfalls zurück geschickt, um Sarah vor dem Terminator zu beschützen. Soweit entspricht alles dem Plot des allerersten Terminators, jedoch muss Reese nach seiner Ankunft in der Vergangenheit feststellen, dass sich dort einiges geändert hat. Sarah Connor ist nicht die erwartete verängstigte Kellnerin, sondern bereitet sich seit Jahren auf den Kampf gegen die Maschinen vor. An ihrer Seite: Ein weiterer Terminator (Arnold Schwarzenegger), dessen Anwesenheit in der Vergangenheit ein Rätsel ist.

Neuer Wein in alten Schläuchen

Zunächst macht Regisseur Alan Taylor alles richtig und schickt seine Protagonisten in der ersten halben Stunde des Films durch eine Art „Best-of“ der ersten beiden Terminator Filme von Avatar-Regisseur James Cameron, die so sehr das Actionfilmgenre und die Karriere Schwarzeneggers prägten. Danach verstrickt sich der Film leider in immer wirreren Plot-Details und verschiedenen Zeitebenen, während die Actionszenen zwar ordentlich sind, aber auch keine Münder im Kinosaal aufklappen lassen. Hinzu kommt freilich auch eine allzu schwache Schauspielerriege. Das Grundproblem des Casts von Terminator 5: Genisys lässt sich in einem Satz zusammenfassen. Wenn Arnold Schwarzenegger der beste Schauspieler in deinem Film ist, dann hat deine Casting-Abteilung etwas falsch gemacht.

Der Ex-Gouverneur gibt in seiner Paraderolle eine fabelhafte Figur ab und macht mit Abstand am meisten Spaß. Emilia Clarke hingegen mag sich zwar die drahtige Figur antrainiert haben, welche schon Linda Hamilton als Sarah Connor im Jahr 1991 zur Schau trug, dennoch fehlt es ihr an der Leinwandpräsenz und kämpferischen Charisma. Zu oft ist sie als Frau - die eigentlich stark porträtiert werden sollte - zwischen den Muskelbergen ihrer Kompagnons gefangen. Neben Schwarzeneggers wirft sie sich des Öfteren an die Brust von Jai Courtneys Kyle Reese, der zwar einen ordentlichen Bizeps, aber leider auch die schauspielerische Reichweite eines unbeschriebenen Blatt Papiers vorweisen kann.

Letztendlich bleibt wenig hängen vom fünften Teil der Reihe um zeitreisende Killer-Roboter. Zu wenig eindrücklich die Action, zu schwach der Cast und zu kompliziert die Handlung, die obendrein noch die besten Stellen aus den vergangenen Filmen zugunsten von weiteren Fortsetzungen annulliert oder neu schreibt.

Zwei weitere Teile sind noch angekündigt. Vielleicht sagt Arnold dann aber endgültig: Hasta la Vista, baby! – Ihm und den Zuschauern wäre es zu wünschen.

Andreas Müllauer

Redakteur seit 2013

studiert  Theater-, Film- und Medienwissenschaften

liebt Filme, Hunde & macht "irgendwas mit Medien"

Mail an Andreas.Muellauer(ät)unimag.at

 

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