BÜCHERBÖRSE

Filmstart: Self/Less – Der Fremde in mir

Self/Less – Der Fremde in mir
Self/Less – Der Fremde in mir

Reichtum, Macht und Ruhm. Der Mann der sich dies alles erkämpft hat ist Damian Hayes (Ben Kingsley/Ryan Reynolds). Er ist einer der erfolgreichsten Geschäftsmänner des 21. Jahrhunderts, wohnt in einem vor Luxus strotzenden Apartment und ist äußerst einflussreich. Doch was bringt einem das alles, wenn man sein Leben lang gearbeitet hat, anstatt die Zeit mit seiner Familie zu verbringen und nur noch wenige Monate zu leben hat, aufgrund von Krebs im Endstadion. Ein letzter Versuch, sich mit seiner Tochter zu versöhnen, scheitert und Damian stellt sich bereits darauf ein, bald das Zeitliche zu segnen. Doch dann tritt eine Organisation an ihn heran, die ihn unsterblich machen könnte. Im Labor herangezüchtete Körper auf die das eigene Bewusstsein übertragen wird. Nur ausgewählte Personen, die sich für dieses Projekt als würdig erweisen, dürfen daran teilnehmen. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, versteht sich. Nachdem Damian seinen Tod vortäuscht wird er sofort in das geheime Forschungslabor gebracht und sein Bewusstsein in den jungen neuen Körper transferiert. Doch bereits nach kurzer Zeit stößt er auf ein schreckliches Geheimnis.

Kritik

Das Grundkonzept des Films ist äußerst interessant und gar nicht einmal so abwegig, wenn man die aktuelle Forschung verfolgt. Den alten Körper zurücklassen und sich einfach in einen neuen transferieren. Klingt nach einem tollen Konzept. Doch leider krankt der Film an der schwachen Inszenierung und der starken Vorhersehbarkeit des Plots. Bereits zu Beginn kann man als Zuschauer erahnen, wie der Film ausgehen wird, was schade ist, denn aus dem Konzept könnte man so einiges machen. Richtige Spannung will auch nicht aufkommen. Das liegt vor allem daran, dass man für den Protagonisten keine richtige Sympathie entwickeln kann.

Die Leistung der Schauspieler ist recht solide. An der gibt’s eigentlich nichts auszusetzen. Ben Kingsley spielt wie immer fabelhaft und sein jüngeres Ich, gespielt von Ryan Reynolds, weiß auch zu überzeugen. Leider wird interessanten Nebenrollen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt und deren Motivation und Hintergrundgeschichte zu seicht oder gar nicht erklärt. Das hätte dem Film bestimmt nicht geschadet und auch zu mehr Tiefe verholfen.

Die erste Actionszene des Films gefiel mir noch sehr gut, doch die obligatorische Autoverfolgungsjagd endete mit einem peinlich explodierenden Auto wie man es aus B-Movies unterster Schublade kennt. Um aus heiklen Situationen zu entkommen wurde auf ein sehr billiges Mittel zurückgegriffen. Einfach Schauplätze neben Erdwällen auswählen, damit sich die Protagonisten schnell aus der Szenerie entfernen können, ohne von den Behörden wahrgenommen zu werden. Nicht gerade geistreich.

Self/Less ist ein Film für einen verregneten Nachmittag, an dem man wirklich nichts besseren zu tun hat. Eine Empfehlung fürs Kino kann ich leider nicht aussprechen. Dafür hat der Film zu viele Schwächen, was schade ist, denn aus der Idee hätte man einen interessanten Film machen können.

Filmstart: 20. August

 

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