BÜCHERBÖRSE

Spoilerfrei: Mazerunner – Die Auserwählten in der Brandwüste

Die nächste Buchverfilmungsfortsetzung (c) 20th Century Fox
Die nächste Buchverfilmungsfortsetzung

Nun ist auch der zweite Teil des weniger bekannten Mazerunner-Franchises im Kino und von der anfänglichen Euphorie bleibt wenig übrig. Tief im Schatten der weit erfolgreicheren Jugend-Postapokalyptischen-Buchverfilmungen (Hunger Games und Divergent) ist The Scorch Trials – hübsch übersetzt mit Die Auserwählten in der Brandwüste  (owohl als Titel wohl passender) – ein zum Brückenfilm verkommene Fortsetzung.

Was bisher geschah: Thomas und ein paar andere (männliche) Jugendliche, sowie Theresa waren in einem Labyrinth gefangen. Sie hatten keine Ahnung warum, aber den „Auserwählten“ war es gegönnt das Experiment-Gefängnis (nennen wir es mal so) zu verlassen. Am Ende des ersten Films wurde den Kids eröffnet, dass sie eben etwas Besonderes seien und wichtig für das Überleben der Menschheit.

Hier setzt dann auch Teil zwei ein. Völlig überfordert von der Hektik (die Zuschauer, wie auch die Hauptcharaktere), werden die neuen Helden in eine neue Anstalt gebracht, die bereits von Anfang an wie eine Falle inszeniert wurde. Und so beginnt die We-are-so-special-Geschichte erneut. 

Der Vorteil, den Maze Runner beim ersten Teil hatte, zieht nun nicht mehr ganz. Trotz des Unterschieds, dass dieses Franchise auf hauptsächlich männliche Charaktere setzt, geriet der Film zu sehr in ein Genre-typisches Strudeln zwischen Schon-mal-Gesehens und dem unangenehmen Gefühl des Wenn-ich-das-Buch-gelesen-hätte-würde-ich-alles-verstehens. Denn nach dem Film ist man im Prinzip fast genau so schlau wie vorher. Da braucht man mit den Spoilern gar nicht vorsichtig sein: es gibt auch nur wenige.

Schauspielerei und Geek-Info


Das Schauspiel-Niveau hat sich in zwei Richtungen entwickelt. Während der Hauptcast immer noch solide im oberen Mittelbereich herumdümpelt und Jugend-Nebencharaktere wohl noch etwas Unterricht benötigen, hat man sich in den neuen Nebencharakteren ordentlich ins Zeug gelegt. Aiden Gillen (Game of Thrones) liefert seine astreinste Littlefinger-Impersonifikation ab, was schade ist, da der Schauspieler sicher mehr zu bieten hätte. Mit Nathalie Emmanuel (Missandei) steigt der Game of Thrones-Anteil schließlich auf insgesamt drei an (Thomas Brodie-Sangster (Jojen Reed) war ja schon dabei) und man fühlt sich etwas weniger in der Brandwüste als in Westeros. Ein kleiner Fun Fact: Die drei Schauspieler haben zuvor nie gemeinsam vor der Kamera gestanden, da sie alle in drei verschiedenen Storylines agier(t)en.

Schließlich kommen dann noch weitere bekannte Seriengesichter hinzu, wie Giancarlo Esposito (Braking Bad) und Rosa Salazar (American Horror Story). Also alles in allem wurde der Cast mehrheitlich ziemlich aufgewertet.

Der Film hat dann aber auch einiges an schönen Bildern zu bieten. Einige wirklich schöne post-apokalyptische Locations werden dann allerdings mit lieblosen Szenerien gemischt. Das alles wird einem schließlich mit dem überflüssigsten 3D aufs Auge gedrückt, denn keine einzige Szene rechtfertigt die Brille (und den Aufpreis). Der Film kann also getrost zu hause auf Bluray angesehen werden, denn ich bin sicher selbst Bücherfans haben hier einiges auszusetzen.

 

 

David Klotz

David Klotz | Redakteur und OCM

studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft 

sagt zu Kino niemals Nein und hasst Spoiler 

david.klotz (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: September 2012

 

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