BÜCHERBÖRSE

Viennale 2015: Empfehlungen

Viennale 2015: Empfehlungen (c) Viennale

Vom 22. Oktober bis zum 5. November öffnet Wien wieder seine Pforten für Filme aus aller Welt. Zwei Wochen Viennale bedeuten zwei Wochen voller cineastischer Momente, deren emotionale Spannbreite von überwältigend bis komplett verwirrt reicht. In  viereinhalb Kinos (das Filmmuseum kooperiert zwar ebenfalls mit der Viennale, zeigt aber thematische Retrospektiven) treffen Kinofans aufeinander, manche stehen hoffnungsvoll in den Warteschlangen für die Tickets, die anderen haben die heißbegehrten Dinger schon in der Hand und stürzen sich beim ersten Öffnen der Türen auf die freien Sitze. Auf der Viennale trifft eben auch mal recht barbarisches Verhalten auf intellektuelle Vergnügen.  

Und weil man sich ziemlich viel Zeit nehmen muss, um den ganzen Katalog von Umschlag bis Umschlag zu lesen und die entsprechenden Filme rauszusuchen gibt es hier eine kleine Liste für noch Unentschlossene.

Die Emanzipierten

Nefesim Kesilene Kadar

Nefesim Kesilene Kadar (TR/D, Emine Balci)

Sie schuftet in einer Textilfabrik, doch trotzdem ist das Geld immer knapp und die Lebensumstände schwer: Serap hat es weder zuhause, noch in der Arbeitswelt leicht. Trotzdem kämpft sich die starke Frau durch den Alltag, obwohl es manchmal hoffnungslos ausschaut.

23.10, 18:00 Urania / 24.10, 22:00 Stadtkino im Künstlerhaus

Female Pervert (USA, Lee Jiyoung)

Phoebe lässt sich weder von Achselschweiß, noch von dem anderen Geschlecht abschrecken. Sie schwimmt gegen den Strom und versucht so ihre Umgebung locker zu machen. Irgendwie erinnert sie an Helen Memel aus „Feuchtgebiete“, nur hoffentlich ist Phoebe nicht so schrecklich selbstmitleidig, wie die deutsche Romanheldin.

23.10, 16:00 Stadtkino im Künstlerhaus / 24.10, 18:00 Metro

Ma dar Behesht (Iran/D, Sina Ataeian Dena)

Die Lehrerin Hanieh übt leisen Widerstand an einer Schule in einem Vorort Teherans, wo sogar lackierte Fingernägel eine Todsünde darstellen. Und obwohl sie genug Probleme mit den iranischen Behörden hat, widmet sie sich der Frage, wohin die kürzlich verschwundenen Schülerinnen hin sind.

25.10, 20:30 Urania / 29.10, 13:00 Urania

Die Gruseligen

The Nightmare (USA, Rodney Ascher)

Diese Doku hat nicht nur den Anspruch unglaublich unheimlich zu sein, sondern will auch über ein menschliches Phänomen aufklären: Schlafparalyse hält die Betroffenen in ihren eigenen Träumen gefangen, obwohl sie sich schon bewusst sind, dass sie eigentlich nur träumen. Dabei können sie sich weder bewegen, noch aufwachen. Klingt nicht nur creepy, sondern ist es wirklich.

29.10, 23:30 Gartenbaukino / 4.11, 13:00 Urania

The Devil’s Candy (USA, Sean Byrne)

Eine idyllische Familie zieht in ihr Traumhaus am Land – was kann da schon schiefgehen? Im Horrorfilmgenre wohl alles, wie wir wissen. Leider ist das wunderschöne Landhaus von Dämonen behaust, die den Familienvater ziemlich in die Mangel nehmen. Für die besondere Atmosphäre, am besten zu Halloween anschauen!

30.10, 23:00 Gartenbaukino / 31.10, 13:30 Stadtkino im Künstlerhaus

Die Asiatischen

Kiseiju (Japan, Yamazaki Takashi)

Der arme Shinichi hat den Hauptgewinn der Alien-Invasion gewonnen. Seine Hand wurde von einem Parasiten befallen und kontrolliert diese fortan. Dabei muss der junge Mann nicht nur ständig auf Brüste grabschen, sondern steht als Mischwesen auch noch auf der Abschussliste der Regierung. Wenn das kein absolutes Trash-Fest wird, dann weiß ich auch nicht.

28.10, 23:00 Gartenbaukino / 2.11, 11:00 Stadtkino im Künstlerhaus

Huan Jin Shi Dai (China/Hongkong, Ann Hui)

Xiao Hong ist eine Dichterin, die 1941 an Tuberkulose verstarb. In diesem Biopic, das sich eher als vielschichtiges Porträt sieht, entwirft die Regisseurin ein starkes Bild einer Frau, deren Karriere zwar nur kurz war, aber die folgende Schriftstellergeneration Chinas geprägt hat.

3.11, 21:00 Metro

Jigeumeun Matgo Geuttaeneun Teullida (Südkorea, Hong Sangsoo)

Ein junger Regisseur befindet sich einen Tag zu früh in der Stadt, wo sein Film vorgeführt wird. Deswegen ändern sich sein ganzer Tagesplan und auch sein Leben, denn er lernt eine Frau kennen, die es ihm angetan hat. Leider gibt es kein Happy-End, doch zum Glück geht die ganze Situation von neuem los. Hong Sangsoo dreht die Zeitachsen seines Film und lässt so alles in verschiedenen Perspektiven erscheinen.

2.11, 18:00 Gartenbaukino / 5.11, 23:00 Urania

Alle Bilder @Viennale

Anne-Marie Darok

Anne-Marie Darok | Redakteurin

Musik, Mode und auch ein bisschen Film - solange Adjektive nicht verboten sind, wird gerne über das (fast) komplette Kulturspektrum berichtet

anne-marie.darok (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

 

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