BÜCHERBÖRSE

this human world: Filmempfehlungen

Necktie Youth (c) Premium Films
Necktie Youth

Ab 4. Dezember geht in Wien die achte Ausgabe von this human world über die Bühne. Von den 70 Spiel- und Dokumentarfilmen solltet ihr folgende Produktionen auf keinen Fall verpassen.

Barash

Israel, 2015, am 4.12. um 20.30 Uhr im Schikaneder
Regie: Michal Vinik, Spielfilm, 85 Minuten, OmeU

Naama Barash ist 17 und gelangweilt von ihrem Leben in einer Vorstadt von Tel Aviv. Sie und ihre Freundinnen vertreiben sich die Zeit mit Kiffen, Alkohol und Abhängen. Zu Hause hängt der Haussegen ständig schief und dann verschwindet auch noch die Schwester, die gerade ihren Armee-dienst absolviert. Bis ein neues Mädchen in der Schule auftaucht. Hals über Kopf verliebt sich Naama in die coole Hershko, die sie ungeahnte Sehnsüchte entdecken lässt. Plötzlich ist das Leben prickelnd, voller Intensität, Partys, Drogen und attraktiver Frauen. Das starke Filmdebüt von Michal Vinik erzählt in warmen Farben von einer rebellischen und aufregenden Suche nach Identität, Glück und Liebe. (Wettbewerb | Premiere)

Above and Below

Schweiz/Deutschland, 2015, am 5.12. um 20.30 Uhr im Schikaneder
Regie: Nicolas Steiner, Dokumentarfilm, 118 Minuten, OF Englisch, OmdU

Rick und Cindy leben in den Flutkanälen tief unter den funkelnden Straßen von Las Vegas, Dave in einem verlassenen Bunker im ausgetrockneten Niemandsland Kaliforniens und April trainiert in der steinigen Wüste Utahs für eine Marsmission. Sie sind alle auf der Flucht vor Strukturen ob gezwungen oder freiwillig , wie sie uns allen tagtäglich begegnen. Der Dokumentarfilm Above And Below ist eine raue Achterbahnfahrt mit Überlebenskünstler_innen in einer Welt voller Herausforderungen. (Q&A | Premiere)

My Talk with Florence

Österreich, 2014, am 6.12. um 20.15 Uhr / Filmcasino
Regie: Paul Poet, Dokumentarfilm, 129 Minuten, OmeU

Roh, direkt, schockierend. In dem Interviewfilm My Talk with Florence erzählt Florence Burnier-Bauer, bei ihrer Kindheit beginnend, aus ihrem dramatischen Leben, das sie Anfang der 1980er Jahre in Otto Mühls Kommune Friedrichshof ins Burgenland führte. Dort erwartet sie anstatt geistiger und körperlicher Befreiung, autoritäre faschistoide Strukturen, Missbrauch, Demütigung und Gewalt. Regisseur Paul Poet lässt Florences Schilderungen freien Lauf, wenn sie die Geister ihrer Vergangenheit, auf der Suche nach Katharsis, heraufbeschwört. Filmisch ganz in der Tradition des Cinéma Verité stellt der Film mit schonungslosem Blick und auf puristische Weise die Geschichte einer Emanzipation und Florences hart erkämpften Weg, Nein zu sagen dar. (Q&A | Wien-Premiere)

Necktie Youth

Südafrika/Niederlande, 2015, am 6.12. um 22.30 Uhr / Top Kino, Saal 1
Regie: Sibs Shongwe-La Mer, Spielfilm, 91 Minuten, OmeU

"We live in Sandton, you know... Everything is nice." Ein Jahr nach Emilys Suizid, den sie selbst im Internet live streamte, sind ihre Freunde aus der Johannesburger Mittelschicht tiefer denn je in einem nie enden wollenden Rausch aus Alkohol, Sex und Drogenexzessen gefangen. Sie leben im Stadtteil Sandton, einem der reichsten Afrikas. Drogen und Partys bestimmen den Alltag dieser Szene-Kids. Eine der Hauptrollen spielt Regisseur Sibs Shongwe-La Mer selbst, der in grellen Schwarz-Weiß-Bildern den exzessiven Lebensstil als eine rasante Geschichte über kapitalistisch-hedonistisch geprägte Twens nachzeichnet und einen schonungslosen Blick auf das hippe und urbane Johannesburg von heute wirft. (Wettbewerb | Premiere)

Monumenti

Österreich, 2014, am 7.12. um 20.30 Uhr / Schikaneder
Regie: Eva Hausberger, Dokumentarfilm, 71 Minuten, OmdU

Eine archaische Bronzegießerei im Herzen Tiranas, Albanien. Der 60-jährige Bronzespezialist Vladimir Metani verdient sich sein Geld seit nunmehr 47 Jahren als Gießer. Monumenti kreist rund um die Arbeit an einem Denkmal, das sich anlässlich der Feierlichkeiten zur 100-jährigen Unabhängigkeit Albaniens im Bau befindet, und erzählt gleichzeitig Vladimirs Geschichte – eine Geschichte vom Leben in einer Diktatur, von Einschränkungen, Freiheit und Kunst, von Familie, Identität und Heimat. Das einfühlsame Künstlerporträt von der österreichischen Filmemacherin Eva Hausberger ist ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm und begleitet Vladimirs Alltag mit sehr vertraulichen Einstellungen und einer Liebe zum Detail. (Q&A | this human WORKS | Wien-Premiere)

Spartacus & Cassandra

Frankreich, 2014, am 8.12. um 20 Uhr / Top Kino, Saal 1
Regie: Ioanis Nuguet, Dokumentarfilm, 81 Minuten, OmeU

Die Eltern von Spartacus und Cassandra sind obdachlos und mit der Obsorge der Kinder komplett überfordert, weshalb diese auch bei Camille in deren Amateurzirkus leben, wo ihnen auch eine hoffnungsvollere Zukunft offensteht. Doch als der Zirkus schließt, müssen sie sich entscheiden, mit Camille aufs Land zu ziehen und somit den Kontakt zu ihren Eltern zu verlieren, oder zu einer Pflegefamilie in der Stadt zu kommen die schwierigste Entscheidung im bisherigen Leben der Kinder. Ein einfühlsamer Film, bei dem man ganz nah bei den zwischen Eltern und Camille hin und hergerissenen Kindern ist und diese beim Heranwachsen begleitet, bis zum Moment der Entscheidung. (Diskussion | Premiere | this human POVERTY)

Rosewater

USA, 2014, am 8.12. um 20.15 Uhr / Filmcasino
Regie: Jon Stewart, Spielfilm, 103 Minuten, OF Englisch

2009 reist der im Iran geborene Journalist Maziar Bahari (Gael García Bernal) in sein Heimatland, um dort über die Präsidentschaftswahlen zu berichten. Als Ahmadinejad bereits Stunden vor dem Ende der Wahl seinen Sieg verkündet, drängen Unterstützer der Opposition auf die Straße. Es kommt zu Protesten und gewaltsamen Übergriffen durch das iranische Regime. Bahari schickt Aufnahmen von den Protesten an die BBC und wird kurz darauf von der Revolutionspolizei verhaftet. Der Spionage verdächtigt, wird er 118 Tage lang verhört und gefoltert – von einem Mann, der sich Rosewater nennt. Basierend auf der wahren Geschichte von Maziar Bahari nimmt das fesselnde Regiedebüt von Jon Stewart die Zuseher mit in die Isolationszelle und zeichnet ein Bild davon, wie schwierig es ist, dort die Hoffnung und den Verstand nicht zu verlieren. (Diskussion | Premiere)

Children 404 (Deti 404)

Russland, 2014, am 9.12. um 18 Uhr / Schikaneder
Regie: Askold Kurov, Pavel Loparev, Dokumentarfilm, 77 Minuten, OmdU

Seit 2013 steht in Russland die Propaganda "nicht traditioneller sexueller Beziehungen" unter Strafe. Homosexuelle sind Diskriminierungen schutzlos ausgeliefert. Im selben Jahr gründete Journalistin Elena Klimova das Online-Projekt Children 404 (benannt nach der Fehlermeldung „Error 404: Page not found“) für junge LGBTs, was ihr prompt auch eine Anzeige einbrachte. (Q&A | Premiere)

Jade Miners (Wan Yu Shi De Ren)

Taiwan/Myanmar, 2014, am 9.12. um 22.30 Uhr / Top Kino, Saal 1
Regie: Midi Z, Dokumentarfilm, 104 Minuten, OmeU

Der Fund des Edelsteins verheißt für sie ein neues, besseres Leben: In den Bergen des Kachin-Staates im Norden Burmas suchen Männer hoffnungsvoll, doch unter katastrophalen und gefährlichen Umständen nach Jade. Seit den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der burmesischen Armee und der Kachin Independence Army graben hier illegale Arbeiter nach dem wertvollen Stein. Für seinen Dokumentarfilm Jade Miners konnte sich Midi Z aufgrund der zu großen Gefahr nicht selbst in das Kriegsgebiet begeben, weshalb er die Kameraarbeit nicht selbst ausführen konnte. Er verzichtet auf Erklärungen und Kommentare und konzentriert sich auf eine reine Beobachtung des harten Alltags der Arbeiter. Eine Beobachtung in langen Einstellungen, die am Ende eine besonders tragische Note bekommt. (this human WORKS | Premiere)

Trapped by Law (Nakhino)

Kosovo/Deutschland, 2015, am 10.12. um 20.30 Uhr / Schikaneder
Regie: Sami Mustafa, Dokumentarfilm, 92 Minuten, OmeU

2010: Ein bilaterales Abkommen sieht vor, dass 10.000 Roma-Familien, die im Zuge des Kosovokrieges nach Deutschland geflüchtet sind, in den Kosovo zurückkehren müssen. Dieses Schicksal trifft auch die in Deutschland aufgewachsenen Brüder Kefaet (26) und Selami (21), die eines Nachts ohne Vorwarnung in das Heimatland ihrer Eltern abgeschoben werden. Regisseur Sami Mustafa begleitet die beiden Brüder fünf Jahre lang hautnah in dem für sie neuen Leben in einem unbekannten Land. Obwohl die Situation aussichtslos scheint, versuchen sie alles, um zu ihren Familien, Freunden und zu ihrem alten Leben in Deutschland zurückzukehren. (Q&A | Premiere | this human TRACKS)

Those Who Feel the Fire Burning

Niederlande, 2014, am 10.12. um 19.30 Uhr / Gartenbaukino
Regie: Morgan Knibbe, Dokumentarfilm, 74 Minuten, OmdU

Auf unkonventionelle und poetische Art schildert Those Who Feel The Fire Burning ein brisantes Thema: die hoffnungslose Existenz jener Flüchtlinge, die am Rand der „Festung Europa“ gestrandet sind. "Where am I? Is this paradise?", fragt sich der Geist eines Mannes, der bei dem nächtlichen Versuch, Europa über den Seeweg zu erreichen, sein Leben verliert und fortan auf der Suche nach seinen Angehörigen umherirrt. Eine schwebende Kamera nimmt die Zuseher_innen mit in eine Welt zwischen Existenz und Überlebenskampf. Ein atmosphärischer und berührender Dokumentarfilm mit kraftvollen Bildern, deren Stärke auch in ihrer Aktualität liegt. (Q&A | Wien-Premiere | this human TRACKS)

 

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