BÜCHERBÖRSE

Filmstart: Arrival

Arrival - seit 10. November nur im Kino! (c) Sony Pictures
Arrival - seit 10. November nur im Kino!

Man möchte gar nicht zu viel vorab verraten: Waren die Trailer zu Denis Villeneuves Science-Fiction Film Arrival bestenfalls kryptisch, so hat es der fertige Film zum handfesten und fesselnden Mysterium gebracht. Jedes Wort zu viel über Handlung und Charaktere würde ein wirklich tolles Kinoerlebnis schmälern. Deswegen hier schon einmal das Fazit am Anfang:

Arrival ist klasse. Großartig fotografierte Science-Fiction, in einer spannenden Story-Grundkonstellation, die aber dabei nicht so abgehoben ist, dass die Handlung völlig aus der Luft gegriffen wirkt. Hinzu kommen durch die Bank weg hervorragende Darsteller, mit einer Amy Adams, die mit dieser Performance schon einmal ganz laut an die Tür der Oscar-Verleihung geklopft haben sollte. Mehr zu lesen gibt’s weiter unten, aber eigentlich könnt ihr euch jetzt schon in die Kinoschlange stellen.

(Spärliches) Zur Handlung: Überall auf der Welt tauchen plötzlich riesige, muschelähnliche Flugkörper auf. Ihre Anordnung scheint sich weder an Geografie, Geometrie oder politischen Grenzen zu orientieren. Planen Aliens eine Invasion? Sind es überhaupt Raumschiffe? Wie kommuniziert man mit potentiellen Insassen. Da eines der Objekte über amerikanischen Boden schwebt, wird Linguistin Louise Banks (Amy Adams) vom Militär als Sprachberaterin herangezogen, um bei der Kontaktaufnahme mit den Außerirdischen behilflich zu sein. Unterstützt wird sie dabei vom Mathematiker Ian Donnelly (Jeremy Renner) und dem leitenden Offizier Weber (Forest Withaker).

Kluges Kino statt Effektgewitter

Mit Arrival beweist Villeneuve, dass es weder bombastischer Action noch überbordender Effekte bedarf, um eine spannenden Science-Fiction Geschichte zu erzählen. In der behutsamen Inszenierung lernt das Publikum gemeinsam mit Louise Banks die Gesamtsituation kennen und ist gewissermaßen Teil des Teams, welches eine Sprache entwickeln muss, um mit den Aliens zu kommunizieren. Denn was kommt nach der Frage, warum sie auf der Erde sind? Was, wenn uns ihre Antwort nicht gefällt oder wir sie gar nicht verstehen können?

Science-Fiction hat es im Kino nicht leicht. Bis auf Titanen wie Star Trek oder Star Wars, waren die letzten futuristischen Ausflüge auf der Leinwand eher mauer Natur. Geht es um Sternenreisen greift der Zuschauer mittlerweile auf semi-realistische Weltraumfilme zurück, wie Gravity, The Martian oder Interstellar. Villeneuves Arrival erschafft hingegen auf der Erde eine Begegnung der dritten Art, die sich gewaschen hat. Dazu tragen großartige Kameraführung und Musik bei (Oscar, anyone?) – und ein spannungsgeladenes Finale, welches weder den Stil des vorherigen Films durch ein Effektgewitter verrät, noch durch einen mäßigen Twist enttäuscht. Arrival ist atmosphärische, intelligente und spannende Sci-Fi Unterhaltung. Geeignet für ein mitdenkendes Publikum, aber gottlob auch kein verkopftes, prätentiöses Kunstkino.

Durchweg hochklassige Unterhaltung und – man verzeihe mir die Plattitüde – Stoff zum Nachdenken.

Kinostart: 10. November

Andreas Müllauer

Redakteur seit 2013

studiert  Theater-, Film- und Medienwissenschaften

liebt Filme, Hunde & macht "irgendwas mit Medien"

Mail an Andreas.Muellauer(ät)unimag.at

 

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