BÜCHERBÖRSE

The Ides of March

The ides of march c tobis film 1George Clooneys vierte Regiearbeit mit dem Titel “The ides of march” beschert uns ab 23.12. ein besonderes Kinovergnügen. Der Film besticht vor allem mit seinen hochkarätigen Ensemble zu dem Ryan Gosling, Philip Seymour Hoffman, Paul Giamatti, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood und Goorge Clooney selbst zählen.

„The Ides of march“ führt uns durch das Wirrwarr von politischen Machenschaften. Dabei kreist die Handlung um den jungen Pressesprecher Stephen Meyers (Ryan Gosling) der voller Engagement an der Wahlkampagne des aufstrebenden Gouverneurs Mike Morris (George Clooney) mitarbeitet. Meyers wird von den politischen Überzeugungen und der Integrität des Politikers mitgerissen. Mithilfe seines Vorgesetzten Zara (Philip Seymour Hoffman) will Meyers den Demokraten Morris zum Top-Kandidaten für den US-Präsidenten aufbauen. Doch auch wenn alles auf den ersten Blick noch so rosig aussieht, Politik ist ein schmutziges Geschäft. Diese Tatsache wird auch Meyers schmerzlich bewusst werden.

The ides of march c tobis film 3Zynismus und Kritik am amerikanischen Wahlkampf

George Clooney ist bereits ein alter Hase im Filmgeschäft, sei es als Schauspieler oder als Regisseur. Schon 2006, sicherte er sich die Rechte an dem Theaterstück „Farragut North“ von Beau Willimon, worauf der Film basiert. Als jedoch Barack Obama zum US-Präsidenten gewählt wurde, und die Amerikaner endlich wieder politische Hoffnung schöpfen konnten, fand es Clooney unpassend den Film zu veröffentlichen. Da sich die anfängliche Euphorie um Obama nun gelegt hat, kommt auch „The ides of march“ in die Kinos. Somit wird der breiten Masse mittels Kino eine Einblick in die Abgründe eines Wahlkampf gewährt. 

The ides of march c tobis film 4Der Titel „The ides of march“ spielt auf die Jahreszeit an, in der Brutus Cäsar im alten Rom verriet. Dabei erinnert Clooneys Wahlkampagne stark an die von Barak Obama. Clooney setzt auf Integrität und Veränderung. Er will den sozial schwächeren eine Stimme geben. Der junge Pressechef Meyers ist vollends begeistert von dieser Kampagne und gibt alles, um den Gouverneur gute Wahlergebnisse einzuheimsen. Als der Pressesprecher eine Affäre des Gouverneurs mit einer Praktikantin bemerkt, gerät er in den Strudel von Lügen und Korruption, der wohl die gesamte Politik beherrscht. Meyers idealistische Ansichten werden mit einem Schlag hinweggefegt und er bangt um seine eigene berufliche Existenz.

The ides of march c tobis film 2Ryan Gosling brilliert im Polit-Drama 

Star des Dramas ist mit Abstand der Kanadier Ryan Gosling, der im Moment stark gefragt ist in Hollywood. Bekannt aus „Crazy Stupid Love“, „Blue Valentine“ und „Drive“ glänzt er auch in der Rolle des engagierten Stephen Meyers. „The ides of march“ ist bis zum kleinsten Nebendarsteller bestens besetzt. Leider lebt der Film auch fast ausschließlich durch seine grandiosen Schauspieler. Überzeugen konnte auch Marisa Tomei, trotz ihrer eher kurzen Szenen. Ihre Darstellung als Journalistin, bringt das Thema des Films auf den Punkt. Als Ida fragt Marisa Tomei, Stephen Meyers ob er denn wirklich an seinen Kandidaten glaube, und wie Politiker eigentlich mit ihrer Macht umgehen. In diesem Teil des Films, ist Meyers noch zuversichtlich, dass er sich für eine gute Sache einsetzt. Doch auch ihm ist bewusst, dass seine Karriere auf dem Erfolg der Wahlkampagne angewiesen ist. 

The ides of march c tobis film 5Kritik an Clooneys Regie 

An sich ist „The ides of march” ein solider Streifen, der ohne Action auskommt und auf Dialoge setzt. Clooney will auf die Probleme der amerikanischen Politik aufmerksam machen, und das gelingt ihm auch. Nur die Schlussszene, in der Gosling reglos in die Kamera blickt, kann nicht überzeugen. Der Zuschauer muss rätseln, was diese Einstellung denn genau bedeuten soll. Die Szene soll den Wendepunkt in Meyers Leben markieren, denn auch er hat den Glauben an das Gute in der Politik verloren. Clooney möchte zeigen, dass die Figur Meyers aufgegeben hat und nicht mehr an Aufrichtigkeit und Integrität der Politiker glaubt. Auch Meyers spielt nun nach deren Regeln. Doch leider kann die Schlussszene, die so stark hätte sein können, all das nicht transportieren. Sie verwirrt eher, als das hier eine klare Sprache gesprochen wird. 

The ides of march c tobis film 6Ebenso hat man den Eindruck, dass die Kamera nur Nahaufnahmen der Schauspieler filmt. Selten sieht man eine große Szenerie. Lediglich die Anfangsszene, die intelligent gewählt wurde, zeigt einen leeren Saal, und erst nach und nach wird klar, für welche Veranstaltung dieser Saal gerade vorbereitet wird. Leider wechselt die Kameraführung danach, von den Schauspielern ist sie kaum noch wegzukriegen. Trotzdem ist dieser Film mit der Thematik und den grandiosen Schauspielern mehr als überzeugend. Hinter vorgehaltener Hand wird er sogar als Favorit für die im Februar stattfindende Oscarverleihung gehandelt. 

Tipp der Redaktion: Dieser Film wirkt vor allem auf Englisch, also unbedingt im Originalton ansehen.

Bewertung: 8/10

http://www.youtube.com/watch?v=cDpqs4iuGcA

Christina Schügerl

Christina Schügerl | Redakteurin

christina.schuegerl (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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