BÜCHERBÖRSE

Verblendung – Rezension

Mikael Blomkvist verzweifelt auf der Suche nach einem Sprachnetz c 2011 Sony Pictures Releasing GmbHDie Neuverfilmung des Romans vom schwedischen Autor Stieg Larson ist nichts für schwache Nerven. Der Regisseur David Fincher (The Social Network, Fight Club) inszeniert einen packenden und vielschichtigen Thriller. UNIMAG hat für euch nähere Eindrücke gewonnen.

Bereits im Jahre 2009 wurde dieser vom dänischen Regisseur Niels Arden Oplev mit den schwedischen Hauptdarstellern Michael Nyqvist (auch in 2 anderen Stieg Larson Verfilmungen zu sehen : „Vergebung“ und „Verdammnis“) und Noomi Rapace (Sherlock Holmes 2) verfilmt. Allerdings nur mit mäßigem Erfolg.

Die Neuverfilmung mit den Schauspielern Daniel Craig, Christopher Plummer, Rooney Mara, etc. gibt es seit 12. Jänner in den Kinos.

Die Story

Grundsätzlich ist die Story in zwei Stränge geteilt, die jedoch bereits am Anfang miteinander verbunden ist. 

Mikael Blomkvist l Henrik Vangar r c 2011 Sony Pictures Releasing GmbH

1. Mikael Blomkvist (Daniel Craig – James Bond) ist Journalist, der gerade in einer beruflichen Krise steckt, da er wegen seinem Buch über einen Wirtschaftsmagnaten erfolgreich wegen Verleumdung verklagt wurde, da er die Beschuldigungen nicht beweisen konnte. Er bekommt von Henrik Vanger (Christopher Plummer – Haus am See) den Auftrag das Verschwinden seiner Nichte Harriet aufzuklären, welches bereits 40 Jahre her ist. Den Kreis der möglichen Verdächtigen sieht sein Auftraggeber in seiner Verwandtschaft, die zum Teil aus Nazis besteht bzw. bestand. Als Lohn wird ihm viel Geld in Aussicht gestellt und Beweise über den Wirtschaftsmagnaten, da dieser mit Henrik Vangar geschäftlich viel zu tun hatte.

Lisbeth Salander bei der Arbeit c 2011 Sony Pictures Releasing GmbH2. Lisbeth Salander (Rooney Mara – The Social Network) ist aufgrund ihrer problematischen Jugend ein Mündel des Staates, hat einen Vormund, da sie als psychologisch bedenklich eingestuft wurde. Sie arbeitet als Hackerin, und musste Erkundigungen über Mikael Blomkvist indirekt für Henrik Vangar einholen. Als ihr Vormund an einem Schlaganfall erleidet, bekommt sie einen neuen Vormund, der sie im Austausch von Geld zu sexuellen Handlungen zwingt. 

Eindrücke

Stimmung

Es ist nicht empfehlenswert den Film bei schlechter Laune oder bei schlechter Gefühlslage anzuschauen. Da der Film in Schweden spielt, ist es natürlich auch so, dass die Handlungen
umgeben werden von düsteren, kalten, dunklen Winter. Die Stimmung wird dadurch ziemlich gedrückt. Jedoch kann man an diesen Beispielen schon erkennen, dass die Stimmung im Film sehr gut auf den Zuschauer übertragen wird. Es ist glaubhaft. Lächeln und schmunzeln ist schon mal drin, abhängig davon wie sinnvoll man manche Aussagen findet.

Viele Ebenen/Überraschung

Das Gute an dem Film ist, dass er vielschichtiger ist und mehr Inhaltsebenen aufweist, als man anfänglich bzw. von einem Hollywoodfilm erwartet hätte. Allerdings ist das auch ein Hinweis auf die gute Romanvorlage. Es ist wichtig, den Film aufmerksam zu folgen, um mitzukommen. Tratschen ist daher nicht so ratsam, da man schnell nicht mehr weiß, was

Mikael erklrt Lisbeth seinen Forschungsstand c 2011 Sony Pictures Releasing GmbHAchtung, zart besaitete Menschen aufgepasst
Der Film ist teilweise sehr heftig und nicht zu empfehlen, wenn man sehr sensibel ist, oder einen empfindlichen Magen hat. Es gibt mindestens 2 Szenen, in denen man starke Nerven benötigt:

1. Vergewaltigungsszene

Die Vergewaltigung von Lisbeth durch den Vormund wird nicht nur angedeutet (z.b. via Schreien hinter der Tür), sondern deutlich dargestellt. Eigentlich nicht notwendig für den Inhalt des Films, da es sich nicht primär um Lisbeth handelt, sondern eigentlich um die verschwundene Harriet. Fazit dieser Szene: Legt das Popcorn und den Süßkram weg. Sehr grauslich und unangenehm.

2. Rache von Lisbeth

Lisbeth rächt sich an ihren Peiniger durch überragende Brutalität.

Verblendung seit 12. Jnner im Kino c 2011 Sony Pictures Releasing GmbHKritik
Die Auflösung der Story ist nicht sehr gut gelungen, da alles zu schnell und zu wenig ausgeführt wurde. Da sind die Leute klar im Vorteil, die bereits den Film 2009 gesehen haben bzw. das Buch gelesen haben. Andererseits sorgt die Auflösung garantiert für „soziale Interaktionen“: „Sag mal, wie war das jetzt? Wer war, und wer hat? Und Das hab ich nicht verstanden, du?“

Achtung – oberflächlich: Wer erwartet, Daniel Craig in der gleichen stählernen Körperverfassung wie bei James Bond zu sehen, der wird enttäuscht. Aber keine Sorge. Der Körper kann sich immer noch sehen lassen!

Isolde Walcher

Isolde Walcher | Redakteurin

isolde.walcher (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

Mehr in dieser Kategorie: « HEADHUNTERS SHAME »
 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook