BÜCHERBÖRSE

Das war VIS

Gartenbaukino Severin Dostal und VIS
Gartenbaukino

Vom 6.6.-10.6.2012 fand im Gartenbaukino das größte Kurzfilmfestival in Österreich statt:
VIS Vienna Independent Shorts. Was 2004 als Underground-Initiative entstand, avancierte zu einem bedeutenden Projekt in Österreich und ist Vorbild für zahlreiche ähnlich gelagerte Initiativen.

 

„Wir verstehen uns als aktive Vermittler in Sachen Kurzfilm und versuchen jedes Jahr eine konzentrierte, lebendige Auseinandersetzung mit Filmen bis zu einer Länge von 30 Minuten zu ermöglichen“, so der künstlerische Leiter Daniel Ebner. Cineasten und Freunde des Kurzfilms kamen auch dieses Jahr voll auf ihre Kosten: sämtliche Spielformen des kurzen Films aber auch der klassische Kinoraum wurde bedient: Im Liegekino wurden die besten Musikvideos des vergangenen Jahres gezeigt, bei „Très chic“ die Filme mit dem abwegigsten Humor und in den Wettbewerben die herausragendensten Kurzspiel- und -dokumentarfilme (Fiction & Documentary), Animations- und Experimentalfilme (Animation Avantgarde) sowie heimische Produktionen (Österreich-Wettbewerb).

39 las palmas c johannes nyholmGroßes Kino im Kleinen

Die beim Festival gezeigten Kurzfilme wurden aus rund 2.500 Kurzfilmen ausgewählt und die 120 Auffälligsten dann beim Festival gezeigt und vom Publikum begeistert aufgenommen. Der diesjährige Themenschwerpunkt „pushing the boundaries“ war wahrlich nichts für empfindliche Gemüter, aber auf jeden Fall etwas für entdeckungsfreudige Menschen. Inhaltlich ging es dabei um Filme, die sich mit Perversion, Zensur, körperlichem Kino und den Grenzen der Kunst auseinandersetzten. Special von Très chic war Oper, Ballett und klassische Musik – der etwas anderen Art. Ebner übertreibt sicher nicht, wenn er sagt „dass uns heuer das vielleicht beste und stimmigste Trashprogramm der bisherigen Festivalgeschichte gelungen ist“. Wer „Las Palmas“ von Johannes Nyholm oder "Gianni Schicchi" von Francesco Visco am Festival nicht genießen konnte, hat etwas Großartiges verpasst. Trash vom Allerfeinsten!

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

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