BÜCHERBÖRSE

Spoilerfrei: Red Dawn

Red Dawn BILD: CONCORDE FILMVERLEIH
Red Dawn

Seit Ende Dezember ist der Film von Dan Bradley im Kino. Ganz ohne Spoiler ist zu erwähnen: Im Film geht es um eine Invasion Amerikas durch Nordkorea. Politisch fragwürdiges Statement inklusive.

Red Dawn ist der neue, etwas seichte Actionfilm des Monats. Es schein als bräuchten wir solche Filme immer wieder, damit wir uns in nicht ganz realitätsnahe Abenteuer stürzen und ein wenig abschalten können. Die Neuauflage des Films von 1984 („Die rote Flut“) scheint geradezu perfekt dafür zu sein.

Politisch gesehen, ist es eine heikle Wahl: Nordkorea musste damals bereits als Bösewicht herhalten. Es darf bezweifelt werden, ob sie das mit Freuden erneut machen. Die Fiktion könnte für blinde Gläubige der Filmindustrie nur zu schnell zur allmächtigen Realität werden. Denn mit Klischees wird in Red Dawn nicht gegeizt. Der Film ist wenig einfallsreich, schürt Vorurteile und unterstützt gängige Filmmuster.

Die Hauptdarsteller sind jung, doch wenig dynamisch: Der zurzeit etwas überpräsente Chris Hemsworth (aus „Thor“ und „Snow White and the Huntsman“) spielt die Hauptrolle. Zusammen mit Nickelodeons Josh Peck , Josh Hutcherson („Die Tribute von Panem“) und den weniger bekannten weiblichen Nebenrollen Adrianne Palicki („G.I. Joe“) und Isabel Lucas („Krieg der Götter“), soll er den Film tragen.

Doch es scheint, als hätte die Filmindustrie entschieden, das Thor doch immer Thor bleiben solle und beweist auch in Red Dawn eine wenig tiefgründige Charakterzeichnung. Das merkt man auch bei den anderen Darstellern. Obwohl einzeln gesehen recht gut, überzeugt kein Charakter durch Tiefe. Im Gegenteil: Beim Remake haben sich die Drehbuchautoren wohl bei anderen, erfolgreichen und ziemlich ähnlich aufgebauten, Filmen bedient. Red Dawn erinnert an „World Invasion: Battle Los Angeles“ (wirklich einer der schlechtesten Filme der letzten Jahre) und Transformers. Nicht nur die Machart ähnelt den beiden Actionvorgängern, auch der Handlungsaufbau, die Beziehungen der Charakter untereinander und die Dialoge. Etwas zu viel Pathos, versuchte Emotionalität und verfehlte Tiefgründigkeit.

Red Dawn überrascht nur ganz selten und ist ein Opfer der Industrie. Hollywood hat auf Druck versucht, den Film für junge Leute neu umzuschreiben. Der Film ist eine Ausgburt des Patriotismus und ein erbarmungsloser Vollstrecker der Klischees. Unimag hat nicht mehr als 1,5 von 5 Sternen dafür übrig.

David Klotz

David Klotz | Redakteur und OCM

studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft 

sagt zu Kino niemals Nein und hasst Spoiler 

david.klotz (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: September 2012

 

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